Die Idee für eine Kunsthalle erhält neue Nahrung. Das Thema Stiftung ist offenbar vom Tisch.

Die Stadt möchte aus dem unzugänglichen Haus Graven einen lebendigen Ort der Kultur machen.
Die Stadt möchte aus dem unzugänglichen Haus Graven einen lebendigen Ort der Kultur machen.

Die Stadt möchte aus dem unzugänglichen Haus Graven einen lebendigen Ort der Kultur machen.

Archiv Stefan Fries

Die Stadt möchte aus dem unzugänglichen Haus Graven einen lebendigen Ort der Kultur machen.

Langenfeld. Mit seiner Vision von der Wasserburg Haus Graven in Wiescheid als Insel für Gegenwartskunst von Rang hatte Bürgermeister Magnus Staehler(CDU) im Juli 2008 die Öffentlichkeit überrascht. Eine Stiftung sollte den seit mehr als drei Jahren leer stehenden Komplex erwerben.

Doch diesen Plan kann sich der Chef-Kulturstratege der Verwaltung abschminken. An einer Stiftung haben die jetzigen Eigentümer kein Interesse. Sie wollen lieber an die Stadt vermieten.

Für die Kunsthalle schwebt Staehler vor, diese mit Leihgaben aus den Museumsdepots umliegender Großstädte, etwa aus dem Leverkusener Schloss Morsbroich, zu bestücken. "Wir sollten uns das historische Kleinod nicht entgehen lassen", hatte Staehler bei einer Diskussion über die Kulturpolitik gesagt.

Neuer Anziehungspunkt oder ein Millionengrab?

Vor allem an den nicht nicht kalkulierten Kosten für die Stadt war eine heftige Diskussion entbrannt. SPD und BGL sprachen vom "kulturellen Lustschloss des Bürgermeisters", vom "Millionengrab" und "Staehler-Denkmal". Der FDP gefiel dagegen die Idee für einen weiteren Anziehungspunkt.

Jetzt kommt wieder Bewegung in die Sache. Unmittelbar vor den tollen Tagen des Karnevals haben sich Magnus Staehler, Kulturbüro-Leiterin Juliane Kreutzmann und ein Denkmalschützer des Landschaftsverbands Rheinland von Hans-Gerd Krippner Haus Graven zeigen lassen.

Der Essener Steuerberater ist Nachlassverwalter des inzwischen gestorbenen Eigentümers. Nach dem Besichtigung steht für Krippen fest: "Das Thema Stiftung ist vom Tisch. Auch der Verkauf des Denkmals ist nicht mehr vorrangiges Ziel.

Wenn die Stadt Haus Graven kulturell nutzen will, würden wir die Wasserburg an sie - und nur an sie - vermieten", sagte Krippner. Er hat beim Mietpreis eine konkrete Vorstellung: "Die Stadt übernimmt die Unterhaltung des Gebäudes, baut den für Veranstaltungen noch fehlenden Parkplatz und saniert die Wege."

Juliane Kreutzmann zeigt sich nach der Führung beeindruckt: "Für Ausstellungen und Konzerte scheint Haus Graven bestens geeignet zu sein. Von außen sieht man die großen, hellen Räume mit Fenstern zum Hof ja nicht."

1994 wurde die Burg restauriert und auch während des Leerstands weiter beheizt. "Da könnte morgen jemand einziehen", betont Krippner den guten baulichen Zustand.

Das Miet-Angebot überrascht Kreutzmann. Für sie ist weiter denkbar, dass sich die Eigentümer in einer Stiftung nach dem Vorbild "Schloss und Park Benrath" einbringen. Bis das Nutzungskonzept stehe, könne es noch Jahre dauern. "Wir wollen dort einen lebendigen Ort für die Bildende Kunst schaffen", sagt Kreutzmann.

So könnten dort Künstlerwohnungen und Ateliers entstehen. Auch an den Kunstwerken mit Magnetwirkung für den Ausstellungsraum fehlt es noch. Langenfeld hat für Leihgaben sogar bei der Staatskanzlei NRW angeklopft. Kreutzmann: "Wir wollen in Erfahrung bringen, ob es Sammlungen gibt, die untergebracht werden müssen."

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