Nach nur 17 Anmeldungen für die Einschulung an der katholischen Schule Richraths wird deren Auflösung erwogen.

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Der katholische Martinus-Grundschule am Zehntenweg zieht zu wenige Schulneulinge an. Die Stadt schlägt vor, die Traditionsschule aufzugeben, und das Gebäude befristet der Brüder-Grimm-Schule zur Verfügung zu stellen.

Der katholische Martinus-Grundschule am Zehntenweg zieht zu wenige Schulneulinge an. Die Stadt schlägt vor, die Traditionsschule aufzugeben, und das Gebäude befristet der Brüder-Grimm-Schule zur Verfügung zu stellen.

Anna Schwartz

Der katholische Martinus-Grundschule am Zehntenweg zieht zu wenige Schulneulinge an. Die Stadt schlägt vor, die Traditionsschule aufzugeben, und das Gebäude befristet der Brüder-Grimm-Schule zur Verfügung zu stellen.

Langenfeld. Der katholischen Martinus-Grundschule in Richrath bleiben die Schüler weg. Gerade einmal 16 Kinder wurden bis zum 3. November am Zehntenweg für die Einschulung 2010 angemeldet. Auch wenn inzwischen das Werben der Schule eine weitere Anmeldung eingebracht hat, wird die in NRW geltende Mindestzahl von 18 i-Dötzchen zur Bildung einer Eingangsklasse um ein Kind verfehlt.

Heute berät der Schulausschuss über die Zukunft der Schule

Der Schulausschuss muss sich heute (18Uhr, Rathaus) mit der Zukunft der Bekenntnisschule befassen. Die Stadt schlägt vor, die Martinus-Schule zum 1. August 2010 aufzulösen. Mit der auf drei Züge erweiterten Brüder-Grimm-Schule, die angesichts von 59 Anmeldungen das Gebäude am Zehntenweg mit nutzen soll, würde die seit Mitte der 1950er-Jahre bestehende Grundschule in Richraths Mitte vorerst weitergeführt. Christopherus- und Paulus-Schule würden wohnungsnahe Alternativen für den Wunsch nach katholischen Schulen darstellen.

"Diesem Modell würde die Bezirksregierung nach dem Beschluss des Rates am 22. Dezember befristet auf drei Schuljahre zustimmen", sagt Ute Piegeler, Referatsleiterin Schule und Sport im Rathaus.

Würde kein Auflösungsbeschluss gefasst, könnten die 17 Schulneulinge nicht am Zehntenweg mit Grimm-Schülern von der Jahnstraße eingeschult werden, sondern müssten verteilt werden. Piegeler: "Die Rest-Martinus-Schule würde in zwei Jahren mit der Schließung konfrontiert und parallel würde sich die Versorgung mit sieben Lehrern weiter verschlechtern."

Es erscheint paradox, aber erst im Oktober 2007 wurde am Zehntenweg der knapp 700000Euro Erweiterungsbau für den Offenen Ganztag von der Stadt eingeweiht. "Damals hatte die Martinus-Schule noch 214Schüler und die Grimm Schule 171. Heute gehen 117Schüler am Zehntenweg und 187 Schüler an der Jahnstraße zum Unterricht. Diese Verschiebung der Gewichte war nicht absehbar", meint Ute Piegeler.

Trotz der Neubaugebiete an der Annastraße und im Seekarree am Heinenbusch prognostiziert die Schulverwaltung in den nächsten Jahren nur knapp 80Kinder in Richrath-Mitte für die Einschulung. "Das sind zu viele für eine Grundschule und zu wenige für zwei", sagt Piegeler.

Für Alexandra Rücker (39), deren Töchter Annika (7) und Saskia (9) die Martinus-Schule besuchen, ist der Schuldige für den verschlechterten der Ruf der Schule schnell gefunden: "Deren Vorzüge sind durch den gerade erkrankt ausgeschiedenen Schulleiter Lothar Schaub so gut wie gar nicht beworben worden. Erst seitdem Rita Leonhardt vor eineinhalb Jahren die Schulleitung übernommen hat, werden wir wieder wahrgenommen."

Richrath ohne Martinus-Schule ist für viele kaum vorstellbar

Das urkatholische Richrath ohne Martinus-Schule kann sich Rücker nicht vorstellen. Weil auch Sohn Bastian(3) am Zehntenweg zur Schule gehen soll, organisiert sie mit Monika Fontaine (44), Vorsitzende der Schulpflegschaft, den Protest.

"Ute Piegeler und Fachbereichsleiter Ulrich Moenen haben uns und die Eltern der Schulneulinge am vergangenen Donnerstag über die drohende Auflösung informiert. Danach haben wir alle Eltern zum Schulausschuss eingeladen", sagt Fontaine. Bei Schulleiterin Leonhardt stand am Wochenende das Telefon nicht still.

Erklären konnte sie den Eltern aber auch nicht, warum beim erstmaligen Unterschreiten der Mindestanmeldezahl gleich das Aus kommen soll. "Uns sollte man noch etwas Zeit geben, um zu reagieren. Ein paar Anmeldungen mehr sind sicher noch drin", meint Leonhardt.

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