An politischem Biss fehlte es bei der Prunksitzung.

„Mi Hätz dat schlät für Kölle!“ Marita Köllner, et fussich Julche, brachte bei der Prunksitzung von PKV und Prinzengarde echt kölschen Schwung in die voll besetzte Richrather Schützenhalle.
„Mi Hätz dat schlät für Kölle!“ Marita Köllner, et fussich Julche, brachte bei der Prunksitzung von PKV und Prinzengarde echt kölschen Schwung in die voll besetzte Richrather Schützenhalle.

„Mi Hätz dat schlät für Kölle!“ Marita Köllner, et fussich Julche, brachte bei der Prunksitzung von PKV und Prinzengarde echt kölschen Schwung in die voll besetzte Richrather Schützenhalle.

Stefan Fries

„Mi Hätz dat schlät für Kölle!“ Marita Köllner, et fussich Julche, brachte bei der Prunksitzung von PKV und Prinzengarde echt kölschen Schwung in die voll besetzte Richrather Schützenhalle.

Langenfeld. "Ich hab’ schon über 500 Kinder jetauft", sagt Willi Pauels. "Lieber hätt’ ich se gezeugt", fügt der Bergische Jung hinzu. Die Halle tobt. Pauels ist im außer-karnevalistischen Leben katholischer Diakon. Sein Auftritt auf der gemeinsamen Prunksitzung des RKW Schwarz-Weiß und der Prinzengarde in der Richrather Schützenhalle ist ein Hit.

Derbe Witze, Fröhlichkeit und katholischer Glaube

Derbe Witze, Fröhlichkeit und katholischer Glaube - das zusammen zu bringen, ist für den Bergischen Jung kein Problem. "Das Wesentliche in der Religion wie auch im Lachen ist doch dasselbe", schiebt er in besinnlicherem Ton ein. " Es ist das Befreiende." Damit dürfte er der Einzige sein, der es schafft, in einer Karnevalssitzung predigende Worte einfließen zu lassen, ohne dass er weder lächerlich, noch belehrend wirkt.

Die Stimmung in der voll besetzten Schützenhalle ist ausgelassen. Fast alle sind kostümiert erschienen. "Ich freu’ mich dat janze Jahr drauf, wenn ich endlich wieder dä jecke Paff´ seh´n kann", sagt "Clown" und Zuschauer Herbert Müller (56) aus Monheim.

Die Kapelle "A Capella" hat ihren Namen zum Programm gemacht. Oder das Programm zum Namen? Die drei Kölner und ein Oberhausener singen ohne Instrumentalverstärkung. "Rama Lama Ding Dong" - diese 50er-Jahre-Hits kann die ganze Halle mitsingen. Aus "Highway to hell" von "ACDC" wird kurzerhand "Heinweh na Kölle".

Auch die "Poppelsdorfer Schlossmadämchen und -junker" bringen die Halle mit "Nä watt war dat früher ne superjeile Zick" zum Schunkeln.

Der Höhepunkt der Sitzung ist zweifelsohne "Der Blötschkopp". Dahinter verbirgt sich Marc Metzger. Jeder kriegt hier sein Fett weg. Der Elferrat, das Publikum, die Kapelle - alle werden durch den Kakao gezogen. "Danke, das war nett von Ihnen", ruft er den Musikern zu, als sie den Tusch spielen. "Passte zwar überhaupt nicht, aber war nett."

Politische Töne werden an diesem Abend kaum angeschlagen. Finanzkrise, Konjunkturpakete, Stabilitätspakt - eigentlich wunderbare Vorlagen für bissige Büttenreden. Das Bissigste kommt vom Blötschkopp, der Kanzlerin Angela Merkel rät, Grundstücke zu verkaufen, "als da wären Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, ..." Verlieren die Karnevalisten etwa den Biss?

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