Betreuung: In Langenfeld nimmt die Zahl der Tagesmütter zu. Viele Eltern wissen das zu schätzen. Ab 4.September wird ein neuer Lehrgang angeboten.

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Manuela Klein mit den Kindern (v.l.) Carolina und Vanessa (rechts). Dahinter sitzt: Jasper, aus dem Korb schaut Daan in die Welt.

Manuela Klein mit den Kindern (v.l.) Carolina und Vanessa (rechts). Dahinter sitzt: Jasper, aus dem Korb schaut Daan in die Welt.

Dirk Thomé

Manuela Klein mit den Kindern (v.l.) Carolina und Vanessa (rechts). Dahinter sitzt: Jasper, aus dem Korb schaut Daan in die Welt.

Langenfeld. Disput unter Einjährigen: Vanessa hat Jasper kurzerhand das Stoff-Krokodil gestohlen. Der Junge kommentiert diese Frechheit mit lautem Schreien. Da fasst sich das rothaarige Mädchen ein Herz und gibt das Objekt der Begierde zurück. Wie auf Knopfdruck schaltet Jasper die Sirene ab und beäugt das Krokodil. Lächelnd drückt er der Diebin das Stofftier wieder in die Hand. Sie nimmt es - Jasper schreit wieder. Einjährige soll man verstehen.

Manuela Klein weiß, wie die kleinen Windelträger, Zappelphilippe und Schreihälse so ticken. Auch wenn Vanessa und Jasper gar nicht ihre Kinder sind. Die 37-Jährige ist eine von 36 Tagesmüttern in Langenfeld. Sie betreut zuhause insgesamt sechs Kinder von fremden Müttern und bietet so eine Alternative zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren (U3) in Kindergärten. Manchmal passt sie auf fünf Kinder gleichzeitig auf, mehr ist gesetzlich nicht erlaubt. Doch die Langenfelderin, die nach 19 Jahren als Kindergärtnerin einmal etwas anderes probieren wollte, bleibt angesichts des vermeintlichen Chaos ganz gelassen. "Man muss schon Geduld mitbringen", sagt sie.

Dank Manuela Klein kann das Studium beendet werden

Linda Ethner (31) war sofort von der Tagesmutter begeistert. Sie brauchte für zwei Tage die Woche eine Betreuung für die elf Monate alte Carolina. "Ich sagte mir, du machst das nur, wenn du ein gutes Gefühl bei der Tagesmutter hast", so die Studentin. Bei Manuela Klein wurde sie fündig. Jetzt kann sie in Ruhe den letzten Kurs an der Uni besuchen, der ihr noch fehlt, um ihr Studium der Psychologie abzuschließen.

Auch Nele Harbeke (33) traut ihren Jasper der Tagesmutter an. Obwohl sie sagt: "Klar, Sorgen macht man sich immer. Bei der Arbeit kommen immer mal die Gedanken: Was macht mein Kind gerade?" Sie hat jedoch bereits bei ihrem ersten Kind gute Erfahrungen mit der Einrichtung Tagespflege gemacht. Nur damals wurde sie in Langenfeld nicht fündig. "Drei Absagen gab es." Sie musste nach Düsseldorf ausweichen.

Jutta Rechter, Fachbereichsleiterin für Kitas und Kindertagespflege, erklärt: "Mittlerweile sind wir in Langenfeld mit Tagesmüttern deutlich besser aufgestellt."Aktuell gebe es zehn freie Plätze. "Doch das kann sich schnell ändern", betont Rechter. 67 Jungen und Mädchen werden zurzeit in der Langenfelder Tagespflege betreut. Tendenz: steigend.

Langenfeld sucht Tagespflegepersonal. Wer sich diese Aufgabe zutraut, muss ein polizeiliches Führungszeugnis von allen Personen des Haushalts vorlegen. Dann folgt ein Gespräch über die persönliche Eignung. Zudem ist die Vorlage eines schriftlichen pädagogischen Konzeptes Pflicht, ebenso wie die Teilnahme an einem Zertifizierungslehrgang.

Der Kurs bei der Volkshochschule umfasst 160 Unterrichtsstunden. Darüber hinaus ist die Absolvierung eines Erste-Hilfe-Kurses und ein Praktikum in einer Kita Pflicht. Der Lehrgang kostet 460Euro. Die zahlt der Langenfelder Fachbereich Jugend. Jedoch nur, wenn die Tagesmutter ihre Dienstleistung anschließend für die Stadt Langenfeld anbietet.

Die nächste Qualifizierung wird im Zeitraum vom 4. September 2010 bis 15. Juli 2011 angeboten. Anmeldung: Telefon 794-4555.

Die meisten der Kinder sind unter Dreijährige. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen eine alleinstehende Mutter etwa, für ihr Kind eine Betreuungsmöglichkeit über die Zeiten des Kindergartens hinaus sucht. In Langenfeld gibt es sieben solcher Beispiele. Dann holt die Tagesmutter die Kinder auch vom Kindergarten ab und betreut sie in den Abendstunden. Der große Unterschied zur echten Mutter: Irgendwann heißt es Abschied nehmen. Manuela Klein erinnert sich die Trennungen im Kindergarten: "Da war ich schon mal den Tränen nahe."

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