Die Polizei verbuchte in 2008 für beide Städte deutlich weniger Straftaten bei gewachsenem Ermittlungserfolg.

Langenfeld/ Monheim. Polizei, Stadt und Bürger können aufatmen: Langenfeld ist den Makel wieder los, bezogen auf die Einwohnerzahl kriminelle Hochburg der zehn Städte des Kreises Mettmann zu sein.

Die Zahl der Straftaten ist 2008 um 805 Delikte oder 16,1Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig konnte die Aufklärungsquote um 3,9 Punkte auf 42,6 Prozent gesteigert werden. Das Pflaster ist wieder sicherer geworden.

Gleiches gilt nach der erst am Freitag vorgestellten Kriminalitätsstatistik für Monheim. Dort waren mit 3079 Straftaten 111 Delikte weniger als 2007 zu verzeichnen. In mehr als der Hälfte der Fälle (52,5 Prozent) konnten in der Rheinstadt die Täter ermittelt werden. Das ist nach Wülfrath (55,6) und Velbert (54,1) kreisweit das drittbeste Ergebnis.

14 Kriminalbeamte ermitteln von der Langenfelder Wache aus

"Und das, obwohl dort das Kriminalkommissariat mit der Umstrukturierung der Kreispolizei im September 2007 aufgelöst wurde", sagt Henning Rajewski, Leiter der 14 in Langenfeld verbliebenen Ermittler.

Eine eindeutige Erklärung für den massiven Rückgang der Kriminalität hat der Hauptkommissar nicht. Rajewski: "Ursache könnte sein, dass wir durch die nach der Neuorganisation zur Verfügung stehende mobile Einsatzgruppe punktuell mehr Präsenz zeigen können. Es kann aber auch sein, dass Täter weitergezogen sind."

Die Kriminalitätshäufigkeitsziffer ist ein Vergleichsmaßstab, bei dem die Zahl der Taten jeweils auf 100.000 Einwohner bezogen wird. Langenfeld und Monheim liegen mit 7.102 (Vorjahr: 8.482) beziehungsweise 7.102 (7.319) gleich auf. Die Gefahr, Straftatsopfer zu werden, war 2008 kreisweit in Hilden (7.679) am höchsten.

In Langenfeld wurden 102 (-45) und in Monheim 99 (-33) Gewalttaten verübt. In 34 beziehungsweise 19 Fällen handelte es sich um Raubdelikte. Auch die Zahl der Körperverletzungen sinkt. Für Langenfeld wurden 64 (-44) und für die Rheingemeinde 75 (-40) angezeigt. Hier lag die Aufklärungsrate bei 79,7 bzw. 85,3 Prozent.

Sicher ist sich der Kripo-Mann darin, dass die jetzt zentral von Mettmann aus geführten Ermittlungen bei Wohnungseinbrüchen ein Erfolgsmodell sind. "Die haben viel bessere technische Möglichkeiten als wir in der Außenstelle. Durch den ständigen Kontakt werden auch identische Tatmuster in mehreren Städten schneller erkannt", sagt Rajewski. Deshalb habe ein Serientäter, der auch in Neuss aktiv war, dingfest gemacht werden können.

Wohnungseinbruch: Deutlich verbesserte Aufklärungsquote

Gerade bei dem von Bürgern so gefürchteten Eindringen in die Privatsphäre hatte Rajewskis Truppe - wie er selbst bekennt - zuletzt ein "grottenschlechtes Resultat" hingelegt. Nur vier von 224Einbrüchen konnten 2007 für Langenfeld geklärt werden.

2008 führten die Ermittlungen der Kollegen aus der Kreisstadt in 14,5 Prozent der 131 angezeigten Einbrüche zum Täter. In Monheim kam man in 13,8 Prozent der 94 Fälle (Vorjahr: 117) den Langfingern auf die Schliche.

"Während Langenfeld viele Einflugschneisen für Auswärtige bietet, haben wir es in Monheim eher mit lokalen Tätern zu tun", meint Hubert Ibisch, der als Wachleiter beide Städte kennt. Die Aufklärungsrate sei in Monheim schon seit rund zehn Jahren stetig besser als in Langenfeld.

Opfer durch Mord und Totschlag waren erneut nicht zu beklagen. Die Zahl der Gewaltdelikte nahm jeweils ab (siehe Kasten).

Schlägerei, kleinerer Raub - aber weniger die Handy-Abzocke-, Ladendiebstahl und zunehmend Beleidigung im Internet, das sind die Taten von Jugendlichen unter 21 Jahren. Diese waren jeweils für rund 28 Prozent der Delikte verantwortlich.

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