Hundertschaft und Reiterstaffel waren auf Gut Langfort zu Gast.

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Großeinsatz in Langenfeld simuliert: Die Landesreiterstaffel Rheinland übte gestern auf Gut Langfort.

Großeinsatz in Langenfeld simuliert: Die Landesreiterstaffel Rheinland übte gestern auf Gut Langfort.

Anna Schwartz

Großeinsatz in Langenfeld simuliert: Die Landesreiterstaffel Rheinland übte gestern auf Gut Langfort.

Langenfeld. Laute Gesänge schallen durch die Halle. Schreie sind zu hören. Und plötzlich fliegen Dutzende Flaschen. Spätestens jetzt ist es Zeit, einzugreifen. Binnen Sekunden sind die rund 50Demonstranten von einer Hundertschaft Polizisten und 20Reitern umzingelt.

Es sind Szenen, wie man sie dieser Tage aus dem Fernsehen kennt. Von Stuttgart 21, dem Castor-Transport oder auch der Demo von Rechtsradikalen in Velbert. Doch dieses Mal gibt es keine Verletzten, dieses Mal ist alles gestellt.

Budapester Kollegen sind zum Erfahrungsaustausch eingeladen

Die fünfte Hundertschaft Düsseldorf und die Landesreiterstaffel Rheinland sind auf Gut Langfort zu Gast, um den Ernstfall zu proben. Dafür haben sich 50 Kollegen einen Vormittag als Demonstranten und Fußballfans verkleidet und mehrere Abläufe simuliert - von der gewöhnlichen Demonstration bis hin zum Angriff.

Mit großen Augen am Rand steht Istrau Matrakan, Leiter der Hunde- und Reiterstaffel der Budapester Polizei, der gemeinsam mit zwei Kollegen an einem internationalen Austausch teilnimmt und gerade in Nordrhein-Westfalen zu Gast ist. Am vergangenen Wochenende durfte sich die ungarische Delegation bereits die Einsätze bei den Fußballspielen in Düsseldorf und Köln aus nächster Nähe ansehen. Heute ging es zunächst nach Neuss, wo eine Vermisstensuche simuliert wurde, dann hierher nach Langenfeld zur Einsatzübung.

Mehrmals laufen die Polizisten in die Halle und "kümmern" sich um die Demonstranten, die sich jedes Mal anders verhalten. Teilweise werden sie einfach von der Hundertschaft zurückgedrängt, teilweise hart angegangen, von den Reitern eingekesselt und mitgenommen.

Trotzdem lachen die meisten Statisten dabei. "Natürlich ist das kein blutiger Ernst, aber auch keine Show", erklärt Rüdiger Wollgramm vom Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste, dem es wichtig ist, den Kollegen zu vermitteln, dass man mit Kommunikation mehr erreichen kann als mit dem Knüppel. Wegen der Einsätze in Stuttgart und dem Wendland hat der Ruf der Polizei gelitten.

Zwar will Wollgramm diese Einsätze nicht kommentieren, "weil ich mir das aus der Ferne nicht anmaße", für ihn steht aber fest: "Wer Dinge erläutert, kann Gewalt minimieren."

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