Im Rahmen der Aktion Tagwerk haben Gesamtschüler wieder einen Tag gearbeitet. Sie unterstützen die Partnerschule in Afghanistan.

gute tat
Schulleiter Hajji Mohammad Alim Shahab mit Schülern der Aktion Tagwerk: Die Jugendlichen überreichten ihm einen Scheck für die Partnerschule.

Schulleiter Hajji Mohammad Alim Shahab mit Schülern der Aktion Tagwerk: Die Jugendlichen überreichten ihm einen Scheck für die Partnerschule.

Anna Schwartz

Schulleiter Hajji Mohammad Alim Shahab mit Schülern der Aktion Tagwerk: Die Jugendlichen überreichten ihm einen Scheck für die Partnerschule.

Monheim. Mit großen Augen schauen rund 200 Schüler der Peter-Ustinov-Gesamtschule Hajji Mohammad Alim Shahab zu, wie er ihnen auf Englisch von seiner Schule in Paghman, Afghanistan erzählt.

Die Partnerschule trägt den gleichen Namen wie die Monheimer Gesamtschule. Seit 2003 unterstützt die PUG die Schule in Afghanistan.

Vor allem durch das Projekt Tagwerk kommen in jedem Jahr mehrere tausend Euro zusammen. Am Mittwoch durfte Hajji Shahab nun einen Scheck über 4513 Euro entgegennehmen. In einem kleinen Vortrag erklärte der Rektor den Schülern, was mit ihrem Geld passiert.

Ein Schüleraustausch soll aufgebaut werden

„Als die Taliban noch an der Macht waren, war das sehr schwierig, weil es damals vor allem für die Mädchen verboten war, zur Schule zu gehen.“ Nach dem Sturz der Taliban hatte sein Land einen enormen Aufholbedarf an Schulen.

Die Schule in Paghman ist ebenfalls eine Peter-Ustinov-Schule, erzählt Reinhard Erös von der Kinderhilfe Afghanistan und erläutert: „Mit eurem Geld kaufen wir Schulbücher, wir bezahlen die Gehälter der Lehrer und setzen uns dafür ein, dass mehr Mädchen in die Schule gehen können.“

Die Aktion Tagwerk startete im Jahr 2003. Ein Jahr später stieg die Peter-Ustinov-Gesamtschule ein. Vor sechs Jahren lief das das Projekt Tagwerk zum ersten Mal flächendeckend in allen Bundesländern.

Bei der Aktion arbeiten Schüler für einen Tag bei Unternehmen in der Region und spenden das verdiente Geld an Hilfsprojekte im Ausland. Weitere Informationen gibt es im Internet. www.aktion-tagwerk.de

3000 Kinder gehen mittlerweile auf die Schule in Paghman. „Die sind alle sehr dankbar, dass ihr sie so unterstützt“, sagt Shahab.

Das Geld hatten die Schüler sich mit Arbeit selber verdient. Für einen Tag suchten sie sich einen Job bei Unternehmen in der Region. 900 Jugendliche machten mit. „Die Jüngeren durften auch bei ihren Eltern aushelfen. Die Älteren sollten darauf achten, dass sie in dem Unternehmen danach vielleicht ein Praktikum machen können“, sagt Anna-Katharina Orth.

Die 18-Jährige leitet die AG Tagwerk: Es sind 15 Schüler, die sich regelmäßig treffen, um das Netzwerk mit den Unternehmen zu pflegen und die Jugendlichen zu vermitteln. „Ich bin da über meine ehemalige Lehrerin, Frau Huschitt, reingerutscht und engagiere mich nun seit sieben Jahren für das Projekt. Es ist einfach schön, dass man weiß, wo das Geld hinkommt. Das ist ja nicht bei allen Spendenaktionen so.“

Für Darline Decker war der Tag im Unternehmen schon ein Türöffner für ein Praktikum. „Ich war bei einem Architekten in Leichlingen. Das war sehr interessant. Und ich kann dort jetzt vielleicht auch ein Praktikum machen.“

Insgesamt verdienten die Schüler mehr als 9000 Euro. Die Hälfte ging an die Partnerschule in Afghanistan, die andere Hälfte geht an Projekte der Aktion Tagwerk in Afrika.

„Wir versuchen im Moment schon eine Art Schüleraustausch aufzubauen“, sagt Anna-Katharina Orth. „Doch das ist noch sehr schwierig. Die politische Lage in Afghanistan ist einfach noch zu unsicher. Aber vielleicht klappt das ja irgendwann. Das würde uns sehr freuen. Das wäre echt eine feine Sache.“

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer