Orchester-Olympiade: Bergische Symphoniker begeistern 1000 Schüler.

Ausgerechnet der tiefe Kontrabass (r.) forderte beim Wettstreit der Bergischen Symphoniker um die höchsten Töne die Klarinette (l.) heraus.
Ausgerechnet der tiefe Kontrabass (r.) forderte beim Wettstreit der Bergischen Symphoniker um die höchsten Töne die Klarinette (l.) heraus.

Ausgerechnet der tiefe Kontrabass (r.) forderte beim Wettstreit der Bergischen Symphoniker um die höchsten Töne die Klarinette (l.) heraus.

Stefan Fries

Ausgerechnet der tiefe Kontrabass (r.) forderte beim Wettstreit der Bergischen Symphoniker um die höchsten Töne die Klarinette (l.) heraus.

Langenfeld. Ein klassisches Konzert - das ist für Kinder in der Regel langweilig, nur schwarze Anzüge und böse Blicke, wenn man mal mit dem Bonbon-Papierchen knistert. 1000 begeistert tobende Schüler aus vierten und fünften Klassen erfuhren am Freitag in der Stadthalle das Gegenteil: Das Bergische Symphonie-Orchester führte in zwei Aufführungen mit witziger Moderation in die Opern "Carmen" und "Wilhelm Tell" ein. Das Ganze glich den "Olympischen Spiele".

Ansagerin Käthe Kleinlich (Anette Bieker vom Theater Kontrapunkt) rief von einer Leiter aus zum sportlichen Wettkampf auf. Die Stücke hießen nicht "Ouvertüre Soundso", sondern "Ein Lied von Donner und Blitz - manche halten es für den Wetterbericht" oder "Carmen ist eine Frau, die den ganzen Tag Zigaretten dreht, und am Ende ist sie tot".

Die Kinder hielt es bei der Musik kaum auf den Sitzen. Sie klatschten und trampelten vor Begeisterung. Kurzweilige 45 Minuten mussten die Musiker in sportlichen Zweikämpfen antreten. In der Disziplin "Hochsprung" ging es darum, wer die höchsten Töne spielen kann. Der Klarinettist verriet, dass er die für die hohen Töne so wichtige Spannung der Lippen mit dreimal täglich küssen trainiert. Ausgerechnet der tiefe Kontrabass wagte es, die Klarinette herauszufordern. Mit "Hänschen klein" bewies er, wie hoch er spielen kann. Zur Belohnung gab es nach Publikumsentscheid den Goldenen Notenschlüssel der Stadt.

Die Dirigentin Oksana Lyniv musste sich von Käthe Kleinlich die Frage gefallen lassen, ob sie fürs Orchester überhaupt wichtig sei. Um zu zeigen, dass ein Orchester ohne nicht auskommt, durften zwei Kinder auf die Bühne und dirigieren. Luca (zehn Jahre) sagte hinterher: "Das war ein aufregendes Gefühl. Alle haben zu mir geguckt, wie ich den Stab bewege. Unbeschreiblich!" Auch beim Publikum kam dieser Teil gut an. "Das Dirigieren fand ich toll", sagte Dana (10). "Das Konzert war voll lustig", urteilte Francesco (9). rie

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