Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Langenfelder Wissenshunger" ist der Hegering, bestehend aus der Düsseldorfer und Mettmanner Jägerschaft, mit einem kleinen Anhänger ausgestopfter Wildtiere und Schautafeln unterwegs.

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Ludwig Franck vom Hegering erklärt Helene (fünf Jahre) und ihrer Mutter, dass man einen Rehbock an seinem Gehörn erkennt und dieser auch in Langenfelder Wäldern zu Hause ist.

Ludwig Franck vom Hegering erklärt Helene (fünf Jahre) und ihrer Mutter, dass man einen Rehbock an seinem Gehörn erkennt und dieser auch in Langenfelder Wäldern zu Hause ist.

Anna Schwartz

Ludwig Franck vom Hegering erklärt Helene (fünf Jahre) und ihrer Mutter, dass man einen Rehbock an seinem Gehörn erkennt und dieser auch in Langenfelder Wäldern zu Hause ist.

Langenfeld. Der Rotfuchs blickt geduldig zu den Kindern. Der Waschbär erstarrt in seiner Tätigkeit und schaut die Leute verwundert an. Der Bussard hält in seinem Flug inne, und statt Mäusen nimmt der Vogel die umstehenden Kinder in Augenschein. Keines der Tiere wird die angefangenen Tätigkeiten zu Ende bringen. Es sind nur ausgestopfte Exponate, die in der Fußgängerzone in die Runde "blicken".

Anschauungsunterricht zur heimischen Tierwelt

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Langenfelder Wissenshunger" ist der Hegering, bestehend aus der Düsseldorfer und Mettmanner Jägerschaft, mit einem kleinen Anhänger ausgestopfter Wildtiere und Schautafeln unterwegs. "Bis 1994 wurde noch mit Arsen und Formaldehyd präpariert", sagt Ludwig Franck (68), gelernter Jäger. "Deswegen haben die Schulen ihre ausgestopften Tiere abgeschafft. Was bei uns ausgestellt wird, ist ungiftig. Die Kinder können alles anfassen." Der Wagen des Hegerings steuert normalerweise im Stadtgebiet die Schulen an, um dort naturnahen Unterricht anzubieten. Mit seiner Aktion "Lernort Natur" steht das Anschauungs-Vehikel diesmal vor der Josefskirche und lädt Erwachsene wie Kinder dazu ein, sich über die Natur vor der Haustür zu informieren.

Hege bedeutet nicht nur Jagd, sondern auch Natur- und Wildschutz. Im befriedeten Gebiet dürfen Jäger nicht schießen, auch wenn die Schweinehorde ganze Gärten umwühlt.

Der Waschbär wurde vor rund 70 Jahren aus Amerika eingeschleppt. Er gefährdet heute den Bestand der bodenbrütenden Vögel.

"Der Wagen war schon bei uns an der Fröbel-Schule", sagt der neunjährige Sven, als er sich von Franck die Jagdgewohnheiten des Bussards erklären lässt. "Ich kannte viele Tiere, aber nicht alle", fügt der Junge hinzu. Etwa hundert Mitglieder zählt der Hegering. Eine seiner Aufgaben ist auch die außerschulische Bildungsarbeit. "Die sieht ein bisschen gefährlich aus", meint der sechsjährige Philipp, als er die präparierte Schlange anfasst. "Es ist keine Kreuzotter", weiß er immerhin, "also ist sie nicht giftig." Wildschweine tauchen auch in Langenfeld vermehrt auf. Dazu meint Franck: "Vor 15 Jahren reichte es, vier bis fünf Schweine pro Jahr zu schießen. Jetzt sind es 40 bis 50. Das Jagen artet schon aus ins Bekämpfen." Probleme mit Jägern kennen die Bürger offenbar nicht. "Ich denke, die werden nur schießen, was nötig ist", sagt beispielsweise Simone Steppler (42) im Vorbeigehen. Franck sieht die Ursache der Wildschweinplage im Überangebot an Nahrung und fehlender Auslese durch Krankheiten. Früher habe die Schweinepest für eine Dezimierung des Bestandes gesorgt, heute werde jede Krankheit zum Problem, weil sie die Massentierhaltung gefährde. Claus Petzel (43), ebenfalls Jäger und Geschäftsführer des Hegerings, kann sich aber Francks Überzeugung von der Unschädlichkeit der Antibiotika-Behandlung für Hausschweine nicht anschließen.

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