Neue Hoffnung für das St. Josef Krankenhaus an der Alten Schulstraße.
Neue Hoffnung für das St. Josef Krankenhaus an der Alten Schulstraße.

Neue Hoffnung für das St. Josef Krankenhaus an der Alten Schulstraße.

Anna Schwartz

Neue Hoffnung für das St. Josef Krankenhaus an der Alten Schulstraße.

Monheim. Es gibt doch noch Hoffnung für den Erhalt des Monheimer St. Josef Krankenhauses. In einer Krisensitzung mit Bürgermeister Daniel Zimmermann und den Fraktionsvorsitzenden am Mittwochabend wurde vereinbart, so schnell wie möglich ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen einzuschalten. Es soll bis Anfang Juli ausloten, ob das Krankenhaus zu erhalten ist. Tenor der Prüfung: Wie weit kann das aktuelle Defizit reduziert werden. Es wird für das laufende Jahr nach WZ-Informationen auf 2,4 Millionen Euro prognostiziert.

Hintergrund: Der Kplus-Verbund, noch Träger des Monheimer Krankenhauses, hatte am Dienstag verkündet, dass Monheimer Krankenhaus zum 31. August zu schließen. Als Begründung wurden seit Jahren anfallende Defizite genannt. Eine Übernahme durch andere Krankenhausträger seien gescheitert. 127 Mitarbeiter werden Ende Juni ihre Kündigung erhalten.

Daran wird sich auch nichts ändern. Doch der Bürgermeister hatte direkt nach der Verkündung der Schließung die Frage in den Raum geworfen: "Was ist uns ein eigenes Krankenhaus wert?" Er verwies darauf, dass Monheim sich auch ein Schwimmbad mit einem jährlichen Defizit von 1,5 Millionen Euro leiste.

In der zweiten Julihälfte wird es eine Sondersitzung des Rates zu dem Thema geben. Und die Zeit drängt: Denn vor allem die sehr gut qualifizierten Mitarbeiter des Krankenhauses schauen sich bereits mit guten Aussichten nach neuen Jobs um. Deshalb ist schon bald der 24 Stunden-Betrieb des Krankenhauses gefährdet.

"Mit der Prüfung sind wir alle einverstanden. Aber wenn wir ehrlich sind: Hier hat doch keiner Ahnung von der Führung einens Krankenhauses", ist der Tenor aus der Politik nach dem Gespräch vom Mittwochabend. Und die Fraktionen sind skeptisch. Denn ein jährlicher Millionenzuschuss könne es nicht sein. Doch einig ist sich die Politik darin, dass die Erstversorgung vor Ort wichtig ist.

Sollte sich der Rat auf das "Abenteuer Krankenhaus" - so hieß es unter anderem in dem Krisengespräch - einlassen, dann ist es wahrscheinlich, dass das Krankenhaus eine städtische Tochtergesellschaft wird - ähnlich dem Allwetterbad, den Bahnen oder der Mega.

Ein ausführlicher Bericht folgt in der Samstagsausgabe der WZ.

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