Praktiker geben Schülern der Gutenberg-Realschule Informationen aus erster Hand über rund 30 Ausbildungsberufe.

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Josef Schneider zeigt Gutenberg-Schülern ein Gesellenstück eines Möbeltischlers. Bei der Berufsbörse der Realschule stellten Praktiker den Jugendlichen 30 Ausbildungsberufe vor.

Josef Schneider zeigt Gutenberg-Schülern ein Gesellenstück eines Möbeltischlers. Bei der Berufsbörse der Realschule stellten Praktiker den Jugendlichen 30 Ausbildungsberufe vor.

Stefan Fries

Josef Schneider zeigt Gutenberg-Schülern ein Gesellenstück eines Möbeltischlers. Bei der Berufsbörse der Realschule stellten Praktiker den Jugendlichen 30 Ausbildungsberufe vor.

Langenfeld. Im Halbkreis um den Informatiker Olaf Pankonin sitzen sieben Jugendliche und hören aufmerksam zu, wie ihnen der Mann aus der Praxis ungeachtet der gegenwärtigen Wirtschaftskrise von "hervorragenden Zukunftsaussichten" in dieser Hightech-Branche berichtet. "Da ist noch lange kein Ende der IT-Technologien abzusehen", versicherte der Informatik-Experte.

Christina, Berna und Linda, drei 15-Jährige aus der Jahrgangsstufe9 der Johann-Gutenberg-Schule, haben längst Erfahrungen mit dem Computer. "Wir besuchen einen Informatikkurs an unserer Schule. Ein Einstieg in diese Berufssparte wäre denkbar", sagen sie übereinstimmend.

Nur ein Drittel der Schulabgänger geht direkt in die Ausbildung

Die drei achten sowie vier neunten Klassen nahmen jetzt geschlossen an der Berufsbörse der Realschule an der Fröbelstraße teil, um sich von Fachleuten über rund 30 Ausbildungsberufe und weitere Bildungschancen zu informieren. "Tatsächlich ergreift nur etwa ein Drittel unserer Abgänger direkt einen Beruf.

Der große Renner ist das Berufskolleg Opladen, um sich schulisch weiter zu qualifizieren", sagt Schulleiter Heiko Mavius. Ausschlaggebend für die freiwillige Verlängerung der Schulzeit dürfte allerdings vor allem sein, dass es vielen Realschülern noch am technischen Grundwissen für eine handwerkliche Ausbildung fehlt. Das Manko, dass viele Abgänger noch nie Feile und Säge in der Hand gehabt haben, will Mavius mit dem Ausbau des Fachs Technik an seiner Schule beseitigen.

Auch die Kollegschule in Hilden und Gesundheitsfachschulen nahmen an der Berufsbörse teil. In Klassenzimmern und auf den Fluren waren Beratungsstände von Langenfelder Betrieben und Institutionen, aber auch von der BayerAG sowie der Bundeswehr zu finden.

Seit mehreren Jahren veranstaltet die Gutenberg-Realschule jeweils kurz vor den Osterferien eine Berufsbörse. Die Schüler der Klassen acht und neun müssen daran teilnehmen. Die Börse bietet ihnen eine gute Gelegenheit, sich vor einer etwaigen Bewerbung einen Einblick in verschiedene Bereiche der Berufswelt zu verschaffen.

Elf Väter und Mütter, deren Kinder die Johann-Gutenberg-Schule besuchen, hatten sich bereit erklärt, ihre Berufe vorzustellen. Die Bandbreite reichte vom Industriemeister über den Mechatroniker bis zum Versicherungskaufmann und Physiotherapeuten.

Der Optiker-Filialist Fielmann, die DAK-Krankenkasse, die Bücherecke Markett, Chemion Logistik und die Bau- und Möbeltischlerei Schneider stellten ihre Berufsfelder vor. Besonders erfreut zeigte sich Mavius darüber, dass elf Eltern über ihre Berufe und die dafür erforderliche Ausbildung informierten.

Die Neuner-Klassen hatten gerade das dreiwöchige Praktikum in Betrieben, Büros oder Praxen hinter sich. "Es ist kein Problem, Praktikumsplätze zu finden", meint Heiko Mavius.

Vom Zweigwerk Dormagen des Bayer-Pflanzenschutzzentrums Monheim war Andreas Martin als Berater gekommen. Mehrere Schüler erfuhren von ihm, dass der Betrieb nach wie vor Auszubildende einstellt. "Die Chance, dass Sie nach der Lehre übernommen werden, ist gut", versicherte er den Jungen.

Marcel, Daniel und Andreas (alle drei 15 Jahre alt) hatten sich gerade beim Tischler und Mechatroniker umgesehen. "Das war sehr interessant. Aber zuerst wollen wir das Berufskolleg besuchen, weil dadurch unsere Chancen auf eine Ausbildung besser sind", erklärten sie. "Die Schüler waren interessiert. Die Firmen haben sich positiv über die jungen Leute geäußert", bilanziert Heiko Mavius.

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