Trotz des winterlichen Wetters säumen zahllose Narren den Zugweg. Sogar aus Lemgo reisen Besucher an.

Dicht an dicht stehen die Karnevalsnarren, als der Zoch durch Langenfeld zieht.
Dicht an dicht stehen die Karnevalsnarren, als der Zoch durch Langenfeld zieht.

Dicht an dicht stehen die Karnevalsnarren, als der Zoch durch Langenfeld zieht.

Anna Schwartz

Dicht an dicht stehen die Karnevalsnarren, als der Zoch durch Langenfeld zieht.

Langenfeld. Prinzessin Karin hatte sich mit einer warmen Hose, mehreren Jacken unter dem bordeauxroten Kleid, mit Schals, Fell- und Handschuhen vor der Kälte geschützt. Damit trotzte die Bäckers-Gattin aus dem Hause Jung in ihrer riesigen Schwarzwälder Kirschtorte auf dem Prinzenwagen der Kälte. Christine Kaufmann von den HSV-Karnevalsfrauen trug Skiunterwäsche, Leggins, vier T-Shirts und Rollkragenpulli unter dem Kostüm ihrer Gruppe, die als Quietscheenten mit einem aufblasbaren Swimmingpool um die Taille den Zug bereicherten.

Straßen und Bürgersteige sind eis- und schneefrei

Ob aktive Jecken auf den Prunkwagen und in den Fußgruppen oder die Tausenden, die die Straßen säumten - sie alle ließen sich von den Temperaturen um den Gefrierpunkt die Stimmung nicht vermiesen. Die Straßen und Bürgersteige waren schnee- und eisfrei, die Voraussetzungen für den Zoch auch unter ungewöhnlichen Bedingungen bestens. "Die Kälte ist kein Problem. Regen wäre viel schlimmer", meinte denn auch Prinz Fritz III., bevor er in sein prächtig geschmücktes Gefährt am Place Pigalle kletterte.

Ungezählte Familien waren mit ihren Kindern gekommen, die große Einkaufstüten in den Händen hielten. Sie verschafften sich Platz in der ersten Reihe und wurden für ihre Helau-Rufe, die den Gruppen entgegenschallten, reich belohnt mit Kamelle oder Schoko-Täfelchen. Die Menge am Straßenrand erlebte einen Zug, der an jecken Ideen und Farbenfreude alle Erwartungen erfüllte. Das Tanzcorps "Echte Fründe" zog mit seinen rot-weiß-schwarzen Kostümen die Blicke auf sich, wenige Gruppen dahinter beeindruckte der große Prunkwagen der KG Spießratzen in leuchtendem Rot und Gelb. Die Kinder der Martinusschule verkündeten in ihrer Fußgruppe: "Hurra, wie leben noch!" Die Senioren des CBT-Wohnhauses St.Franziskus versicherten: "Bei uns sprühen die Funken."

Wie immer sorgten die Schießfrauen St. Hubertus in ihren Meerjungfrauenkostümen für Stimmung, und Anna Jakob, seit Jahren mit dabei, verriet das Rezept, wie sie sich warm halten, nämlich mit "Krumme", einem roten Likör.

Das Bercheser Dreigestirn präsentierte sich in einem Bollerwagen, der von einem kleinen Traktor gezogen wurde. Die Gruppe "Immigrather Clowns" machte in ihren bunten Kostümen, wie sie die Spaßmacher zu tragen pflegen, ihrem Namen alle Ehre. Die "Rheinsternchen" in ihren roten Überhängen tanzten sich warm, gefolgt von den Schützen Reusrath, die einen Wagen mit Anhänger zu einer mächtigen Burg ausgebaut hatten.

Der Prunkwagen der Prinzengarde - ein Riesenschiff in Gold und Schwarz

Mit 67 Wagen und Fußgruppen sowie sechs Musikzügen und Fanfarencorps’, war der Zoch 2010 genauso groß wie im Vorjahr. Trotz des Wetters säumten etwa 20.000 Jecke die Straßen.

Eine fünfköpfige Familie mit drei Generationen war sogar aus Lemgo gekommen. "Es macht uns Riesenspaß, die Kälte stört nicht, wir schunkeln uns warm." Jasmin Biesalski (9) von der Don-Bosco-Schule war mit ihrer Ausbeute an Wurfmaterial zufrieden. "Am besten haben mir die Tanzmariechen gefallen", sagte sie. Miriam Schmidt und Iris Schuler von der RKV-Fußgruppe, als Tortenschnitten und Lakritzbonbons kostümiert, nannten ihr Rezept gegen Kälte: "Richtig warmlaufen in unserer Fußgruppe."

Ein Lob der Jugend: Sie hielt sich an die Aufforderung "Kids, seid cool und schlau - alkoholfrei Alaaf und Helau". Dagegen dürfte eine Gruppe Männer um die 30 auf dem Stadthallenplatz nichts vom Zug gesehen haben.

Zur festen Größe im Langenfelder Karneval ist das Rösrother Carnevals-Comitee geworden, diesmal mit Wagen und einer Kinder- und Erwachsenengruppe im Zug dabei. Die Reitergarde der KGPrinzengarde in Schwarz-Gelb gekleidet, war mit neun Pferden vertreten. Der Prunkwagen der KG rollte als Riesenschiff in Gold und Schwarz. Und schließlich der RKV Schwarz-Weiß, der sein närrisches Jubiläum - dreimal elf Jahre - feierte, mit einer großen schwarz-gelb gekleideten Fußgruppe und dem Prinzenwagen am Schluss, in dem Fritz III. und Karin III. dem närrischen Volk zujubelten und mit Wurfmaterial nicht geizten.

Anzeige

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer