Jens Hecker soll Langenfeld zum Standort für neue Energie machen.

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Hecker stammt aus Essen, studierte in Dortmund.

Hecker stammt aus Essen, studierte in Dortmund.

Anna Schwartz

Hecker stammt aus Essen, studierte in Dortmund.

Langenfeld. Ab sofort gibt es bei der Stadt einen hauptberuflichen Klimaschutz-Koordinator. Was der machen soll? Nicht weniger, als Langenfeld in Sachen Energie in die Zukunft zu führen. "So wie wir als schuldenfreie Stadt Leuchtturm sind, so wollen wir in Sachen Klima- und Umweltschutz Vorreiter sein", sagt Bürgermeister Frank Schneider, der den neuen Mann in der Verwaltung am Donnerstag vorgestellt hat. Jens Hecker heißt der Klima-Koordinator, ist 28 Jahre alt und hat bereits den Umweltpreis der Stadt Marl für die Erstellung eines Solarkatasters in Recklinghausens Stadtteil Suderwich bekommen.

So ein Kataster wünscht sich Langenfelds Bürgermeister auch. Dabei wird per Laser ein dreidimensionales Modell der Stadt erstellt. Anhand der Dachneigung und Ausrichtung kann dann für jedes Haus errechnet werden, wie sinnvoll eine Photovoltaikanlage auf dem Dach wäre. Das passt zu einem bereits laufenden städtischen Projekt, nach dem bis 2020 in Langenfeld 1000 Dächer mit erneuerbaren Energieanlagen ausgerüstet werden sollen. Zurzeit gibt es 138Photovoltaikanlagen in der Stadt.

Unter seiner Leitung soll eine zentrale Beratung her

Die Pläne reichen aber noch weiter. Unter der Leitung von Jens Hecker soll im Laufe des nächsten Jahres eine zentrale Energieberatung geschaffen werden. Dort bekommen Langenfelder Informationen, wie sie selbst Erdwärme oder Solarenergie nutzen können und werden an spezialisierte Handwerksbetriebe weiter empfohlen.

Daneben soll der gerade entstehende Business Park am Katzberg zu einem Technologiezentrum für grüne Energie werden. "Firmen, die in dieser Branche arbeiten, expandieren zurzeit und sind stabile Gewerbesteuerzahler", so Schneider. Im Business-Park sollen durch günstige Konditionen auch Uni-Absolventen mit Start-Ups angelockt werden.

Der neue Klimaschutz-Koordinator hat also in Zukunft gut zu tun. Seine erste Aufgabe aber wird sein, gemeinsam mit einem Ingenieurbüro ein Klimakonzept für die Stadt zu erstellen. Im Oktober startet die Ausschreibung. Das Umweltministerium zahlt Fördermittel in Höhe von 35000 Euro. Im Konzept soll geklärt werden, wie der Autoverkehr reduziert, erneuerbare Energien stärker eingesetzt werden können und ob Elektroautos in Langenfeld eine Zukunft haben. Ergebnisse werden in einem Jahr erwartet. Bis dahin hat Hecker auch eine andere Hürde genommen: "Ich bin ja eigentlich Ruhrpottler. Mal schauen, was hier Karneval passiert."

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