Sozial-Laden: Etwa 1000 Bürger sind auf das SkF-Angebot angewiesen.

Ehrenamtler Heinz Mergen (vorne l.) hat das neue Kühlregal im SkF-Laden „Die Tüte“ angeschlossen. Michael Graser hat ihm dabei geholfen.
Ehrenamtler Heinz Mergen (vorne l.) hat das neue Kühlregal im SkF-Laden „Die Tüte“ angeschlossen. Michael Graser hat ihm dabei geholfen.

Ehrenamtler Heinz Mergen (vorne l.) hat das neue Kühlregal im SkF-Laden „Die Tüte“ angeschlossen. Michael Graser hat ihm dabei geholfen.

Stefan Fries

Ehrenamtler Heinz Mergen (vorne l.) hat das neue Kühlregal im SkF-Laden „Die Tüte“ angeschlossen. Michael Graser hat ihm dabei geholfen.

Langenfeld. Hoher Stromverbrauch, Hitze im Verkaufsraum, laute Betriebsgeräusche - das alte Kühlgerät im Laden "Die Tüte" war ein teurer Stromfresser. Jetzt kann der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) an der Immigrather Straße eine moderne Kühlung in Betrieb nehmen.

"Mehrere zweckgebundene Spenden in bar sind dafür zusammen gekommen", sagt Angelika Fierus, Geschäftsführerin des Sozialverbandes. Was das Gerät genau gekostet hat, wollte sie aber nicht verraten.

"Die Tüte" ist ein Laden mit Lebensmitteln für Leute mit sehr geringem Budget. Langenfelder Geschäfte spenden von ihren nicht verkauften Lebensmitteln.

Seit Mai 2005 gibt es das Projekt. Vorgänger war eine Lebensmittelausgabe im Keller der benachbarten SkF-Geschäftsstelle. Jetzt kann man in einem hellen und freundlichen Verkaufsraum die Waren auswählen: Ein Container dient als Laden. 20 Ehrenamtler kümmern sich um Transport, Lagerung und Verkauf.

Im Unterschied zu ähnlichen Hilfsprojekten gibt es beim SkF keine gepackten Tüten. "Es hat mit Menschenwürde zu tun, wenn man selber entscheiden kann, was man nehmen möchte", sagt Eva-Maria Kaufmann, Vorstandsmitglied des Vereins.

Öffnungszeiten: Der SkF-Laden "Die Tüte", hinter dem Haus Immigrather Straße40, ist dienstags und donnerstags jeweils von 12 bis 15 Uhr geöffnet. Berechtigungsschein: Für den Einkauf braucht man einen Berechtigungsschein, den nur Geringverdiener erhalten. Diesen gibt es dienstags von 10.30 bis 12.30 Uhr im "Café Immi".

Schwierigkeiten, Spender zu finden, habe der SkF nicht. Dennoch können nicht immer alle Kunden versorgt werden. Fierus: "Mittlerweile ist es so, dass die Geschäfte lieber selber verbilligt Waren anbieten."

Rund 50 bis 70 Leute nutzen täglich den Laden. "Aus unserer Statistik wissen wir aber, dass sich die Zahl der Nutzer auf etwa 200 beläuft", sagt Fierus. Auf eine einkaufende Person kämen aber zirka fünf weitere Hauhaltsangehörige.

Rund ein Drittel der Kundschaft sind Alleinerziehende. Etwa die Hälfte sind Migranten. "In Langenfeld gibt es genug Leute, die von ihrer Arbeit nicht leben können", meint Fierus.

Nicht verkaufte Ware landet nicht im Müll. "Ehrenamtler helfen, das Gemüse zu putzen und einzufrieren, so dass es später verkauft werden kann", sagt Diana Rauch.

Sie war früher Angestellte im Versandhandel, sorgt jetzt mit einer Halbtagsstelle für den reibungslosen Ablauf im Laden. "Über den werden viele auf unsere anderen Angebote aufmerksam", sagt Rainer Sartorius, Leiter der Wohnungslosenhilfe. rie

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