Der Vorsitzende des Fördervereins, Lothar Marienhagen, hofft, dass es von der Politik in diesem Jahr grünes Licht gibt.

Langenfeld. "Wir haben in enger Zusammenarbeit mit der Verwaltung den Fragenkatalog aus der Politik abgearbeitet. Sowohl was das Nutzungskonzept als auch die finanziellen Mittel angeht, sollten alle Fragen beantwortet sein", sagt Sparkassen-Direktor Lothar Marienhagen, der gleichzeitig Vorsitzender des Fördervereins Haus Graven ist.

"Nächste Woche gibt es Gespräche mit dem Kulturellen Forum, so dass sich bald auch der Kulturausschuss mit dem Thema befassen kann - zwar noch nicht in der Sitzung am Dienstag, aber in der Ende April."

Damit hofft Marienhagen, dass das Projekt Haus Graven und dessen Nutzung als öffentlich zugängliche "Kulturinsel", die zudem für Geburtstags- und Hochzeitsfeiern oder Firmenpräsentationen gebucht werden kann, noch in diesem Jahr von der Politik verabschiedet wird.

Zur Erinnerung: Die alte Wasserburg im Stadtteil Wiescheid, deren Anfänge bis in die Zeit um das Jahr 1300 zurückreichen, befindet sich in Privatbesitz. Sie ist zwar komplett saniert, aber ungenutzt. Das Anwesen ist weiträumig eingezäunt, und bis auf das Mauerwerk ist von der romantischen Anlage nichts zu sehen.

Das Angebot der Besitzer: Für zunächst zehn Jahre dürfe die Stadt das Haus mietfrei übernehmen, lediglich die laufenden Kosten von 36000 Euro jährlich wären zu entrichten. Hinzu kämen rund 150000 Euro zur Einrichtung eines Museum (unter anderem mit Vitrinen) sowie 100000 Euro für einen Parkplatz samt Beleuchtung.

Haus Graven wurde im 14. Jahrhundert als Rittersitz derer von Graven erbaut und im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) zerstört. Nur die Vorburg wurde 1656 in ihrer heutigen U-Form wieder errichtet. 1994 wurde das Anwesen komplett saniert.

Als ein Kleinod und einen Anziehungspunkt, der vor der Vergessenheit gerettet werden muss, hatte Ex-Bürgermeister Magnus Staehler im vergangenen Jahr sein Interesse an der Burg entdeckt - und so den Stein ins Rollen gebracht.

Obwohl sich im Grunde alle Parteien im Stadtrat mittlerweile einig sind, dass Haus Graven mehr als einen Leerstand verdient hat, war zunächst vom "Staehler-Denkmal" und "Millionengrab" die Rede. Obendrein befürchtete der Förderverein des Stadtmuseums, eine "Kulturburg" könnte eine "Doppelung" und somit "unnötige gegenseitige Konkurrenz" bedeuten.

Außerdem gebe es in Langenfeld genug Orte der kulturellen Begegnung. Dieser Streit gipfelte darin, dass die Vorsitzende des Stadtmuseumsvereins, Christa Kaffsack, von ihrem Amt zurücktrat. Sie hatte sich ihren Mitgliedern zu sehr für Haus Graven eingesetzt.

Lothar Marienhagen: "Keine überbordenen Kosten für die Stadt"

"Was wir jetzt vorliegen haben, ist im Wesentlichen ein Kosten- und Nutzungskonzept, das vor allem keine überbordenen Ausgaben beinhaltet", so Lothar Marienhagen. "Außerdem wird klargemacht, dass unser Kulturangebot bestehenden Einrichtungen in keinster Weise Konkurrenz macht, sondern ein zusätzliches Angebot darstellt. Uns geht es schließlich um Kooperation."

Finanziert werden soll die neue Einrichtung durch die Vereinsbeiträge, Eintrittsgelder, Sponsoring und die Vermietung der Räumlichkeiten. Zudem sei an eine "einfache Bewirtung" gedacht, sagt Marienhagen. "Schließlich befindet sich das Haus mitten in einem Landschaftsgebiet, das die Menschen zur Erholung nutzen."

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