Der Chor bildet eine offene Gemeinschaft – nicht nur für Langenfelder.

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Matthias Krella dirigiert den Chor „Cäcilia“ von St. Josef bei den Proben für die Osterfestmesse vom Klavier aus.

Matthias Krella dirigiert den Chor „Cäcilia“ von St. Josef bei den Proben für die Osterfestmesse vom Klavier aus.

Stefan Fries

Matthias Krella dirigiert den Chor „Cäcilia“ von St. Josef bei den Proben für die Osterfestmesse vom Klavier aus.

Langenfeld. Flexibilität und Offenheit kennzeichnet laut Hanni Jakobs den Kirchenchor "Cäcilia" von St. Josef. "Sänger und Sängerinnen aus allen Langenfelder Pfarreien, ja sogar aus Monheim, Düsseldorf, Erkrath und Solingen machen bei uns mit", sagt die erste Vorsitzende der musikalischen Vereinigung.

Deshalb gebe es auch kein Murren, wenn der Chor für die Präsentation der "Krönungsmesse" etwa mal nach Hilden ausrücken müsse: "Auswärtsspiele’ nehmen wir gerne wahr", betont Jakobs.

Oft werde unterschätzt, was so ein Chor leiste. "Wir sind bei Schützenfesten mit von der Partie, bei Hochfesten, Messen und natürlich besonderen Anlässen wie dem offenen Weihnachtssingen. 20 bis 25 Mal im Jahr treten wir auf."

Die Immigratherin erinnert sich noch gut daran, wie 2006 das Mozart-Requiem in St. Josef erklang: "Vorher mussten wir rund 50 Leute nach Hause schicken. Es war kein Platz mehr da." Dass die Kirche voll ist, wenn der Chor singt, macht die 60 Mitglieder stolz.

Gounods Cäcilienmesse als Gemeinschaftsprojekt

Und deshalb visieren sie ein ganz spezielles Geschenk an ihre Fans an: "Im November singen wir die Cäcilienmesse von Charles Gounod zusammen mit dem Kirchenchor St. Martin aus Richrath." Ein 45 Mann starkes Orchester, darunter Profis der Bergischen Symphoniker, werde den Mega-Chor unterstützen.
 
"Das ist etwas Besonderes. Ungewöhnliche Instrumente wie die Harfe sollen erklingen." Und weil es kein Konzert wie jedes andere sei, werde es auch nicht billig: "Wir brauchen noch Sponsoren", räumt die "Cäcilia"-Vorsitzende ein.

Der Kunstgenuss werde gleich zweimal intoniert: "Am 18. November in St. Martin unter Leitung von Peter Gierling und am 25. November bei uns unter Leitung unseres Chorleiters Matthias Krella." Das abwechselnde Dirigieren klappe bestens: "Die Musiker verstehen sich prima untereinander", sagt Jakobs.

Einen gewissen Standard setzt sich "Cäcilia" an St. Josef zweifellos. "Wenn mir Euer Gesang die Schuhe auszieht, dann will ich Euch nicht mehr hören", soll einer der Pastoren einst gedroht haben. Heute werden sich die Chormitglieder so etwas kaum anhören müssen: Manchmal kann Chorleiter Krella sogar fünf Männer im Tenor noch zweistimmig singen lassen.

Hoher Anspruch ist den Mitglieder n Verpflichtung

Trotz oder gerade wegen des Anspruchs hat die "Cäcilia" treue Mitglieder: Ostern werden Peter Kosiedowski für 50 Jahre, Renate Kindermann für 40 und Irmgard Hanel für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt.

Der Chor ist einer der ältesten in Langenfeld. Er wurde 1886 auf Anregung des Lehrers Heinrich Ahrens gegründet - zunächst als reiner Männerchor. Erst 1942 kamen Damen hinzu. Die Gestaltung des Rahmenprogramms eines Konzertes mit der Kammersängerin Anneliese Rothenberger (1963) war einer der Höhepunkte in der Chorgeschichte.
 
Als in den 70er Jahren der Chor in eine Krise geriet, sorgte Willi Winkler für seinen Fortbestand. Zur Förderung der Geselligkeit gab es Fahrten nach Senlis (Frankreich) und später gar eine Pilgerfahrt nach Assisi mit anschließender Papstaudienz in Rom. Seit 1970 veranstaltet der Chor unter anderem eine Nikolausfeier für die Kinder und Enkel seiner Mitglieder.

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