Die Stadtverwaltung schlägt vor, die Gebühren für Eltern um 30 Prozent zu senken. Die Zahl der Plätze für Kinder unter drei Jahren wird weiter ausgebaut.

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Grund zur Freude wie die Kinder – hier bei der Eröffnung der Blauen Kita im Berliner Viertel –haben demnächst auch viele junge Eltern.

Grund zur Freude wie die Kinder – hier bei der Eröffnung der Blauen Kita im Berliner Viertel –haben demnächst auch viele junge Eltern.

Anna Schwartz

Grund zur Freude wie die Kinder – hier bei der Eröffnung der Blauen Kita im Berliner Viertel –haben demnächst auch viele junge Eltern.

Monheim. Wenn das keine guten Nachrichten sind: Die Kindergartenkosten sollen sinken. Die Stadtverwaltung schlägt in einer Vorlage für den Jugendhilfeausschuss vor, bereits rückwirkend zum 1. Januar 30 Prozent weniger Gebühren zu erheben.

Das ist für junge Familien viel Geld. Beispielsweise bei einem Jahresgehalt von 40 000 Euro wäre das für einen Ganztagsplatz von 45 Stunden in der Betreuung unter drei Jahren künftig 154 Euro statt 220 Euro – und das pro Monat.

Es gilt als sicher, dass Politik und Verbände dem Vorschlag der Stadtverwaltung zustimmen werden. Möglich macht den Vorstoß die sprudelnde Gewerbesteuer. Die lässt auch Kämmerer Max Herrmann mehr Spielraum,. Und es ist ein weiteres Signal, dass Monheim noch familienfreundlicher werden soll.

Doch nicht nur in Sachen Gebühren ist Bewegung in der Kindergartenlandschaft. Mit Hochdruck wird daran gearbeitet, die Zahl der Plätze für Kinder unter drei Jahren (U3) weiter auszubauen. Freilich hat das auch einen juristischen Grund: Ab August nächsten Jahres besteht ein Rechtsanspruch für einen Platz für Kinder ab einem Jahr – bisher galt das erst ab drei Jahren.

Das Land gibt einen Richtwert von 32 Prozent vor. „Wir werdern zum Stichtag, wenn alles wie geplant läuft, bei 35 Prozent liegen. Das kann sich sehen lassen“, sagt Annette Berg, Leiterin des Jugendamtes.

Es ist unklar, wie viele Eltern den Rechtsanspruch nutzen werden

Wohl ohne Übertreibung hat die Stadt in Zusammenarbeit mit den Trägern wie Awo oder Kirchen einen Kraftakt hingelegt. Noch vor fünf Jahren gab es gerade einmal 21 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren im gesamten Stadtgebiet.

Bis August nächsten Jahres sollen es 341 sein – inklusive 86 Plätzen bei Tagesmüttern. „Ich hoffe, dass das reichen wird. Notfalls können wir innerhalb der Gruppen aufstocken“, so Annette Berg.

Das Problem ist die Tatsache, dass niemand weiß, wie viele Eltern den Rechtsanspruch ab nächstem Jahr in Anspruch nehmen. Derzeit gibt es immer wieder Anmeldungen, die mangels Plätzen abgelehnt werden müssen. Die Jugendamtsleiterin betont aber, das es für Härtefälle immer eine Lösung gibt.

Insgesamt gibt es zum Stichtag 1. August 2013 im Stadtgebiet 968 Kinder unter drei Jahren. Hinzu kommen 1100 Kinder zwischen drei und sechs Jahren, für die laut Annette Berg bis auf wenige Ausnahmen Plätze in Kindergärten vorhanden sind.

Die Stadt lässt sich den Ausbau der Kindergartenlandschaft einiges kosten. Derzeit liegt der Zuschuss laut Kämmerer Max Herrmann bei 4,4 Millionen Euro pro Jahr. Die Absenkung der Elterngebühren wird von der Verwaltungsspitze als weiterer wichtiger Schritt gesehen.

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