Die Schulpflegschaft der von Schließung bedrohten Schule Eltern und Kinder, auch des Kindergartens am Zehntenweg, eingeladen, um über Wege zur Rettung zu sprechen. Die Martinus-Grundschule könnte doch noch gerettet werden – durch einen Sonderantrag oder durch Ummeldungen.

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Alleine auf dem Pausenhof: Noch fehlen der Martinus-Grundschule Anmeldungen, um den Fortbestand zu sichern.

Alleine auf dem Pausenhof: Noch fehlen der Martinus-Grundschule Anmeldungen, um den Fortbestand zu sichern.

Anna Schwartz

Alleine auf dem Pausenhof: Noch fehlen der Martinus-Grundschule Anmeldungen, um den Fortbestand zu sichern.

Langenfeld. In knapp einem Monat, am 9. Februar, hat der Schulausschuss eine Entscheidung zu treffen, die er sich gern ersparen möchte. Er ließ sich in seiner Sitzung am 8. Dezember vor allem dank leidenschaftlicher Appelle von rund 100 Eltern der katholischen Martinusschule davon überzeugen, einen zwei Monate währenden Aufschub zu gewähren, bevor endgültig über die Zukunft der Schule entschieden wird.

17 Anmeldungen lagen für das kommende Schuljahr vor. Mindestens 18, besser 20 bis 22, sind jedoch erforderlich, um die Selbstständigkeit der Schule zu bewahren. Andernfalls wird sie zur Filiale der Brüder-Grimm-Schule an der Jahnstraße.

Nun hatte die Schulpflegschaft der von Schließung bedrohten Schule Eltern und Kinder, auch des Kindergartens am Zehntenweg, eingeladen, um über Wege zur Rettung zu sprechen.

Die Resonanz war riesig. Über 90 Kinder kamen mit ihren Eltern oder zumindest einem Elternteil. Es wurden ungezählte Einzelgespräche vom Kollegium mit Schulleiterin Rita Leonhardt und der Schulpflegschaft mit Monika Fontaine an der Spitze geführt.

Noch gibt es keine Antwort von der Bezirksregierung

Dabei kam zur Sprache, dass die Schulkonferenz einen Antrag an die Bezirksregierung auf eine Sondergenehmigung gestellt hat, ausnahmsweise auch eine geringere als die gesetzliche Mindestzahl zur Bildung einer Klasse eins zu gestatten.

An der Martinusschule werden im laufenden Schuljahr 117 Kinder in fünf Klassen unterrichtet. Bis auf die Klasse vier sind alle anderen Klassen einzügig. Für 2010/11 sagte der Schulentwicklungsplan nur 16Anmeldungen voraus. 17 sind es bisher, zum Erhalt der Schule fehlen noch einige.

Für die beiden nachfolgenden Schuljahre werden 34und 30 i-Dötzchen prognostiziert. Das heißt, 2011/12 müssten sogar zwei erste Klassen gebildet werden.

"Wir haben diesen Antrag über das Schulamt der Stadt an die Bezirksregierung gerichtet, jedoch noch keine Antwort bekommen. Schließlich muss unsere Schule doch nur ein Jahr überbrücken, weil es danach wieder genügend Anmeldungen geben wird", sagte Monika Fontaine.

Zwei Familien haben Interesse an einer Ummeldung ihrer Kinder

Deren Pflegschaft hat in den vergangenen Wochen nichts unterlassen, um weitere Anmeldungen zu erreichen. Auf dem Richrather Weihnachtsmarkt wurde geworben, Hans-Dieter Clauser als Mitglied des Landtags und Schulausschussvorsitzende Michaela Detlefs-Döge (CDU) haben sich für kommenden Montag in der Martinusschule angesagt.

In den Gesprächen am Freitag zeichnete sich ein Silberstreif am Horizont ab. Ein Vater zeigte sich bereit, sein in der Brüder-Grimm-Schule angemeldetes Kind nach Rücksprache mit seiner Frau umzumelden. Ähnlich äußerte sich auch eine andere junge Familie.

"Das wäre ja gut, wenn sich die Anmeldezahl erhöhen würde. Dann könnten wir unseren fertigen Antrag an die Bezirksregierung in der Schublade lassen", meinte Schulamtsleiterin Ute Piegeler.

Und noch eine große Hoffnung hat Monika Fontaine: Eine Abordnung der Schule war gestern Abend zum Neujahrsempfang der Landesregierung in Bonn eingeladen. "Dort werde ich versuchen, Schulministerin Sommer unser Anliegen eindringlich vorzutragen."

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