Geschäftsführer Michael Esser geht von Profibande aus.

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Die Masche der kriminellen Profis: Gezielt die Scheibe einschlagen und schnell von hinten die Motorhaube öffnen, um die Batterie abzuklemmen.

Die Masche der kriminellen Profis: Gezielt die Scheibe einschlagen und schnell von hinten die Motorhaube öffnen, um die Batterie abzuklemmen.

Polizei

Die Masche der kriminellen Profis: Gezielt die Scheibe einschlagen und schnell von hinten die Motorhaube öffnen, um die Batterie abzuklemmen.

Langenfeld. Michael Esser ist am Dienstagnachmittag noch fast sprachlos. "So etwas habe ich in 30 Berufsjahren nicht erlebt", sagt der Geschäftsführer von Opel+Chevrolet Gierten an der Schneiderstraße im WZ-Gespräch.

Und er schaut auf nicht weniger als 39 aufgebrochene Autos bei insgesamt 80 Fahrzeugen auf dem Gelände. Irgendwann zwischen Montagabend und Dienstagmorgen hatten Unbekannte zugeschlagen.

"Die müssen zu mehreren gewesen sein, um überhaupt diese Stückzahl aus den Autos auszubauen"

Michael Essser, Autohaus Gierten

"Das sind absolute Profis gewesen", urteilt der Fachmann. Was ihn da so sicher macht: Die Fahrer- und Beifahrerairbags waren gezielt aus den betroffenen Pkw ausgebaut worden. "Und das macht man nicht mal eben so. Dafür braucht ein entsprechend ausgebildeter Kfz-Mechaniker 30 bis 45 Minuten. Die müssen zu mehreren gewesen sein, um überhaupt diese Stückzahl aus den Autos auszubauen."

Esser ist sich sicher, dass es sich um eine Auftragsarbeit gehandelt hat. Eine solch gezielte Aktion sei kein Zufall. Schließlich koste ein Airbag gut 1.000 Euro. "Und es sind durch die Bank lauter Modelle aufgebrochen worden, die gut laufen. Vectra, Zafira, Astra und Corsa", zählt der Geschäftsführer auf.

Wahrscheinlich würden die Airbags in Unfallwagen eingebaut, deren Airbags selbst beim Zusammenstoß aktiviert worden seien. "Solche Unfallautos werden in vielen Fällen dann nach Osteuropa verkauft", schätzt Esser.

Die Masche war beim Langenfelder Autohaus bei allen 39 betroffenen Wagen immer gleich: Es wurde gezielt eine Scheibe auf der Fahrerseite eingeschlagen, um schnell von innen die Motorhaube zu öffnen. Dann haben die Gauner die Batterie abgeklemmt, damit der Airbag beim Ausbau nicht aktiviert wird.

Schaden wird auf 150.000 Euro geschätzt

Der Schaden wird auf etwa 150.000 Euro geschätzt. Bisher fehlt von den Tätern jede Spur. Sie hatten einen Maschendrahtzaun durchtrennt, um auf das Gelände zu gelangen. Die Polizei geht davon aus, dass ein Fahrzeug mit größerer Ladefläche für den Abtransport benutzt wurde. Hinweise nimmt die Wache unter Telefon 2886510 entgegen.

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