Besetzungsproblem: Für Archivarin Ramona Riedrich konnte noch keine Nachfolge gefunden werden.

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Ein Bild fürs Archiv: Archivarin Ramona Riedrich (l.) liest mit Barbara Freytag im Stadtarchiv in historischen Kriminalakten. Seitdem die 28-Jährige gekündigt hat, ist das Stadtarchiv für Bürger nur eingeschränkt zu nutzen.

Ein Bild fürs Archiv: Archivarin Ramona Riedrich (l.) liest mit Barbara Freytag im Stadtarchiv in historischen Kriminalakten. Seitdem die 28-Jährige gekündigt hat, ist das Stadtarchiv für Bürger nur eingeschränkt zu nutzen.

Stefan Fries

Ein Bild fürs Archiv: Archivarin Ramona Riedrich (l.) liest mit Barbara Freytag im Stadtarchiv in historischen Kriminalakten. Seitdem die 28-Jährige gekündigt hat, ist das Stadtarchiv für Bürger nur eingeschränkt zu nutzen.

Langenfeld. "Gibt es im Stadtarchiv Material zur 100-jährigen Geschichte der Johann-Gutenberg-Realschule?" Auf diese Frage gab jetzt Anne Graw-Lipfert, Leiterin des Kulturellen Forums im Freiherr-vom-Stein-Haus, in dem sich auch das Archiv befindet, die verblüffende Antwort: "Wir haben zur Zeit keine Archivarin, deshalb können wir solche Nachfragen nicht beantworten."

Beim Nachhaken stellte sich heraus: Ramona Riedrich (28), die in den vergangenen Jahren als Stadtarchivarin tätig gewesen war, hatte bereits zum 15. März gekündigt, um in eine soziale Berufssparte zu wechseln. Das heißt: Seit mehr als zwei Monaten ist die Stelle nicht mehr besetzt.

An Ausstellungen aus dem Archivbestand ist nicht zu denken

Gerade in der jüngeren Vergangenheit waren aus dem Bestand des Stadtarchivs informative Ausstellungen im Erdgeschoss des Hauses für das Kulturelle Forum zusammengetragen worden. So beleuchtete die Ausstellung "60 Jahre Stadt " im September/Oktober 2008 die Entwicklung Langenfelds seit der Verleihung der Stadtrechte sehr anschaulich in Dokumenten und Bildern.

"Diese Ausstellung haben wir mit einem Team, zu dem auch Ramona Riedrich gehörte, erarbeitet", sagt Graw-Lipfert. An solche Angebote für die geschichtlich interessierten Bürger ist derzeit nicht zu denken. "Mir fehlen anderthalb Stellen", beklagt die Chefin des Kulturellen Forums.

Nach einer Nachfolgerin, die die umfangreiche Archivarbeit übernimmt, wird seit März gesucht. Bislang ergebnislos. "Wir haben auf eine Ausschreibung zwar drei Bewerbungen erhalten, aber es war niemand dabei, der das Anforderungsprofil erfüllte", weiß auch Juliane Kreutzmann, Leiterin des Kulturbüros der Stadt. "Natürlich soll die Stelle wieder besetzt und das Archiv auf keinen Fall geschlossen werden", fügt sie hinzu.

Das im Freiherr-vom-Stein-Haus, Hauptstraße 83, befindliche Stadtarchiv wurde 1972 gegründet. Es war bisher von montags bis donnerstags von 8.30 bis 12 Uhr und 13 bis 16.30 Uhr sowie freitags zwischen 8.30 und 12 Uhr geöffnet.

Durch das derzeitige Fehlen einer Archivarin empfiehlt es sich, unter Telefon 9193960 (Büro von Anne Graw-Lipfert), nachzufragen, ob die Wunsch nach Einsicht von Archivmaterial erfüllt werden kann.

Graw-Lipfert versichert, man habe selbst Archivschulen in Marburg und Potsdam mit der Bitte um Vermittlung angeschrieben. Der Landschaftsverband Rheinland setze sich im Internet mit ein. "Wir hoffen, bis zum 1. September eine neue Archivarin zu finden. Schließlich erfüllt ein städtisches Archiv eine gesetzliche Aufgabe", sagt die Referatsleiterin. Auch die geforderte Überführung des Personenstandsarchivs sei bisher nicht möglich gewesen. Es wird nach wie vor beim Standesamt geführt.

Graw-Lipfert, viele Jahre selbst Stadtarchivarin, hat sich um ein Notprogramm bemüht. Lesley Popiol (25), Studentin aus Düsseldorf, sortiert wöchentlich ein paar Stunden Zeitungsartikel ein, damit die künftige Archivarin nicht Berge von zu ordnendem Material vorfindet. Bezahlt wird die junge Frau aber nicht von der Stadt, sondern vom Museumsverein.

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