Forst: Revierförster Frank Pechtheyden setzt auf nachhaltige Bewirtschaftung. Alte, kranke und morsche Bäume werden gefällt.

Langenfeld. "Das da vorne ist ein Z-Baum", sagt Revierförster Frank Pechtheyden und zeigt auf eine etwa 60 Jahre alte Buche. "Ein Zukunftsbaum mit einer besonderen Veranlagung." Stattliche 25 Meter ragt der schlanke Riese im Further Moor in die Höhe und entfaltet eine wunderschön ausladende Krone. "Der ist aber noch lange nicht voll entwickelt. Buchen werden 130, 140 Jahre alt und locker 40 Meter hoch", so der Forstoberinspektor. "Dieser hier hat die beste Zeit also noch vor sich."

Damit sich all die Z-Bäume - von Buche über Eiche und Lerche bis Fichte - in Langenfelds Wäldern auch in den nächsten Jahren so prächtig entwickeln können, haben Pechtheyden und die Mitarbeiter der Forstbetriebsgemeinschaft zurzeit alle Hände voll zu tun. "Nachhaltige Pflege" heißt das Zauberwort.

Es wird immer nur so viel Holz geschlagen wie auch nachwächst

"Durch unsere regelmäßigen Eingriffe in die Waldbestände wird immer nur so viel Holz herausgeschlagen wie auch wieder nachwächst", erklärt Tiefbauamtsleiter Wolfgang Honskamp. Pro Jahr werden rund 1000 Festmeter Holz entnommen, es wachsen aber etwa 1500 nach. "Unser Wald wird dadurch zwar nicht in seiner Fläche größer. Er wächst dafür innen, quasi im Volumen."

Das Prinzip ist einfach: Während überalterte und damit auch meist kranke, abgestorbene und faule Bäume Motorsäge und Harvester - einer Maschine, die die Bäume nicht nur fällt, sondern auch an Ort und Stelle in abtransportierbare Stücke zerteilt - zum Opfer fallen, bekommen die Zukunftsbäume wieder Platz und Luft zum Atmen. "Sie bleiben natürlich stehen, wachsen weiter und werden zudem von sie bedrängenden Bäumen freigestellt." Gleichzeitig komme auf diese Weise wieder Licht an den Boden, "so dass die Triebe eine Chance haben und eine natürliche Verjüngung stattfindet".

Etwa alle fünf Jahre werden die Langenfelder Wälder zwischen Januar und März gründlich durchforstet. Ob im Further Moor, am Kapeller Weg, am Spürklenberg oder im Kaisersbusch: Wo sonst Stille herrscht und maximal Vogelgezwitscher zu hören ist, kann es in diesen Tagen lauter werden. "Nicht zuletzt machen wir das Ganze natürlich auch für die Spaziergänger und Erholungssuchenden", betont Wolfgang Honskamp. "Denn abgestorbene, morsche Bäume und Äste sind eine Gefahr für jeden Waldbesucher."

Sturm "Xynthia" hat den Wald weitestgehend verschont

Rund 600 Hektar Mischwald befinden sich auf Langenfelder Gebiet, 250 Hektar gehören der Stadt, der Rest ist in Privatbesitz.

Die Stadt Langenfeld ist wie viele andere Städte Mitglied der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG), die sich um die Wälder kümmert. Die FBG wiederum gehört zum Landesbetrieb Holz und Wald NRW.

Hinzu kommen aktuell Schäden, die vor kurzem das Sturmtief "Xynthia" verursacht hat. "Bei uns hat es zum Glück nicht so stark gewütet. Einzelbäume sind dennoch umgeworfen worden oder gebrochen", so Pechtheyden.

So zum Beispiel auf dem Wanderparkplatz an der Bergischen Landstraße, wo ein umgestürzter Baum eine Rastbank zerlegt hat.

Während der Holzfällarbeiten ist das Betreten der Waldbereiche verboten. Pechtheyden und Honskamp weisen darauf hin, dass aufgrund der Vielzahl von Waldwegen natürlich nicht jeder einzelne Weg abgesperrt werden kann. "Wir bitten daher um Verständnis und Rücksicht, damit die Arbeiten gefahrlos ablaufen können."

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