In der Stadt wurden verschiedene Projekte für die Erdbebenopfer ins Leben gerufen.

Hilden. Die Frage, warum er eine Hilfsaktion für Haiti gestartet hat, findet Zahnarzt Dr. Gerd Hülshorst "überflüssig. Man sieht das Leid jeden Tag in den Medien. Wenn man Mitgefühl hat, muss man was machen", sagt er.

So wie dem Hildener geht es in diesen Tagen vielen Menschen - nicht nur, aber auch in Hilden. In der Stadt wurden Hilfs- und Sammelaktionen für die Überlebenden des Erdbebens am 12. Januar initiiert. Mehr als 150 000 Menschen verloren ihr Leben.

Mit dem Unternehmer Georg Schmitz-Weiss, der Stadt Hilden, dem Stadtmarketing und der Hilfsorganisation "Ärzte für die Dritte Welt" rief Gerd Hülshorst kurzfristig "Hilden hilft Haiti" ins Leben.

Die Idee kam den guten Freunden Hülshorst und Schmitz-Weiss spontan beim gemeinsamen Abendessen. "Wir haben über Gott und die Welt geredet und natürlich auch über Haiti", sagt Hülshorst.

Bei einer Auktion werden Bilder für die Hilfsaktion versteigert

30 Hildener Künstler stiften ihre Arbeiten für eine Auktion am Mittwoch. Einige Unternehmen und Institutionen haben zugesagt, für jedes versteigerte Werk einen Sockelbetrag zu spenden. Eine Vorbesichtigung der Werke ist Montag und Dienstag von 16 bis 19 Uhr möglich. "Ich bin gespannt, wie es ausgeht", sagt Hülshorst. "Im Moment rennen wir offene Türen ein."

Die amerikanische Versteigerung der Hilfsaktion "Hilden hilft Haiti" findet am Mittwoch um 19 Uhr im Kunstraum Gewerbepark-Süd, Hofstraße 64, statt. Bei dieser Versteigerungsart zählt nicht nur das höchste Gebot, sondern jedes abgegebene. Der gesamte Erlös kommt dem Entwicklungskomitee "Ärzte für die Dritte Welt" zu Gute. Dieses wird die Spendensumme eins zu eins über das "Bündnis Entwicklung hilft" nach Haiti weiterleiten. Weitere Infos: www.aerzte3welt.de

Der CDU-Arbeitskreis SOS (Sicherheit, Ordnung, Sauberkeit) sammelt in der Innenstadt für Haiti. Mitglieder sind mit Spendendosen unterwegs. Schon mehr als 600 Euro wurden eingenommen.

Auch Schüler der Theresien-Schule sind in der Stadt unterwegs, um Spenden für Haiti zu sammeln. Als Dankeschön gibt es selbst bemalte Steine.

Im Jugendheim St. Jakobus an der Mühlenstraße 10 findet am Samstag, 6. Februar, ab 17 Uhr statt einer ursprünglich geplanten Karnevalsfeier eine Solidaritätsveranstaltung für Haiti statt. Als Programmpunkte sind unter anderem Informationen zur aktuellen Lage im Land und über die Projekte von Haiti-Med geplant.

Auch Helga Blum war von den Meldungen aus Haiti betroffen und wollte helfen. Im Radio erfuhr sie von dem Hildener Verein Haiti-Med. Die Chefin einer PR-Agentur aus Monheim übernahm ehrenamtlich die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins. "Mich hat vor allem die langjährige Erfahrung überzeugt", sagt Blum.

Der Hildener Verein wurde 1984 von deutschen und haitianischen Ärzten gegründet, um die medizinische Versorgung in dem Land zu verbessern. Zwei der drei Gesundheitszentren, die Haiti-Med in Port-au-Prince und der Umgebung betreibt, wurden von dem Erdbeben beschädigt.

Unter den Trümmern liegen medizinische Geräte und Materialien begraben. "Momentan gibt es eine sehr gute Spendenbereitschaft. Wichtig ist jedoch die Nachhaltigkeit", sagt Blum.

Die große Spendenarbeit spüren auch die Sammler des Arbeitskreises SOS (Sicherheit, Ordnung, Sauberkeit) der CDU. Sie sind seit mehr als einer Woche mit der Spendendose in Hilden unterwegs und haben bereits 619,07 Euro gesammelt.

450 Euro in sechs Tagen haben die Schülerinnen der Klassen10c und 8a der Theresienrealschule zusammen bekommen. Jeder Spender erhält einen selbsttbemalten Stein von den Mädchen (Foto: privat). "Die Spendensteine sind als Dankeschön für die Hilfsbereitschaft anzusehen", sagt Schülersprecherin Sonja Burger. Die Realschule plant zudem, sich mit der Fliedner-Schule und dem Bonhoeffer-Gymnasium zusammen zu tun.

Auch die Hildener Politik will spenden. Über einen Antrag der CDU-Fraktion, dass die Stadt für jeden Hildener Bürger einen Euro spendet (etwa 57 000 Euro), soll am 17. März im Stadtrat entschieden werden.

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