Über Nacht wurde das Restaurant an der Annastraße verunziert. Pikant: Es soll bald einem Neubau weichen.

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Rings um das Haus erstrecken sich die Schmierereien.

Rings um das Haus erstrecken sich die Schmierereien.

Anna Schwartz

Rings um das Haus erstrecken sich die Schmierereien.

Langenfeld. "Gestern war hier noch alles in Ordnung. Doch als ich eben mit einem Hund am Lokal vorbeiging, war ich entsetzt." Monika L. (Name von der Redaktion geändert) ist schockiert. War die Hausfassade des griechischen Restaurants "Akropolis" am Dienstag noch weiß, ist das Gebäude jetzt rundum verschmiert. Doch es ist kein herkömmliches Graffiti, es will weder Kunst sein, noch beweist es Fingerfertigkeit oder ähnelt den bekannten Revier-Markierungen.

"I love you", ist mit schwarzer Farbe aufgetragen worden, darunter prangt ein pinkfarbenes Herz. Der Rest sind wilde Schmierereien, wellenförmig setzen sie sich auch auf den Fensterscheiben fort.

Der Pächter des Lokals - er ist seit drei Jahren am Standort - ist schockiert und will sich lieber nicht äußern. "Wir haben versucht, wenigstens die Fenster zu säubern, aber die Fassade, die muss wohl gestrichen werden", sagt ein Freund, der ebenfalls nicht genannt werden möchte. Er fragt sich: "Wer macht so etwas?" Eine Anzeige wolle man auf jeden Fall erstatten und den Schaden der Versicherung melden.

Der Nachfolger des "Siedlerkrug" ist auch Treffpunkt für die Nachbarn

Um das griechische Lokal, das vor gut einem Jahrzehnt an der Ecke Augustastraße/Annastraße eröffnet wurde, ranken sich seit einigen Wochen Gerüchte. Früher war dort der gut bürgerliche "Siedlerkrug" ansässig, daher treffen sich die Anwohner der Nachbarschaft auch heute noch gerne dort nach Feierabend.

Seit bekannt wurde, dass das griechische Lokal schließen werde und dort Wohnbebauung entstehen soll, hatte es Irritationen gegeben. An Eingangstür und Fenstern hatten Plakate geklebt, dass der Betrieb vorerst weitergeführt werde. Gleichzeitig wurde bekannt, dass an Stelle des Restaurants zwei Doppelhaushälften entstehen sollen.

Immobilienmakler Guido Boes, der auch in Richrath baut, bestätigt das Vorhaben. "Wir sind aber noch nicht Eigentümer des Grundstücks", sagt er. "Erst wenn das Gebäude geräumt ist, kann die Besitzerin es uns übergeben." Es sei geplant, dass im Laufe des nächsten Jahres mit dem Neubau begonnen werde. Einzelheiten zu dem Projekt sind schon lange im Internet zu finden. Einige Anwohner der Augustastraße hatten die Informationen ausgedruckt und in der Nachbarschaft gezeigt.

"Die Schmierereien sind mir neu", sagte Boes am Mittwoch. In Richrath war das Lokal derweil schon Gesprächsthema. Viele kamen zum Schauplatz und schüttelten nur ungläubig den Kopf: "Wer macht sowas nur?"

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