Seit Jahren sehnte sich der an Muskelschwund leidende Maxine Dussel aus Mainz nach einem Hubschrauberflug. Nun wurde er in Langenfeld endlich Realität.

Maxine Dussel vor dem Hubschrauber des Typs S76. 20 Minuten lang durfte der 13-Jährige über den Wolken schweben.
Maxine Dussel vor dem Hubschrauber des Typs S76. 20 Minuten lang durfte der 13-Jährige über den Wolken schweben.

Maxine Dussel vor dem Hubschrauber des Typs S76. 20 Minuten lang durfte der 13-Jährige über den Wolken schweben.

Anna Schwartz

Maxine Dussel vor dem Hubschrauber des Typs S76. 20 Minuten lang durfte der 13-Jährige über den Wolken schweben.

Langenfeld. Es ist windig im Gewerbegebiet Ost. Der Windsack oben auf dem Gebäude weht senkrecht in der Luft. 25 Knoten, rund 46 km/h Windgeschwindigkeit, schätzt Hubschrauberpilot Roland Otto und nickt zuversichtlich.

"Können wir überhaupt starten", fragt Ruth Dussel mit bangem Blick. "Kein Problem, die Maschine wiegt über fünf Tonnen", beruhigt sie der erfahrene Otto.

Ein anderer ist indes die Ruhe selbst. Oder er tut zumindest so: Maxine, Ruth Dussels Sohn. Es ist sein Tag heute. Der Tag, auf den er so lange gewartet hat. Seit Jahren träumt der 13-Jährige, der seit 2007 wegen Muskelschwund im Rollstuhl sitzt, von einem Hubschrauberflug. Nun ist es soweit. Hier in Langenfeld, bei der Firma HeliJet Charter, hat er endlich die Möglichkeit, abzuheben.

Es geht Richtung Süden, den Rhein entlang nach Köln, am Dom vorbei, zum Flughafen und wieder zurück. Rund 20 Minuten lang darf Maxine seine Krankheit über den Wolken vergessen. Dafür machte er sich extra in der Früh mit seiner Mutter und Schwester Lena von Mainz auf den Weg. "Ich freue mich", sagt er mit einem Lächeln kurz vor dem Einsteigen, "vor allem, die Natur und die Landschaft von oben zu sehen".

Vom Wunschzettel zum Flug dauerte es ein halbes Jahr

Angefangen hatte alles im April. In der Uniklinik Mainz, in der Maxine medizinisch betreut wird, füllte er einen Wunschzettel aus. "Ganz oben stand der Hubschrauberflug", erinnert sich Mutter Ruth, die es "gar nicht fassen kann", dass alles klappt.

Seit 1990 erfüllt "Wünsch dir was" Kinderträume. Rund 350 Mal im Jahr sind die Wunschbegleiterinnen im Einsatz. "Wir wollen den Kindern neuen Lebensmut geben", sagt Hannelore Lersch-Steier. Finanziert wird der Verein über Spenden, Sponsoren und Mitglieder.

Eigentlich kostet eine Stunde im eigens entwickelten, rollstuhlgerechten Hubschrauber bei der Langenfelder Firma HeliJet 3500 Euro. Für Maxine und "Wünsch dir was" gab es laut Geschäftsführer Matthias Schlösser aber einen Sonderpreis.

Möglich machte den Flug der Kölner Verein "Wünsch dir was", der es sich zur Aufgabe gemacht hat, kranken Kindern ihren größten Wunsch zu erfüllen. 70Wunschbegleiterinnen arbeiten ehrenamtlich für den Verein und sorgen so fast täglich für glückliche Kindergesichter.

Hannelore Lersch-Steier ist eine dieser Wunscherfüllerinnen. Mehrmals pro Woche ist sie im Einsatz. Und normalerweise sind es nicht solch spektakuläre Fälle.

"Manche Kinder wollen einfach mal in den Zoo. Das hier ist auch für uns etwas Besonderes", sagt Lersch-Steier. "Unser größtes Problem war, einen Hubschrauber zu finden, der Rollstühle transportieren kann."

Doch dann fand Lersch-Steier die Langenfelder Firma HeliJet, die den deutschlandweit einzigen Hubschrauber hat, der Rollstühle mitnehmen kann. 14 Millionen Dollar hat die Maschine des Typs S76 gekostet, die 2000 PS hat und um 12.30 Uhr mit einem lachenden Maxine abhebt.

"Man sieht im Hubschrauber viel mehr als im Flugzeug."

Rund 20 Minuten später landet der Helicopter wieder in Langenfeld. "Ich habe den Dom gesehen, den Flughafen und den Rhein", freut sich der 13-Jährige, als er die Rampe herunterfährt. In einem Flugzeug saß er schon häufiger, "aber da ist immer alles ganz klein. Im Hubschrauber ist man viel näher dran." Maxine ist glücklich, es ist sein Tag.

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