Aus Hertie könnte bald schon „Sass am Markt“ werden. So lautet der Arbeitstitel für das Einkaufszentrum, in dem drei bis vier große Filialisten einziehen sollen.

Die Fassade, die jetzt noch an das traurige Ende der Kaufhaus-Ära erinnert, soll in den nächsten Monaten komplett umgestaltet werden.
Die Fassade, die jetzt noch an das traurige Ende der Kaufhaus-Ära erinnert, soll in den nächsten Monaten komplett umgestaltet werden.

Die Fassade, die jetzt noch an das traurige Ende der Kaufhaus-Ära erinnert, soll in den nächsten Monaten komplett umgestaltet werden.

Dirk Thomé

Die Fassade, die jetzt noch an das traurige Ende der Kaufhaus-Ära erinnert, soll in den nächsten Monaten komplett umgestaltet werden.

Langenfeld. Die Weichen für die Hertie-Immobilie sind gestellt, die Verhandlungen mit potenziellen Mietern laufen auf Hochtouren. "Nächste Woche werden wir den Bauantrag einreichen", kündigt Rainer Molitor an, der Bevollmächtigte des Gebäudeeigentümers. Er hat einen straffen Zeitplan: "Wir sind wild entschlossen, im Oktober 2010 zu eröffnen."

Bis dahin soll der in die Jahre gekommene Kaufhaus-Bau so umgebaut werden, dass er Platz für drei bis vier große Einzelhandelsfilialisten und einige kleinere Einheiten bietet.

Das Ganze soll nicht nach dem Mall-Prinzip angelegt sein, sondern jedes Geschäft soll von der Solinger Straße aus zugänglich sein - auch die kleineren. Der Fassade soll ein modernes Erscheinungsbild verpasst werden, auch der Grundriss wird sich geringfügig vergrößern, da im Erdgeschoss ein paar Quadratmeter hinzu kommen sollen.

Das Parkdeck wird um eine weitere Ebene aufgestockt. "Wir verdoppeln die Kapazitäten auf etwa 220 Stellplätze", erklärt Molitor. Dazu muss zunächst das Stelzengeschoss weichen, in dem bisher die Verwaltungs- und Sozialräume des Kaufhauses untergebracht waren.

Ein Textil-Filialist, ein Sportartikler und ein Technik-Markt

Namen der künftigen Mieter sind weder von der Seite des Eigentümers, noch aus dem Rathaus zu erfahren. Zu empfindlich seien die Verhandlungen, gerade so kurz vor Vertragsabschluss. "Es handelt sich um Filialbetriebe, die noch nicht in Langenfeld ansässig sind", deutet Molitor bloß an.

"Sass am Markt" ist nur ein Arbeitstitel und spielt auf den Namen des Eigentümers an: Rolf Sass. Rainer Molitor würde der Name gefallen: "Er würde die Verbundenheit von Sass mit dem Standort zeigen." Sass hält die Immobilie seit nun 40 Jahren.

Der Eigentümer Sass lebt in den USA, für die Generalplanung ist sein Bevollmächtigter Rainer Molitor mit seinem Unternehmen zuständig. Die Vermietung übernimmt die Firma SQM in Münster, die sich auf große Einzelhandelsobjekte spezialisiert hat.

Nach WZ-Informationen soll es sich bei den Hauptmietern um einen Textil-Filialisten handeln. Ein H&M ist nicht unwahrscheinlich: die Langenfelder wünschen sich schon länger eine Filiale der schwedischen Trend-Marke. "Und Langenfeld ist ein begehrter Standort in der Expansionsabteilung dieser Firma", weiß Hans-Otto Weber, Leiter der Stadtplanung. Zusätzlich sollen ein Sportartikel-Händler und ein Technik-Markt konkretes Interesse an der Ansiedlung haben.

Sicher ist allerdings, wer nicht einziehen wird: ein Lebensmittelmarkt. Der Grund dafür ist ein eher technischer: Im Tiefgeschoss wollen sich die Lebensmittler ungern niederlassen - und im Erdgeschoss ist die Statik des Gebäudes nicht für die tonnenschweren Regale ausgelegt.

Im Rathaus ist man froh über die Entwicklung. "Das Einzelhandelsgutachten deutet darauf hin, dass Langenfeld noch weiteres Potenzial hat", ist Weber optimistisch. Mit dem "Sass am Markt" könne Langenfeld die "kritische Masse" erreichen, um regional als Einkaufsstadt wahrgenommen zu werden. "Besonders H&M wäre ein toller Magnet."

Den Kritikern, die dem Kaufhaus nachtrauern und nun einen Verdrängungswettbewerb fürchten, entgegnet Weber, dass sich auch am Marktkarree der Branchenmix immer weiter verbessert habe.

Erst kam C&A, dann ein Thalia. Ähnliches erwartet er auch am Standort gegenüber. Außerdem: "Ein Kaufhaus werden wir nie wieder kriegen. Die Leute, die jetzt mit neuen Ideen an das alte Gebäude gehen, wissen, was man am Markt betreiben kann - und was nicht."

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