Der 25-Jährige setzt sich überraschend klar gegen seine Kontrahentin Birgit Mazocha (51) durch.

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Birgit Mazocha (51) und Sascha Steinfels (25) bei der Stimmabgabe für die Bürgermeisterkandidatur-Entscheidung bei der Langenfelder SPD. Nach dem Auszählen hatte Steinfels mit 56zu 37 Stimmen die Nase vorn.

Birgit Mazocha (51) und Sascha Steinfels (25) bei der Stimmabgabe für die Bürgermeisterkandidatur-Entscheidung bei der Langenfelder SPD. Nach dem Auszählen hatte Steinfels mit 56zu 37 Stimmen die Nase vorn.

Stefan Fries

Birgit Mazocha (51) und Sascha Steinfels (25) bei der Stimmabgabe für die Bürgermeisterkandidatur-Entscheidung bei der Langenfelder SPD. Nach dem Auszählen hatte Steinfels mit 56zu 37 Stimmen die Nase vorn.

Langenfeld. Im dritten Anlauf hat es Sascha Steinfels geschafft: Der 25 Jahre alte angehende Fachwirt für den Bahnbetrieb bewirbt sich bei der Wahl am 7. Juni für die SPD um das Bürgermeisteramt. Nachdem dem Wunsch-Kandidaten des Parteivorstands noch im Oktober mangels Verwaltungserfahrung der Wind aus den eigenen Reihen kräftig ins Gesicht geblasen hatte, erhielt er jetzt überraschend große Zustimmung. Im Heim des Schützenvereins Langenfeld stimmten 56 der 95 anwesenden Genossen für Steinfels. Für Mitbewerberin Birgit Mazocha (51) sprachen sich bei zwei ungültigen Stimmen 37 Mitglieder aus.

60 Prozent Zustimmung - Das überrascht selbst den Gewählten

Der lang anhaltende Beifall drückte Anerkennung für einen jungen Mann aus, dem es offenbar gelungen ist, auch viele der Älteren in seiner Partei zu überzeugen hatte. 60 Prozent Zustimmung für den jüngsten Kandidaten, der sich jemals in Langenfeld bei einer Partei um den Posten des Bürgermeisters beworben hat, sind keine Selbstverständlichkeit. Der frisch gekürte Spitzenkandidat zeigte sich selbst überrascht: "Mit so einem klaren Ergebnis hatte ich nicht gerechnet. Das ist für mich ein Ansporn. Ich sehe in meiner Wahl auch einen Vertrauensbeweis vieler älterer Mitglieder, die ich bei meiner Vorstellung bei der Senioren-AG um Unterstützung gebeten habe." Seit zehn Jahren politisch aktiv, wolle er die Hand auch denen reichen, "die mich heute nicht gewählt haben."

SPD-Kreisgeschäftsführer Peter Zwilling zeigte sich von Steinfels Vorstellung beeindruckt: "Sein Auftritt war sehr in Ordnung. Ich hatte mit einem knappen Ergebnis gerechnet."

Für die Langenfelder SPD war es der dritte Versuch, um einen Bürgermeister-Kandidaten zu küren. Fraktionsvorsitzender Gerd-Peter Heinrichs (51) hatte seine Bewerbung zurückgezogen, als der Vorstand Sascha Steinfels empfahl. Birgit Mazocha, Sozialpädagogin und Vorsitzende der Langenfelder Awo, war Anfang Dezember als Gegenkandidatin aufs Schild gehoben worden.

Mazochas Abschneiden ist ein Beleg dafür, dass auch ihr soziales Engagement honoriert wird. Noch mehr Eindruck machte aber die knappe Vorstellung in freier Rede von Sascha Steinfels. "Die SPD ist meine politische Heimat, Politik ist mein Leben", das verfing. Die SPD brauche eine politische Renovierung. "Die Grabenkämpfe müssen vorbei sein", sagte Steinfels. Viele junge Leute seien bereit, dazu beizutragen, geschlossen gegen die CDU anzutreten. In den Mittelpunkt des Wahlkampfes will der SPD- Kandidat die Bildungspolitik stellen und mit dem Einsatz für Berghausens Nahversorgung und eine längere Fußgängerzone punkten.

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