Die Jecken sind noch nicht vom Abkürzungswahn betroffen.

Einmal jeck, immer jeck

Mettmann. Vor der alles entscheidenden Frage an seine Angebetete macht sich wahrscheinlich jeder Mann so seine grundsätzlichen Gedanken: Soll ich, oder soll ich nicht? Danach geht Mann ins Detail, denn das "wie " ist bei diesem Thema von größter Wichtigkeit und in den meisten Fällen siegt "Romantik pur". Damit hat Jochen Buff wenig am Hut.

Der Ex-Karnevalsprinz, seit seinem zwölften Lebensjahr Schauspieler (und wie man munkelt demnächst Leiter des Standesamtes), entschied sich bei besagter Frage für die große Bühne. Und so holte er denn direkt nach Programmschluss der Karnevalssitzung bei Becker und Bernhard seine Angebetete auf die Bretter, die die Welt bedeuten, kniete nieder und stellte vor versammelter Jeckenschar die allseits bekannte Frage: "Willst Du mich heiraten?" Seine Tanja hauchte zwar das Ja, aber - sie war im Clown-Kostüm. Und niemand weiß, ob sie dabei heimlich das Lied summte: Am Aschermittwoch ist alles vorbei…

Bühnenbilder zur Stadtgeschichte

Im Obergeschoss des Freiherr-vom-Stein-Hauses - das Kulturelle Forum genannt - sind Schätze aus der Langenfelder Vergangenheit zu besichtigen, die laut Chefin Anne Graw-Lipfert dringend einer moderneren Präsentation bedürfen. Einen Einblick über "So hätten wir’s gerne" erhielten jetzt die Mitglieder des Kulturausschusses, die das Thema nach einem "virtuellen Rundgang" vertagten.

Ob dabei die Aussage von Helmut Konrad/Die Grünen, es wären zu viele Themen auf zu engem Raum, eine Rolle gespielt hat oder nicht, sei dahin gestellt, denn: Auch das Kulturelle Forum verschont sich selber nicht vom überhand nehmenden Abkürzungswahn. Ergo nennt es sich neuerdings KuFo. Lassen wir von dieser Wortschöpfung das "K" weg, landen wir bei uFo - und damit bei der veranschlagten astronomischen Summe von 670 000 Euro.

Kleiner Tipp für Karnevalsmuffel

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Diesen Satz von Rainer Maria Rilke wandeln wir für die Karnevalstage mal um in: Wer jetzt nicht jeck ist, sollte Urlaub nehmen. Nach dem Rathaussturm am Weiberfastnacht wird "Zum Tanz zwischen Himmel und Hölle" geladen, beim Karnevalszug am Samstag heißt es "Kamelle, der Prinz kütt", am Sonntag folgt der Zug in Berches und abends das "Schunkeln im Dunkeln" beim Lichterzug in Reusrath. Es hilft also nur eines: Kraft tanken für die tollen Tage!

posthorn@westdeutsche- zeitung.de

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