Die Sportfreunde Baumberg können nicht nur Fußball spielen. Sie bieten auch Karatekurse für die Kleinsten. Und es sind noch Plätze frei.

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Voll konzentriert sind die Kinder bei den Übungen bei der Sache. Neue Gesichter sind willkommen.

Voll konzentriert sind die Kinder bei den Übungen bei der Sache. Neue Gesichter sind willkommen.

Anna Schwartz

Voll konzentriert sind die Kinder bei den Übungen bei der Sache. Neue Gesichter sind willkommen.

Baumberg. "Wir atmen ein und wir atmen aus", sagt Maria Püschel. In der Turnhalle der Kniprode-Schule herrscht absolute Ruhe. Nur das gleichmäßige, tiefe Atmen von zwölf Kindern ist zu hören. "Sie sollen ihren Ärger und Stress herausatmen", erklärt die 52-jährige Trainerin das Konzept. Denn Karate sei mehr als das Ziegelzerhauen, das man aus dem Fernsehen kennt. "Karate vermittelt Selbstvertrauen, das die Kinder brauchen", meint Udo Püschel.

Zusammen mit seiner Frau trainiert er dreimal wöchentlich mit seinen Gruppen. Der jüngste Schüler ist gerade sechs Jahre alt. In jeder Trainingseinheit, die eine Dreiviertelstunde dauert, gibt es stets die gleichen Elemente, die den Kindern Sicherheit geben sollen. Während Udo Püschel die Übungen langsam zeigt, hilft seine Frau, wo es nötig ist.

Nach der traditionellen Begrüßungszeremonie gibt es ein Aufwärmtraining. "Damit hier nicht der Übermut grassiert", lacht Maria Püschel. Bereits die Kleinsten sind mit voller Begeisterung dabei. In einer exakten Linie stehen sie nebeneinander, vor ihnen Udo Püschel. Der Trainer zählt laut und alle zwölf Kinder wissen sofort, was zu tun ist. Voller Konzentration führen sie perfekte Karate-Bewegungen aus und unterstreichen sie mit einem lauten Schrei.

"Man kann sich wehren, auch wenn man noch so klein ist"

"Es macht total viel Spaß", finden Madita (9) und Viviane (8). "Man sammelt immer mehr Erfahrung", sagt Madita, die einen gelb-weißen Gürtel trägt und seit etwa einem Jahr dabei ist. Viviane kämpft bereits seit zwei Jahren und hat den gelben Gürtel. "Man kann sich wehren, auch wenn man noch so klein ist", fühlt sie sich gut.

"Vor einem Turnier sage ich den Kindern, dass sie ihr Können zeigen sollen, dass es eine Herausforderung ist", erzählt Maria Püschel. Doch jedes Mal gibt sie den kleinen Kämpfern auch Worte zur Stärkung mit. "Es gehört schließlich sehr viel Mut dazu, sich hinzustellen und zu zeigen, was man gelernt hat", findet sie.

Bei den Sportfreunden Baumberg wird dienstags und donnerstags trainiert, samstags gibt es freie Übungseinheiten.

Mehr Informationen rund um den Kurs der Sportfreunde gibt es bei Ehepaar Püschel unter Telefon 0211/707245.

Gelernt haben die Kleinen bereits wirklich viel. "Die Grundtechnik sitzt nach etwa einem Jahr", erläutert Udo Püschel, der selbst seit mehr als 40 Jahren Karate macht. 31 Jahre unterrichtet er nun schon in Baumberg. "Wir brauchen schließlich Nachwuchs. Und Kinder sind unsere Zukunft", sagt er.

Wenn die Größeren etwas zeigen, sitzen die Kleinen staunend am Rand. Konzentriert beobachten sie jede Bewegung. Wenn sie dann selbst an der Reihe sind, geben sie ihr Bestes. Der Karatemeister mit dem schwarzen Gürtel stellt sich vor jedes Kind, das ihm daraufhin eine gezielt gesetzte Faust in den Bauch schlägt. Nur selten muss er dabei die Stellung von Faust oder Arm korrigieren. Ein stolzes Grinsen huscht über die Gesichter.

"Wir achten sehr darauf, dass Disziplin herrscht. Das ist heutzutage schwer, gehört aber auf jeden Fall mit zum Karate dazu", sagt Udo Püschel. Für die Sportler scheint die Disziplin bereits eine Selbstverständlichkeit zu sein, ihren großen Karatevorbildern bringen sie großen Respekt entgegen.

Das traditionelle Chigong wird angewendet

"Wir wollen die Kinder stärken und ihre Ängste und Hemmungen abbauen", sagt Maria Püschel. Dazu wendet sie das traditionelle Chigong an, macht Entspannungsübungen, die Ruhe und Selbstsicherheit vermitteln sollen. "Wir fühlen die Kraft der Sonne, die uns gute Energie gibt und eine Schutzmauer schafft", erläutert sie das Konzept. Nicht jedes Kind ist dafür ansprechbar. "Natürlich bedeuten geschlossene Augen einen Kontrollverlust. Wenn sie lieber die Augen offen halten wollen, können sie das. Hier wird jeder so genommen, wie er ist", bekräftigt Maria Püschel.

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