Stadt und Deutsche Bahn geben sich gegenseitig die Schuld für die Schließung des Bahnübergangs an der Leichlinger Straße.

Der Bahnübergang an der Leichlinger Straße ist seit dem 6. Februar dicht.
Der Bahnübergang an der Leichlinger Straße ist seit dem 6. Februar dicht.

Der Bahnübergang an der Leichlinger Straße ist seit dem 6. Februar dicht.

Anna Schwartz

Der Bahnübergang an der Leichlinger Straße ist seit dem 6. Februar dicht.

Langenfeld. Der am 6. Februar geschlossene Bahnübergang Leichlinger Straße erhitzt weiter die Gemüter. Schließlich kommen dadurch nun rund 800 Bürger nur noch über Umwege in die Innenstadt.

Doch inzwischen rückt immer mehr die Frage in den Mittelpunkt: Wer hat wann Dinge versäumt, um rechtzeitig für Alternativen zu sorgen? Für die Immigrather CDU ist klar: "Die Schuld liegt weder beim Stadtrat, noch bei der Verwaltung, sondern ausschließlich bei der Deutschen Bahn AG." Entsprechende Vorwürfe werden in einem Flugblatt erhoben. "Die notwendigen Grundstücksgeschäfte konnten auf Grund von Zuständigkeitsproblemen bei der Bahn bisher nicht beseitigt werden", ist da außerdem zu lesen.

"Unsere Immobilienabteilung hat im Jahr 2008 sechsmal vergeblich versucht, notwendige Unterlagen von der Stadt zu bekommen."

Rainer Latsch, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn in NRW

Damit ist der Schuldige gefunden - könnte man denken. Allerdings gibt es ein Antwortschreiben der Deutschen Bahn an die Aktionsgemeinschaft gegen die Schließung des Bahnübergangs. Und da ist die Interpretation doch eine gänzlich andere. "Die in der Presse zitierten Aussagen, dass wir die Stadt bis heute am berühmten langen Arm verhungern lassen’, können wir so nicht nachvollziehen.

Unsere Immobilienabteilung hat alleine im Jahr 2008 sechsmal per Mail sowie mehrfach telefonisch vergeblich versucht, für die Prüfung von Grundstücksverkäufen notwendige Unterlagen von der Stadt zu erhalten", heißt es da unter anderem. Verfasser des Briefes an die Aktionsgemeinschaft ist Reiner Latsch, seines Zeichens Konzernbevollmächtigter NRW der Deutschen Bahn.

"Bürgermeister und CDU-Fraktion ziehen alle Kommunikationsregister, um den Bürgern zu vermitteln: "Wir haben keine Schuld an der Schließung des Bahnübergangs. Die Verantwortung trifft ausschließlich die Bahn", nimmt die SPD ebenfalls die Union und die Verwaltung ins Visier. Kurt Jaegeler, Sozialausschuss-Vorsitzender der Genossen, forderte bereits vor etwa zwei Wochen, "erst einmal den betroffenen Bürgern zu helfen, statt direkt mit Schuldzuweisungen abzulenken von den wichtigen Dingen".

Eine kurzfristige Einrichtung einer erforderlichen Einbahnregelung in der Gladbacher Straße für den Teil zwischen Hardt und Regenrückhaltebecken sowie die sofortige Installation einer Ampelanlage für die Kreuzung im Bereich Gladbacher Straße/Bergische Landstraße wurde da gefordert.

Über eine Ampelanlage wird im Hauptausschuss diskutiert

Hier kommt nun wieder die CDU ins Spiel. Die will nämlich jetzt im Hauptausschuss am kommenden Dienstag beantragen, dass für eine Ampelanlage an besagter Kreuzung 80000Euro zwecks Vorfinanzierung zur Verfügung gestellt werden. Hintergrund ist die Tatsache, dass es sich um eine Landesstraße handelt.

Entsprechend muss der zuständige Landesbetrieb eine solche Anlage installieren - oder auch nicht. "Parallel dazu wird noch mal eine vor Jahren beschlossene Forderung beim Landesbetrieb abgeklopft. Schon damals wurde eine Ampel gefordert, vor allem um den Schulweg für Kinder aus den Neubaugebieten abzusichern", erläutert Bürgermeister Frank Schneider. Er rechnet allerdings damit, dass eine Realisierung ein halbes Jahr dauern wird.

Kurzfristig soll deshalb die Zufahrt von der Bergischen Landstraße in die Gladbacher Straße ermöglicht und die Einbahnstraßenregelung aufgehoben werden - nun ein weiterer Antrag der CDU. Da der eigentlich zuständige Verkehrsausschuss allerdings erst am 22. April tagt, wird das Thema ebenfalls am Dienstag im Hauptausschuss diskutiert.

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