Trotz der Minusgrade gab es hartgesottene Marktbeschicker. Gemüse war dabei aber ebenso Mangelware wie Eier, die bei den Temperaturen platzen würden.

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Respekt vor solcher Kälteresistenz: Maria Pinger verkaufte auch gestern Gebäck.

Respekt vor solcher Kälteresistenz: Maria Pinger verkaufte auch gestern Gebäck.

Respekt vor solcher Kälteresistenz: Maria Pinger verkaufte auch gestern Gebäck.

Monheim. Der Metzger ist trotz der frostigen Temperaturen da. Auch die Fischbude und der Bäckereistand trotzen Schnee und Eis. Seit dem frühen Morgen bauen sie auf, seit zehn Uhr versuchen sie, ihre Waren an den Mann oder die Frau zu bringen. Schweift der Blick an diesem kalten Mittwochmorgen jedoch weiter über den Markt, tun sich auf dem ansonsten gut gefüllten Platz neben dem Rathaus-Center ungewohnte Lücken auf. Wo sonst bis zu 50 Stände und samstags sogar bis zu 65 Marktbestücker ihre Waren anbieten, stehen heute lediglich elf.

Ohne Heizstrahler läuft kaum etwas

"Der Obst- und Gemüsehändler von gegenüber kommt bei dem Wetter nicht, da gehen ihm ja nur die Waren kaputt. Gleiches gilt für den Eier- und Käsestand, da platzen ja die Eier", erklärt Ursula Müller vom Fischstand und pustet sich wärmend in die Hände. Sie selbst steht seit mehr als 20Jahren mittwochs und samstags in ihrem Wagen hinter Heringen, Rollmops und Backfisch und hat "solche Temperaturen schon lange nicht mehr erlebt".

Heute versucht sie dick eingepackt möglichst viel Wärme ihres Heizstrahlers zu bekommen. "So ist die Kälte noch auszuhalten, nur die Finger sind die ganzen drei Arbeitsstunden eiskalt", sagt sie und steht mit der Heizstrahler-Idee nicht alleine da.

Auch die drei Damen von der Metzgerei-Bude versuchen mit Hilfe eines Heizstrahlers und passender Kleidung, der Kälte zu trotzen - mit mäßigem Erfolg. "Das bringt so viel, wie ein beheiztes Wohnzimmer, wenn alle Fenster sperrangelweit geöffnet sind", grinst Gisela Junge, eine der drei Wurstverkäuferinnen, und verrät augenzwinkernd: "Bei den Temperaturen können wir uns wenigstens die Kosten für die Kühlanlage sparen. Fleisch und Wurst können wir so schon fast tiefgefroren verkaufen."

Das scheint die wenigen Marktbesucher kaum zu stören. Während bei allen anderen Ständen weitgehend Flaute herrscht, tummelt sich vor dem Metzgereistand zumindest eine handvoll Kunden.

"Warm anziehen und ein wenig bewegen."

die Deutsche Marktgilde wurde 1985 als eingetragene Genossenschaft gegründet. Seit einigen Jahren veranstaltet sie auch Monheims Wochenmarkt.

Die Marktgilde hat 17.000 Händler in ihrer Datenbank. Das erleichtert die Koordinierung erheblich. Und Monheims Beschicker begrüßen das.

Friedrich Holzhauer, Prokurist der Marktgilde, prognostiziert für kommenden Samstag wesentlich mehr Händler.

"Man merkt bei dem eisigen Wetter deutlich, dass weniger Leute auf den Markt kommen. Und die, die kommen, verweilen nur kurz und suchen schnell wieder das Warme", berichtet Dieter Marks vom Gebäckstand ein paar Schritte weiter. Er kommt seit rund sechs Monaten regelmäßig aus dem Sauerland nach Monheim und freut sich eigentlich immer "auf die Volksnähe und die vielen Pläuschchen auf dem Markt hier".

Darauf muss er heute weitgehend verzichten, lässt sich aber davon - wie auch von den Minusgraden - nicht unterkriegen: "Warm anziehen und ein wenig bewegen, dann ist’s auszuhalten."

Auch Maria Pinger vom Bäckereistand nebenan friert hinter ihrer Theke. "Ich habe es mit meinem Heizofen aber noch halbwegs erträglich hier", erklärt sie und schaut Arme reibend in den grauen Himmel, aus dem wieder ein paar Schneeflocken auf den Marktplatz rieseln.

Mit dem Schnee soll glücklicherweise für alle Markthändler und Besucher zum Wochenende hin erstmal Schluss sein. Und auch die Temperaturen sollen wieder ein wenig steigen. Bessere Aussichten also für den Wochenmarkt am Samstag.

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