In der Gießerei Schmees entstehen vier Vasen des Bildhauers Horst Gläsker. Sie stellen die Elemente Luft, Erde, Wasser und Feuer dar.

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Bildhauer Horst Gläsker begutachtet eine seiner vier Vasen, die in der Gießerei Schmees entstanden sind. Jede wiegt 950 Kilogramm.

Bildhauer Horst Gläsker begutachtet eine seiner vier Vasen, die in der Gießerei Schmees entstanden sind. Jede wiegt 950 Kilogramm.

Anna Schwartz

Bildhauer Horst Gläsker begutachtet eine seiner vier Vasen, die in der Gießerei Schmees entstanden sind. Jede wiegt 950 Kilogramm.

Langenfeld. In der Werkhalle der Edelstahlgießerei Schmees in der Rudolf-Diesel-Straße steht zurzeit eine übergroße Vase, bauchig geformt und nach oben hin geöffnet. Sie ist aus Edelstahl und hat das stolze Gewicht von 950 Kilogramm, wie Firmenchef Clemens Schmees verrät.

Doch nicht nur ein Exemplar, sondern vier in der gleichen Größe, wurden vor kurzem im Pirnaer Werk der gleichen Inhaber gegossen und nach Langenfeld transportiert.

Montagvormittag nahm der Düsseldorfer Bildhauer Professor Horst Gläsker mit seiner Gattin eines der Exemplare in Augenschein, denn er hat dieses stählerne Kunstwerk entworfen. Es handelt sich um eine Auftragsarbeit, auf die er zu Recht besonders stolz ist. Gläsker beteiligte sich mit 150 Künstlern aus ganz Europa an einem Wettbewerb zur Außen- und Innengestaltung des neuen Luxemburger Justizpalastes, der von dem renommierten Luxemburger Architekten Rob Klier erbaut worden ist.

Der Betrachter soll in den Vasen sein Spiegelbild sehen

"Nach der Bewerbung wurden 36 Künstler eingeladen, um ihre Entwürfe vorzustellen", berichtet Gläsker. Seine Demonstration beeindruckte die Jury so sehr, dass sie ihm den Auftrag erteilte.

Der Künstler will mit den Vasen die vier Elemente Luft, Erde, Feuer und Wasser symbolisieren. Deshalb erhält jede Vase eine andere Farbe: Blau steht für Luft, Amberfarben für Erde, Rot für Feuer und Türkis für Wasser. Zunächst wird jedes Stück in einwöchiger Arbeit auf Hochglanz poliert, danach mit einer durchsichtigen Lasur bedeckt und schließlich in einer Autolackiererei in der jeweiligen Farbe gespritzt. "Die Lasur dient dazu, dass sich jeder Betrachter der Vase selbst darin sieht. Es soll eine Reflexion über die vier Elemente sein", nennt der Professor den tieferen Sinn seiner Arbeit, die mehrere Monate in Anspruch nahm und viele Aussprachen mit Clemens Schmees und seinen Gießerei-Experten brachte.

Der gebürtige Herforder (Jahrgang 1949) machte von 1963 bis 1966 eine Lehre als Schaufenstergestalter und war bis 1968 als Plakatmaler tätig.

Nach dem Studium an der Kunstakademie Düsseldorf begann er Ende der 70er Klangskulpturen zu bauen. 1975 lebte er zudem ein Jahr in einer Berghütte in der Toskana, wo er Landschafts- und Porträtbilder malte. Später sammelte er auf dem Sperrmüll alte Perserteppiche und bemalte ihre Ornamente mit psychedelischen Farbmustern, woraufhin er von der Kunstakademie flog. Er fand Unterschlupf bei Joseph Beuys und wurde Meisterschüler von Karl Otto Götz.

Dabei arbeiten die Beiden seit Jahren zusammen: Schließlich hat Gläsker die große Stahlplakette entworfen, die - von der Firma Schmees gegossen - die hintere Wand des Kulturzentrums ziert. Und Hunderte Leute gehen täglich in Richrath-Mitte an der Martinuskirche vorbei, wo Gläskers Weltenspiegel hängt und ähnliche Reflexionen erzeugt, wie es sie in einigen Monaten am Justizpalast in Luxemburg geben soll.

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