An der Metzmacher-Schule können Schüler im Training mit Hunden selbst etwas lernen.

Ergotherapeutin Susann Leumer (l.) verfolgt mit Sechstklässlern der Metzmacher-Schule wie Luca (12) mit der 14Monate alten Shepherd-Hündin Mika das Abklatschen übt.
Ergotherapeutin Susann Leumer (l.) verfolgt mit Sechstklässlern der Metzmacher-Schule wie Luca (12) mit der 14Monate alten Shepherd-Hündin Mika das Abklatschen übt.

Ergotherapeutin Susann Leumer (l.) verfolgt mit Sechstklässlern der Metzmacher-Schule wie Luca (12) mit der 14Monate alten Shepherd-Hündin Mika das Abklatschen übt.

Anna Schwartz

Ergotherapeutin Susann Leumer (l.) verfolgt mit Sechstklässlern der Metzmacher-Schule wie Luca (12) mit der 14Monate alten Shepherd-Hündin Mika das Abklatschen übt.

Langenfeld. Freitagnachmittag, siebte und achte Schulstunde. Zwölf Sechstklässler der Felix-Metzmacher-Schule sitzen im Unterricht. Die Kinder reden durcheinander, freuen sich, sich zu sehen, schwatzen und suchen ihre Plätze. Nach sechs Stunden Unterricht am Vormittag ist die Konzentration eigentlich weg.

Auf einmal sind alle still. Die Köpfe drehen sich zur Tür. Im Türrahmen erscheint Mika. Die 14 Monate alte australische Shepherd-Hündin wird von Susann Leumer (27) in den Klassenraum geführt. Auf dem Stundenplan der Hauptschüler steht jetzt "Tiergestützte Ergotherapie".

Für Hündin Mika senken die Kinder sofort ihre Stimmen

Von Unruhe und Langeweile ist nichts zu spüren. Im Gegenteil: Sobald es lauter wird, genügt ein Blick zu Hündin Mika, die die Lautstärke nicht mag, und sofort senken die Kinder ihre Stimmen.

Fünf Monate wurde Mika zum Therapiehund ausgebildet. Ergotherapeutin Leumer arbeitet mit Mika in der Praxis mit neurologischen Patienten etwa nach Schlaganfällen, in Altenheimen oder mit Kindern in Krankenhäusern.

Die elfjährige Mara legt Mika ein Leckerchen auf die Pfote. Der Hund darf erst fressen, wenn Mara ein Zeichen gegeben hat. Aufmerksam beobachtet Mika die Schülerin. Ohne klare Anweisung weiß der Hund nicht, was er machen soll. So wird spielerisch Kommunikation trainiert.

Die Ergotherapie ist ein medizinisches Heilmittel und wird bei gesundheitlich beeinträchtigten Menschen mit motorisch-funktionellen, sensomotorisch-perzeptiven, neuropsychologischen, neurophysiologischen oder psychosozialen Störungen angewandt.

Informationen zur tiergestützten Variante gibt die examinierte Therapeutin Susann Leumer unter Tel. 0178/ 3389021. Sie arbeitet mit den Hundetrainerinnen Silke Urban, Iris Blitz und Sly Roeloffs zusammen.

"Die Kinder lernen den artgerechten Umgang mit Hunden", sagt Leumer zum Hintergrund des Pilotprojekts, das zunächst auf ein halbes Jahr ausgelegt ist, danach aber wahrscheinlich fortgesetzt wird. Leumer: "Das Selbstwertgefühl wird gesteigert und die Selbstständigkeit gefördert." Qualitäten, die nicht nur im Berufsleben nützlich sind, sondern auch die Persönlichkeit formen.

"Gefördert wird die Arbeit vom Verein ,interaktiv´", sagt Lehrerin Doris Weiske, die zur Unterstützung dabei ist. "Aber die Therapeutin erhält nur ein Taschengeld." Leumer arbeitet wie auch ihre drei Kolleginnen, die ausgebildete Tiertherapeutinnen sind, ehrenamtlich.

"Ich guck erst mal zu", sagt Schülerin Michele. Die Zwölfjährige möchte sich noch nicht an den Spielen mit Mika beteiligen. Sie hofft aber, ihre Scheu vor Hunden abzulegen.

"Ich wollte immer schon mal sehen, wie Hunde trainiert werden", sagt Sarina (12). Als Mika eine Pause braucht, lernen die Mädchen und Jungen bei einem Quiz mehr Wissenswertes über den Hund. Biologieunterricht, der anschaulich ist und Spaß macht.

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