Serie Mein Langenfeld: Mit ihrem sozialen Engagement hat die SPD-Frau in knapp 40 Jahren der Stadt ihren Stempel aufgedrückt.

In den Freizeitpark kommt Marlies Lüth immer wieder gerne, auch um sich vom Fortgang der Arbeiten am Generationengarten ein Bild zu machen.
In den Freizeitpark kommt Marlies Lüth immer wieder gerne, auch um sich vom Fortgang der Arbeiten am Generationengarten ein Bild zu machen.

In den Freizeitpark kommt Marlies Lüth immer wieder gerne, auch um sich vom Fortgang der Arbeiten am Generationengarten ein Bild zu machen.

Anna Schwartz

In den Freizeitpark kommt Marlies Lüth immer wieder gerne, auch um sich vom Fortgang der Arbeiten am Generationengarten ein Bild zu machen.

Langenfeld. Marlies Lüth (74) steht an einer der fünf lebensgroßen Kletter-Tierfiguren in jenem Teil des Freizeitparks Langfort, der in einen Generationengarten umgebaut wird. "Hier halten sich meine neun und sechs Jahre alten Enkel besonders gern auf, wenn sie im Urlaub aus Singapur zu Besuch sind", sagt sie. Lüths Sohn lebt mit seiner chinesischen Frau und den beiden Kindern im fernen Südostasien.

Die gebürtige Wuppertalerin zog jung verheiratet vor knapp 50 Jahren nach Langenfeld. Heute sagt sie: "Ich fühle mich als Langenfelderin. Die Familie ist hier gewachsen, der Sohn zur Schule gegangen, die Kommunalpolitik hat mich mit vielen Menschen in Kontakt gebracht."

Ihr liebster Platz ist der Freizeitpark, da sie nur einen Steinwurf davon entfernt seit 27 Jahren in Langfort wohnt. 1970 kämpfte sie mit Klaus Lechleitner, der zum Führungszirkel der Langenfelder SPD gehörte, mit Erfolg um die Einrichtung erster Vorschulklassen in den Kindergärten. Lüth lernte Heinrich Völkel und Siegfried Dissmann kennen, zwei geachtete SPD-Politiker, und trat den Sozialdemokraten bei.

Über den Listenplatz zwei erhielt sie 1975 ihr erstes Ratsmandat, nur ein Jahr später wurde sie direkt in den Kreistag gewählt, dem sie 28 Jahre lang angehörte. Während dieser Zeitspanne gestaltete sie auch über 24 Jahre als Ratsfrau Langenfeld mit. Die Fraktion schenkte ihr 1986 das Vertrauen als Vorsitzende - eine Funktion, die sie sieben Jahre ausübte. In den 90er-Jahren wurde sie zur stellvertretenden Bürgermeisterin gewählt. 18 Jahre war sie Mitglied im Jugendhilfeausschuss, dazu gehörte sie dem Schulausschuss an.

Eine Vorkämpferin für die Gesamtschule

"Die Arbeit mit Kindern und jungen Leuten hat mir stets viel bedeutet. Das Ratsmandat habe ich als Aufgabe gesehen, für den Bürger da zu sein, ihm zuzuhören und sich um seine Belange zu kümmern", sagt Marlies Lüth im Rückblick. Sie ist stolz darauf, allerhand bewegt zu haben. Wie anfangs um die Vorschulklassen kämpfte sie später für die Errichtung der Gesamtschule, arbeitete für dieses Ziel eng mit Elterninitiativen zusammen.

1935 in Wuppertal geboren, wurde Marlies Lüth erst in Langenfeld politisch aktiv. Seit 1970ist sie Mitglied der SPD und gehörte fünf Legislaturperioden dem Rat und sogar sechs dem Kreistag in Mettmann an.

1994 wurde Magnus Staehler (CDU) mit nur einer Stimme Mehrheit gegenüber Marlies Lüth von CDU und FDP zum damals noch ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt. Lüth nahm anschließend fünf Jahre die Aufgabe als seine Stellvertreterin wahr.

Der Arbeitskreis der Frauen in der Lokalen Agenda wählte Marlies Lüth für eines von 25 Porträts für die Wanderausstellung "Sie prägen unsere Stadt" aus. Der Bürgermeister beauftragte den Fernsehjournalisten Werner Schmidt im Zuge des Projekts "Zeitzeugen berichten" auch Lüth vor der Kamera zum Werden Langenfelds für die Nachwelt zu interviewen.

Auch ihr soziales Engagement verdient Anerkennung. Marlies Lüth gründete den Verein der Rollstuhlfahrer, stand an der Spitze des Fördervereins für das Heilpädagogische Heim und brachte den Verein zur Förderung der Rheinischen Landeskliniken Langenfeld (heute LVR-Klinik) ans Laufen.

Beim Ortsverein der Arbeitswohlfahrt (Awo) wurde sie zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt und stand bis Mai 2009 außerdem zehn Jahre an der Spitze des Fördervereins Stadtmuseum.

Was noch zu tun bleibt in Langenfeld? Diese Frage beantwortet Lüth so: "Wir müssen das Miteinander der verschiedenen Volksgruppen verbessern. Das beginnt im Kindergarten, wo zum Beispiel nur wenige türkische Kinder anzutreffen sind. Das liegt mir am Herzen."

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