Bei der VHS werden Hauswirtschafter ausgebildet – jetzt in einer neuen Küche.

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Vivien (18), Denise (18) und Nadja (19) präsentieren was sie in ihrer Ausbildung gelernt haben.

Vivien (18), Denise (18) und Nadja (19) präsentieren was sie in ihrer Ausbildung gelernt haben.

Anna Schwartz

Vivien (18), Denise (18) und Nadja (19) präsentieren was sie in ihrer Ausbildung gelernt haben.

Langenfeld. Wie ein leckeres Canapé gemacht wird, wissen Nadja (19), Carmina (20) und Eva (21) bestens. Auf das Vollkornbrot geben sie einen Strich Butter, das Salatblatt gibt dem herzhaften Belag zusätzliche Frische. Und weil das Auge sprichwörtlich mitisst, wird der leckere Mundhappen mit einer halbierten Traube oder einem krossen Brezelchen gekrönt.

Gelegenheit, ihre Fertigkeiten unter Beweis zu stellen, hatten die drei jungen Frauen anlässlich der Einweihung der neuen Lehrküche. 150000 Euro hat die Stadt investiert, um eine komplett neue, den Anforderungen eines Lehrbetriebs entsprechende High-Tech-Küche im Kulturzentrum zu installieren.

Junge Frauen ohne Ausbildungsplatz legen Grundstein für’s Berufsleben

Etwa 75 Kurse bietet die VHS jährlich an, bei denen abends und am Wochenende Menschen die Finessen des Kochens erlernen können. "Ziel ist es, die gesunde Ernährung zu vermitteln", sagt Juliane Kreutzmann, Leiterin der VHS. Vor allem wird in der Einrichtung aber ausgebildet

Zurzeit sind es 21 junge Frauen wie Nadja, Carmina und Eva, die auf dem ersten Ausbildungsmarkt nicht Fuß fassen konnten und nun hier den Grundstein für einen späteren Beruf legen wollen. Außerbetriebliche Berufsausbildung zur Hauswirtschafterin und Hauswirtschaftshelferin heißt die offizielle Bezeichnung. "Die jungen Leute sollen lernen, einen Haushalt oder Großhaushalt zu führen", erklärt Astrid Sönnichsen, Sozialpädagogin und Leiterin der Ausbildungsstätte.

Haus- und Wäschepflege stehen für die 21 Azubis ebenso auf dem Stundenplan, wie Nahrungszubereitung und Ernährung. Unterrichtet werden sie dabei von der Ernährungsberaterin Birgit Hammes, der Betriebsleiterin Heike Zeppenfeld und Hauswirtschaftsmeisterin Gudrun Pekel. "Freitags ist immer Großreinemachen", lacht Nadja.

Der Zusammenhalt im Team spielt eine große Rolle

In 25 Jahren wurden rund acht Ausbildungslehrgänge á drei Jahre durchlaufen. Insgesamt wurden 206 Ausbildungsverträge geschlossen. Zurzeit sind 21 Azubis in der Ausbildungsstätte. 184 junge Erwachsene haben den Ausbildungsbetrieb verlassen. 129 Azubis beendeten die Ausbildung. 90 Prozent der Prüflinge bestehen.

Von allen 206 Azubis waren/sind 30 junge Mütter, 29 haben einen Migrationshintergrund, 26 Schwerbehinderte und acht männliche Auszubildende.

Die besondere Mischung der Azubis - ehemalige Sonderschüler, Hauptschüler ohne Abschluss, Jugendliche mit Migrationshintergrund oder junge Frauen, denen eine frühe Schwangerschaft einen Strich durch die Schulkarriere gemacht hat - macht Stützunterricht erforderlich. "Wir üben mit den Azubis, machen gemeinsam Hausaufgaben oder vermitteln grundsätzliche Techniken", so Astrid Sönnichsen.

"Hier bekommen wir mehr Hilfe und alles wird ausführlicher erklärt als anderswo", beschreibt Nadja ihre Erfahrungen aus dem ersten Lehrjahr. Carmina, bereits im dritten Lehrjahr, "gefällt es hier sehr gut". Was sie machen möchte, wenn sie den Abschluss in der Tasche hat, weiß sie - dank der verschiedenen Praktika. "Ich bin ein sehr kommunikativer Mensch, Altenpflege ist sehr vielseitig, hier kann ich mich gut einbringen."

So viel Nähe zwischen 21Gleichgesinnten und Lehrern schafft Vertrauen, das Pensum wird müheloser absolviert und nebenbei entstehen Freundschaften. "Es ist ein viel stärkerer Zusammenhalt als früher auf der Schule", freut sich Eva.

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