Langenfelds Schüler sind zu beneiden – erst recht, seit die Stadt viele Projekte fördert.

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Musizieren hilft auch lernen – das beweist inzwischen die Bläserklasse der Kopernikus-Schule.

Musizieren hilft auch lernen – das beweist inzwischen die Bläserklasse der Kopernikus-Schule.

Stefan Fries

Musizieren hilft auch lernen – das beweist inzwischen die Bläserklasse der Kopernikus-Schule.

Langenfeld. Klassenlehrer Peter Camiciottoli hat etwas, das ihn auf ganz besondere Weise mit seinen Schülern verbindet: Muskelkater in der Oberlippe. Eigentlich unterrichtet er Biologie und Sport - doch als Klassenlehrer macht er jetzt noch ganz neue Erfahrungen.

Denn seine 5b ist die zweite Bläserklasse, die an der Kopernikus-Realschule an den Start gegangen ist. 21 der 28 Schüler lernen drei Stunden pro Woche Trompete, Horn, Klarinette oder Tuba - und Peter Camiciottoli übt Posaune. Zusammen bilden sie ein Orchester.

Möglich wurde das Projekt durch die städtische Qualitätsoffensive für Schulen. Rund 100 Anträge gingen im Rathaus ein - und alle wurden bewilligt. Mehr als eine Million Euro stellt die Stadt nun bis 2011 zur Verfügung, damit die Langenfelder Schulen sich über den reinen Unterricht hinaus entfalten können. Etwa 50 000 Euro wurden unter anderem investiert, um die Musikinstrumente für die Bläserklassen an der Kopernikus-Schule anzuschaffen.

Erst drei, dann sieben Töne - und schließlich auch bessere Noten

Die kleinen Musiker der 5b haben inzwischen drei Töne gelernt. Bis Weihnachten sollen es fünf sein - genug, um einfache Lieder zu arrangieren. Am Montag ist der erste öffentliche Auftritt für die Eltern der Viertklässler geplant. Das Vorspiel ist nur ein Nebeneffekt der musikalischen Arbeit.

Es geht um das Miteinander in der Klassengemeinschaft, um Ausgleich und mehr Konzentration. Schulleiterin Sigrid Scheibe hat die Veränderung gegenüber den regulären Klassen schon bemerkt: "Die Klasse hat eine ganz andere Arbeitshaltung, schreibt auch bessere Noten."

Adenauer-Gymnasium Beantragt wurden 266 600 Euro, unter anderem für Digitalfotografie-Ausrüstung, Leih-Instrumente, Stimmbildungskurse, Lichtmikroskopie im Bio-Unterricht oder eine Rockmusik-AG.

Gutenberg-Realschule Die Schule fördert selbstständiges und handlungsorientiertes Lernen. Für Material und Fortbildung wurden 109 500 Euro bewilligt, verteilt auf vier Jahre.

Kopernikus-Realschule 88 900 Euro, etwa die Hälfte für die Einrichtung der Bläserklasse.

Kollwitz-Hauptschule Vor allem für Persönlichkeitsentwicklung werden 54 000 Euro ausgegeben.

Metzmacher-Hauptschule 80 000 Euro, unter anderem für Erlebnispädagogik, ein Energie-Projekt und Sexualerziehung.

Pestalozzi-Förderschule 20 000 Euro, unter anderem für Ernährungserziehung und Bewerbungstraining.

Grundschulen 415 700 Euro. Je Schule wurden zwischen 27 500 und 53 000 Euro bewilligt. Die meisten haben drei bis fünf Projekte entwickelt, meist kreative oder soziale.

Der Geldsegen kommt aber der ganzen Schule zugute. "Für den siebten Jahrgang bieten wir künftig einen Projekttag ,Floßbau’, für den achten einen Tag im Hochseilgarten an", erklärt Gaby Schneider-Ophoff, die Projektkoordinatorin. Zehntklässlern wird eine zweitägige Untersuchung ihrer persönlichen Stärken an die Hand gegeben.

Ebenfalls mit dem Geld der Stadt wurde ein Theaterbesuch möglich, bei dem es um Mobbing im Internet ging, bald soll es eine Anti-Raucher-Ausstellung geben, außerdem will die Schule Experimentierausrüstung für Labortage kaufen, sowie Bücherwagen, die als rollende Bibliotheken für fünfte und sechste Klassen dienen.

Schulleiterin Scheibe weiß, dass sie zu beneiden ist. "Das Programm hat uns sehr dabei geholfen, unser Profil zu schärfen", sagt sie. Und Schulamtsleiterin Ute Piegeler kennt noch viele weitere Beispiele, wo die städtischen Mittel kreativ und effektiv eingesetzt werden. "An der Grimm-Schule finde ich die Idee gut, über mehr Bewegung etwas fürs soziale Miteinander zu tun. Die Käthe-Kollwitz-Schule fördert gezielt Konzentration und vermittelt Lerntechniken."

Die gute Schulausstattung und das Geld für spannende Projekte bringen auch noch etwas anderes, hat Sigrid Scheibe beobachtet: "Wenn man nicht um jedes Blatt Papier betteln muss, motiviert das auch die Lehrer."

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