Mit Tipps vom Citymanagement will der Einzelhandel über sechs Monate mit Baustellen-Aktionen die Kunden locken.

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Ende März startet der Umbau des öde wirkenden Marktplatzes in einen Platz mit Aufenthaltsqualität.

Ende März startet der Umbau des öde wirkenden Marktplatzes in einen Platz mit Aufenthaltsqualität.

Stefan Fries

Ende März startet der Umbau des öde wirkenden Marktplatzes in einen Platz mit Aufenthaltsqualität.

Langenfeld. Ende März wird er beginnen, der gut zwei Millionen Euro teure Umbau des Marktplatzes. Am 27. September muss der Platz beim verkaufsoffenen Sonntag seine Feuertaufe bestehen. Auch Auswärtige werden dann zum ersten Mal das Spiel der Fontänen, den veredelten Bodenbelag und die großzügigere Terrasse mit zum Wasserspiel gerundeter Freitreppe auf sich wirken lassen. Diese Elemente sieht der Plan des Architekten Siegfried Czock (Düsseldorf) vor.

Stadt will ständig mit Handel und Anwohnern in Kontakt bleiben

"Während der Bauphase lassen sich Beeinträchtigungen für die umliegenden Einzelhandel und Anwohner nicht vermeiden", sagt Hans-Otto Weber. "Um diese auf ein Minimum zu beschränken, ist es uns ganz wichtig, den Kontakt zu intensivieren", so der Chef-Stadtplaner.

Dass es Abstimmungsbedarf gibt macht die Einschätzung von Meral Bora vom Sanitätshaus Vital in der "Schoppengasse" deutlich. "Das Baumaterial wird sicher vor unserer Ladentür gelagert. Wir werden doch sowieso von allem abgekoppelt", sagt die Sprecherin der IG Marktplatz.

Um solche Befürchtungen auszuräumen und den Meinungsaustausch über werbewirksame Aktionen für die Geschäfte an der Baustelle zu suchen, hatte Citymanager Jan Christoph Zimmermann die Händler für heute ins Rathaus eingeladen. Mit Franz-Josef Frank vom Tiefbauamt wollte er die Abläufe erklären. Doch dieses Gespräch musste der erkrankte Zimmermann absagen.

Schaufenster-Bummel soll weiter möglich sein

"Wir werden die Fußläufigkeit im Schufensterbereich so lange wie möglich erhalten", verspricht schon mal Hans-Otto Weber. Die Arbeiten würden mit dem Tiefbau für das kreisrunde Fontänen-Feld beginnen und anschließend abschnittsweise nach außen vorangetrieben. In maximal einer Woche sollte jeweils die neue Pflasterung vor einem Geschäft abgeschlossen sein.

Während des Umbaus des Marktplatzes findet kein Handel auf dem Marktplatz statt. Die dort angesiedelten Stände sollen laut Christian Benzrath vom Ordnungsamt vor Marktkarree und Stadthalle verlegt werden. Die "Schoppengasse" will die Stadt über Stände in der Friedhofstraße an das Marktgeschehen anbinden.

Dass "seine Terrasse" vor dem Eiscafé Florenz während des Ausbaus auf der Nordseite des Platzes nicht komplett gesperrt bleibt, erwartet Guiseppe Catania.

"Es wird sicher Probleme geben, aber die sind zu lösen", meint der Italiener, der seit 1996 mit seinen "Gelati" das Verweilen am Markt versüßt. "Catania kann hin und her wandern, je nach dem, welcher Abschnitt der Marktterrasse gerade nutzbar ist", meint Weber.

Innenausstatter Peter Kuckenberg (65) führt sein Geschäft seit 41 Jahren. Er hat schon viele Baustellen am Marktplatz erlebt: Schoppengasse, Markthalle, Marktkaree. Deshalb macht er sich nichts vor: "Während der Bauzeit müssen wir Einbußen in Kauf nehmen.

Doch wir wollen versuchen, die Kunden trotzdem an den Markt zu locken. Ich denke da an Baustellen-Angebote und Rabatte." Wenn der Platz fertig sei, würden alle profitieren.

Sobald gepflastert wird, will Buchhändler Julius von Bukowski (73) Aktionen in der "Schoppengasse" machen. Er wünscht sich, dass die Stadt während des Umbaus in Parkpalette und Tiefgarage des Marktkarrees auch die zweite Stunde kostenloses Parken ermöglicht.

"Die Kunden wären nicht so unter Zeitdruck." Weil die Stadt sich die erste Stunde Gratis-Parken 2009 voraussichtlich 350.000 Euro kosten lasse, hält Hans-Otto Weber eine Ausweitung dieses Marketing-Instruments für abwegig. "Alles hat seine Grenzen", sagt er.

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