Modellrennsport: In Berghausen kämpften 180 Starter um den Titel des Deutschen Meisters.

Noch ein paar Handgriffe: Der Langenfelder Giuseppe Pulicano zieht vor dem Start an seinem Buggy noch ein paar Schrauben fest. Schließlich muss im Rennen alles perfekt funktionieren.
Noch ein paar Handgriffe: Der Langenfelder Giuseppe Pulicano zieht vor dem Start an seinem Buggy noch ein paar Schrauben fest. Schließlich muss im Rennen alles perfekt funktionieren.

Noch ein paar Handgriffe: Der Langenfelder Giuseppe Pulicano zieht vor dem Start an seinem Buggy noch ein paar Schrauben fest. Schließlich muss im Rennen alles perfekt funktionieren.

Anna Schwartz

Noch ein paar Handgriffe: Der Langenfelder Giuseppe Pulicano zieht vor dem Start an seinem Buggy noch ein paar Schrauben fest. Schließlich muss im Rennen alles perfekt funktionieren.

Langenfeld. Gebannt schauen die acht Starter von einem Podest aus ihren umherflitzenden Buggys hinterher. Virtuos behandeln sie dabei die Fernsteuerungen und bilden in den wenigen Fahrminuten eine Einheit mit ihrem bis zu 60 km/h schnellen Fahrzeug.

Keine einzige Sekunde dürfen sie es aus den Augen lassen. Eine kleine Unkonzentriertheit genügt, und das Auto im Maßstab 1:10 landet im Graben oder dreht sich.

"So etwas ist zwar ärgerlich, aber noch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Von fünf Qualifikationsläufen werden die besten zwei gewertet, so dass auch im Falle eines Fehlers noch alle Chancen auf einen guten Finalplatz bestehen", sagt Andreas Meyer, zweiter Vorsitzender des Auto-Modellrennsport-Clubs (AMC) Langenfeld.

"Man entwickelt mit der Zeit natürlich ein Gespür dafür, was an den Autos noch hakt und verändert werden muss."

Thomas Müller, Modellauto-Pilot und Lokalmatador

Auf dessen Vereinsgelände in Berghausen fand am Wochenende die Deutsche Offroad-Meisterschaft der ferngesteuerten Modellfahrzeuge statt.

"Zum sechsten Mal", wie Meyer betont - zuletzt im Jahr 2007. "Man muss sich beim Sportbund-Tag um solche Meisterschaften bewerben, natürlich klappt es dann nicht jedes Jahr mit einer Austragung." 90 Teilnehmer waren diesmal am Start.

Der AMC hat aktuell rund 70 Mitglieder. Die Beiträge sind gestaffelt: Erwachsene zahlen 80 Euro pro Jahr, Jugendliche bis 18 Jahre 40 Euro und passive Mitglieder 20 Euro.

Trainiert wird mittwochs und samstags gemeinsam, die Strecke kann von den Mitgliedern aber natürlich auch darüber hinaus genutzt werden. Sonst allerdings ist der Modellrennsport kein unbedingt günstiges Unterfangen. Wer regelmäßig und mit Erfolgsaussichten an Meisterschaften teilnehmen möchte, muss mit Anschaffungskosten von bis zu 1500 Euro für seinen Wagen rechnen. "Das aber nur, wenn wirklich alle Teile einzeln gekauft und zusammengebaut werden. Es gibt natürlich auch fertige Modelle für deutlich weniger Geld", erklärt Andreas Meyer.

AMC Langenfeld e.V., Rembrandtweg 14, 40724 Hilden Telefon 02103/8478, E-Mail: 1.vorsitzender@amc-langenfeld.de

Die Strecke ist im Frühjahr neu gestaltet worden. Statt Lehm wurde ein wetterbeständiger Kunstrasen verlegt. "So können wir etwa dauerhaft feste Sprungelemente einbauen", erklärt Meyer. Auch sonst verläuft alles professionell.

Die Zeitmessung erfolgt über in den Autos eingebaute Transponder, eine Zeitschleife im Boden der Strecke erfasst die Rundenzeiten so exakt wie in der Formel 1. Weitere Parallele zur Königsklasse: Zwischen den Läufen wird eifrig an der Abstimmung gefeilt.

So wie Thomas Müller (33), der in Langenfeld ein Heimspiel hat: "Man entwickelt mit der Zeit natürlich ein Gespür dafür, was an den Autos noch hakt und verändert werden muss. Dazu kommen die routinemäßigen Änderungen wie Reifenwechsel, Dämpfereinstellungen oder Ölkontrolle."

Im Gegensatz zu anderen Rennen ist die Motorenstärke nicht gedrosselt

Müller startet in der Klasse 2WD-Buggy-Modified, im Unterschied zur ebenfalls ausgetragenen Meisterschaft im 2WD-Buggy-Standard ist die Motorenstärke dabei nicht gedrosselt. Einen Platz unter den besten 20 Teilnehmern würde er schon als Erfolg werten, "da das Fahrerfeld schon sehr stark besetzt ist".

Das gleiche Ziel formuliert auch der nächste Lokalmatador, Giuseppe Pulicano (33): "Offroad-Rennen bestreite ich erst seit drei Monaten, vorher bin ich sieben Jahre lang 1:5-Tourenwagen mit Verbrennungsmotor gefahren. Da liegt die nächste Strecke allerdings in Oberhausen. Auf Dauer ist das zeitlich nicht einzurichten."

Jetzt kann der Vater von zwei Kindern sein Hobby mit Familienausflügen kombinieren, die sechsjährige Tochter fährt selbst schon manchmal mit. Das ist dann natürlich optimal vereinbar. "Und da wir im AMC eine sehr gute Jugendarbeit leisten, wird meine Tochter auch super gefördert - wenn sie es denn möchte", betont Pulicano.

Das Ergebnis der Finalläufe um den DM-Titel stand bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe leider noch nicht fest.

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