Der Reusrather Lichterzug hat tausende Menschen angezogen – zum Teil von weit her.

Nicht nur die Wagen, auch die Zugteilnehmer leuchteten in bunten Farben.
Nicht nur die Wagen, auch die Zugteilnehmer leuchteten in bunten Farben.

Nicht nur die Wagen, auch die Zugteilnehmer leuchteten in bunten Farben.

Dirk Thomé

Nicht nur die Wagen, auch die Zugteilnehmer leuchteten in bunten Farben.

Langenfeld. Mit viel Alaaf, Helau und Kamelle fand am Sonntagabend zum fünften Mal der Reusrather Lichterzug statt.

Den Anfang macht die Düsseldorfer Samba-Gruppe Ganza AbSurdo, die den Besuchern kräftig mit ihren Rhythmen einheizt. Das gefällt besonders Judith Gröger aus Dortmund und ihrer Freundin Christina Plewa aus Osnabrück. Die beiden sind extra für den Zug angereist. "Die Musik ist einfach mitreißend", schwärmt Judith. Ihre Freundin ist genauso begeistert, so etwas wie diesen Zug habe sie noch nie gesehen, sagt die 21-Jährige.

Anja Hof ist dagegen schon zum dritten Mal dabei. Wie viele andere auch hat sie ihre Kleidung mit unzähligen Leuchten geschmückt. Besonders auffällig ist der Hut, auf dem ein Dom thront. Auch ihre Tochter Larissa ist stolz auf die Verkleidung. "Meine Mama kann ganz toll basteln", findet die Neunjährige. Sie freut sich besonders auf die schönen Lichter und die Süßigkeiten.

Ein Höhepunkt: Der Wagen der Imbacher Karnevalsviren

Und enttäuscht wird sie nicht: Wie ein Platzregen gehen die Bonbons auf die Jecken nieder. Einige füllen mehr als einen Sack damit. Bernd Monzel ist zum ersten Mal dabei, er wollte sich einfach überraschen lassen. Ihm gefällt besonders der Leichlinger Wagen der Imbacher Karnevals-Viren, auf dem ein Mann mit Spritzen im Hinterteil dargestellt ist. Das Motto dazu: "Wir sind alle Jeck, Impfen hat keinen Zweck".

Ute Smonia und Annegret Dussman gehen als "Nicht-Mehrjungfrauen" der Marktplatz-Brunnen-Wunderwelt beim Zug mit. Ihnen gefällt besonders die Atmosphäre. "Selbst die Anwohner machen mit, indem sie ihre Weihnachtsbeleuchtung nochmal rausholen, außerdem gibt es nicht nur Karnevalsmusik, die auf Dauer schon auf die Nerven gehen kann", meinen die beiden Schießfrauen der St. Hubertusschützen Mehlbruch.

Rund 1600 Jecken feierten nach dem Lichterzug im eigens aufgebauten Partyzelt auf dem Reusrather Platz - "da passte keine Maus mehr rein", sagte Andreas Zimmermann vom Rüsrother Carnevals Comitee. Was ihn besonders freute: "Es gab keinerlei Ärger - bei so vielen Menschen nicht immer selbstverständlich."

Das Zelt wurde als viereckiger Schlauch um die Platanengruppe auf dem Reusrather Platz gebaut und bot auf der einen Seite eine Tanzfläche, auf der anderen einen ruhigen Bereich mit Sektbar. Die beleuchtete Platanengruppe mit Innenhofcharakter wurde als Biergarten genutzt. Für die Musik war DJ Markus verantwortlich.

Ein besonders engagierter Anwohner ist Klaus Wingartz. Der 65-Jährige verteilt warme Würstchen und Getränke in seinem Vorgarten. "Die Leute freuen sich, dass sie bei der Kälte mal was Warmes bekommen", erklärt der Reusrather, der bei der Aktion von Freunden und Verwandten tatkräftig unterstützt wird.

Wer zum ersten Mal dabei ist, will wieder kommen

Zu den Frierenden gehört Silja Köttgen. Sie ist in diesem Jahr zum ersten Mal beim Lichterzug dabei und fühlt sich trotz der Kälte wohl. "Ich dachte zwar, die würden mehr mit Fackeln und ähnlichem machen, aber so ist es auch schön", sagt die 19-Jährige. Sie will im nächsten Jahr wiederkommen, sagt die Langenfelderin im Katzenkostüm, "dann aber wärmer angezogen."

Im Anschluss an den Zug wird bei der After-Zug-Party gefeiert, diesmal im beheizten Zelt. Doch wer keine Karten im Vorverkauf bekommen hat, kommt nicht ins Warme. Die 1600 Karten waren schon Tage zuvor vergriffen.

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