Der Bürgerverein Monheim wird vor allem mit dem Kampf gegen den Recycler IMR in Verbindung gebracht. Vorsitzender Peter Steinbüchel nennt weitere Ziele des Vereins.

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Peter Steinbüchel ist auf Monheims Politiker derzeit nicht besonders gut zu sprechen.

Peter Steinbüchel ist auf Monheims Politiker derzeit nicht besonders gut zu sprechen.

Stefan Fries

Peter Steinbüchel ist auf Monheims Politiker derzeit nicht besonders gut zu sprechen.

Monheim. Bürgerverein Monheim - der steht in erster Linie für den Widerstand gegen die Ansiedlung des Metall-Recyclers IMR im Rheinpark. Und sonst? Im Interview nennt Vorsitzender Peter Steinbüchel weitere Ziele der noch jungen Vereinigung, die im Dezember 2008 gegründet wurde, aber ein fester Bestandteil des Stadtbildes werden will.

Gibt es ein Leben nach IMR?

Peter Steinbüchel: Aber ja. Doch die Sache mit IMR ist natürlich noch lange nicht beendet. Wir beobachten das ganz genau - begleitet von einem Anwalt.

Und wenn IMR vor Gericht Recht bekommt und sich im Rheinpark ansiedeln darf?

Steinbüchel: Dann werden wir alle demokratischen Mittel nutzen, um dagegen anzugehen. Aber ich bin optimistisch, dass IMR vor Gericht verliert.

Nun denn: Welche anderen Themen hat sich denn der Bürgerverein auf die Fahnen geschrieben?

Steinbüchel: Da ist einmal die Forderung nach einem schlüssigen Verkehrskonzept Niederstraße. Weder Verwaltung noch Polizei tun da irgendetwas.

Sie meinen das Lkw-Verbot?

Steinbüchel: Genau. Das Verbot gibt es. aber im Rathaus sieht man sich offensichtlich nicht in der Lage, das auch vernünftig zu beschildern. Da muss deutlicher darauf hingewiesen werden.

Rund um die Niederstraße ist ja auch die Keimzelle des Bürgervereins. Gibt es Themen über den Tellerrand hinaus?

Der 64-Jährige ist Tierarzt und Leiter des Amtes für Verbraucherschutz der Stadt Düsseldorf. Der verheiratete Vater zweier Töchter lebt seit 1976 in Monheim. Peter Steinbüchel ist Vorsitzender des im Dezember 2008 gegründeten Bürgervereins Monheim, der mehr als 70 Mitglieder hat.

Steinbüchel: Allerdings. Da ist zum Beispiel die Kindergartenlandschaft. Da haben wir Impulse von Eltern bekommen. In anderen Städten wird über Gebührensenkungen diskutiert. Natürlich hat Monheim kein Geld. Aber vielleicht gibt es trotzdem Lösungsansätze. Wir sind aber noch am Anfang der Diskussion.

In der Satzung des Bürgervereins steht, in erster Linie Erhalt und Verbesserung der Umweltbedingungen zu verfolgen. Passt das zu Kindergärten?

Steinbüchel: Natürlich. Eine gute Kindergartenlandschaft ist doch ein gewichtiges Stück Umwelt. Das gilt auch für Kulturangebote oder die Einkaufssituation.

Was halten Sie vom geplanten Rathaus-Center III?

Steinbüchel. Für wen wird das gebaut? Ich sehe den Bedarf nicht. Und eine Bauruine dürfte kaum das Image Monheims stärken. Man sollte lieber bestehende Einkaufsflächen attraktiver gestalten. Menschen anderer Städte locken wir mit dem bestehenden Einzelhandel ohnehin nicht nach Monheim. Da müssen andere Vorteile präsentiert werden.

Welche Vorteile wären das?

Steinbüchel: Unsere Stadt hat landschaftlich viel zu bieten. Das Deichland ist paradiesisch, wird aber bisher zu wenig genutzt. Zum Beispiel Naturlehrpfade wären eine gute Sache. Und die Altstadt - so sie wiederbelebt wird - ist auch ein Magnet.

Stichwort Politik: Was fällt Ihnen da zur Zeit besonders auf in Monheim?

Steinbüchel: Es ärgert mich und andere Mitglieder des Bürgervereins, dass die Stadtverwaltung offensichtlich nicht in der Lage ist, die Formulierung für den Bürgerentscheid in Sachen Sportstättenkonzept auf den Weg zu bringen.

Dabei ist das doch ein gutes demokratisches Mittel. Die Bürger haben das Wort. Doch ich werde das Gefühl nicht los, dass da von Seiten der Stadt auf Zeit gespielt wird. Nur: Warum?

Wie ist die Meinung im Bürgervereins in Sachen Verkauf Jahnplatz?

Steinbüchel: Das ist bei uns absolut gemischt. Ich persönlich bin sehr gespannt auf den Bürgerentscheid.

Was sagen Sie dazu, dass es sieben Bürgermeisterkandidaten gibt?

Steinbüchel: Das ist für mich ein Zeichen dafür, dass die Parteien sich weit von den Bürgern entfernt haben. Da sollten die Politiker doch einige Gedanken daran verschwenden, wie man das ändern kann. Es war auch bezeichnend, was wir vom Bürgerverein in einer Ratssitzung erlebt haben. Da war ein tiefer Riss zwischen Bürgermeister und Politik.

Da ging es um Geplänkel und irgendwelche vordergründigen Strategien. Dass unsere gewählten Vertreter dafür überhaupt Zeit haben. Unsere Politiker sollten sich stattdessen auf gemeinsame Ziele zum Wohle der Stadt konzentrieren. Davon sind sie weit entfernt. Und genau das merken die Bürger auch.

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