Defizite und Verzögerungen im Bewegungsapparat sind bei Säuglingen keine Seltenheit. Im Zentrum für Frühbehandlung wird ihnen geholfen.

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Leoni Carpone besucht mit ihrer Tochter Magali das Förderzentrum. Bei dem zehn Monate alten Mädchen wurde eine Asymmetrie auf der rechten Körperhälfte festgestellt. In der Therapie macht sie große Fortschritte.

Leoni Carpone besucht mit ihrer Tochter Magali das Förderzentrum. Bei dem zehn Monate alten Mädchen wurde eine Asymmetrie auf der rechten Körperhälfte festgestellt. In der Therapie macht sie große Fortschritte.

Anna Schwartz

Leoni Carpone besucht mit ihrer Tochter Magali das Förderzentrum. Bei dem zehn Monate alten Mädchen wurde eine Asymmetrie auf der rechten Körperhälfte festgestellt. In der Therapie macht sie große Fortschritte.

Langenfeld. In einem Therapieraum des Frühbehandlungszentrums für spastisch gelähmte und andere körperbehinderte Kinder an der Grenzstraße krabbeln Raphael, Marielena und Elisa mit sichtlicher Freude auf den weichen Kunststoffgeräten herum. Es sind die 18 Monate alten Drillinge von Gudrun Bender (Name geändert), die als Frühchen zur Welt kamen.

"Der Kinderarzt stellte sehr schnell motorische Defekte fest. Seit Februar letzten Jahres werden die Drei hier behandelt und haben prächtige Fortschritte gemacht", erzählt die 41-jährige Mutter. "Inzwischen können sich die Kinder sehr gut und koordiniert bewegen. Ihre Behandlungszeit geht zu Ende", sagen die beiden Therapeutinnen Doris Bau und Gisela Delcuvec, die mit den fröhlichen Kleinen ganz gezielte Übungen machen.

Der Förderverein ist auf Spenden angewiesen

Seit Ende der 1960er-Jahre gibt es das Frühbehandlungszentrum, das von Opladen nach Langenfeld umzog. 1969 wurde der Förderverein gegründet, der sich um Neuanschaffungen von Therapiegeräten oder um die Renovierung der Räume durch Spenden bemüht. Erst in den vergangenen beiden Wochen erhielt Vorsitzende Dorette Albermann-Möllenbeck 5.000 Euro vom Betriebsrat der SMS Siemag Düsseldorf und 1.200 Euro von Ingrid Bembennek.

Die Behandlung der Kleinkinder beugt späteren Defiziten vor

"Das Geld wird vor allem zur Renovierung verwendet", berichtet Doris Bau, bedauert jedoch, dass das Therapiebad schon seit Jahren nicht mehr genutzt werden kann. "Es müsste nach 30 Jahren generalüberholt, Fenster und Duschen erneuert werden. Dazu wären gut 50.000 Euro erforderlich, wobei die Sanierung der technischen Einrichtung des Bades noch gar nicht inbegriffen wäre", schildert die Therapeutin. Die Wassergewöhnung der Babys spielte, als es noch genutzt werden konnte, eine große Rolle.

Die vorbeugende Behandlung der Kleinkinder, deren Defizite von den Kinderärzten diagnostiziert werden, hat hohe Bedeutung. "Sie muss so früh wie möglich beginnen, damit eine Behinderung vermieden werden kann. Manche Babys kommen schon ab der sechsten Lebenswoche zu uns", weiß Dagmar Martinek, die dritte Therapeutin des Hauses, die in einem besonderen Baby-Therapieraum arbeitet.

Wenn ein Kinderarzt motorische oder andere körperliche Defizite bei Kleinstkindern erkennt, verschreibt er eine Therapie im Frühbehandlungszentrum, die von der Krankenkasse bezahlt wird. Die Behandlung erstreckt sich bis zum freien Laufen des Kindes. Für behinderte Kinder gibt es keine Altersgrenze. 60 Behandlungen pro Woche werden von drei Therapeutinnen durchgeführt.

Sie beschäftigt sich gerade mit der zehn Monate alten Magali, die wegen einer Asymmetrie auf der rechten Körperseite behandelt wird. "Das Kind hat große Fortschritte dank der Therapie gemacht", erzählt Mutter Leoni Caprino.

60 Kinder, nicht nur aus Langenfeld, sondern auch aus Monheim und Leichlingen, werden wöchentlich von den drei Fachkräften behandelt. "Wir gehen alle auf die 60 zu, aber es macht jeden Tag Freude, mit den Kindern zu arbeiten und die Fortschritte zu erleben, die sie bei uns machen", versichert Therapeutin Gisela Delcuvec.

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