Mehr als 100 städtische Gebäude werden derzeit auf ihr Einsparpotenzial beim Ausstoß von Kohlendioxid untersucht.

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Pilotprojekt: An der Grundschule im Kalstert treten die Stadtwerke Hilden erstmals als Betreiber einer Solaranlage auf einem städtischen Gebäude auf. Wenn das Projekt erfolgreich verläuft, sollen weitere Anlagen folgen.

Pilotprojekt: An der Grundschule im Kalstert treten die Stadtwerke Hilden erstmals als Betreiber einer Solaranlage auf einem städtischen Gebäude auf. Wenn das Projekt erfolgreich verläuft, sollen weitere Anlagen folgen.

Dirk Thomé

Pilotprojekt: An der Grundschule im Kalstert treten die Stadtwerke Hilden erstmals als Betreiber einer Solaranlage auf einem städtischen Gebäude auf. Wenn das Projekt erfolgreich verläuft, sollen weitere Anlagen folgen.

Hilden. Schulen, Kindergärten, Turnhallen, Rat- und Bürgerhaus, Altes Helmholtz und Wilhelm-Fabry-Museum - mehr als 100 Gebäude sind im städtischen Besitz. Alle werden derzeit vom Aachener Ingenieur- und Beratungsunternehmen Eutech unter die Lupe genommen.

Ziel der von den Stadtwerken in Auftrag gegebenen Untersuchung ist es, Einsparpotenziale beim Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) zu finden. Erste Ergebnisse der Untersuchung sollen in der Februar-Sitzung des Ausschusses für Umwelt- und Klimaschutz vorgestellt werden.

"Die Untersuchung konzentriert sich im Wesentlichen auf drei Punkte", sagt Dezernent Norbert Danscheidt. Wichtigster Punkt sind dabei die größten Energiefresser: Heizung und Beleuchtung. Dort ist bei entsprechenden Verbesserungen das größte Einsparpotenzial zu erwarten.

Das dürfte zwischen 20und 50 Prozent je nach Maßnahme sowie Alter der zu ersetzenden Anlage liegen. In Cent und Euro oder gar eingesparter CO2-Menge lässt sich der Erfolg allerdings nicht beziffern. Dafür müssten Heizung und Licht vor und nach dem Umbau vergleichbar intensiv genutzt werden.

Die Gutachter schlagen auch eine Prioritätenliste vor

Zur Aufgabe des Gutachterbüros gehört es auch, eine Prioritätenliste zu erstellen, in welcher Reihenfolge die Maßnahmen in Angriff genommen werden sollten. "Dann kann die Politik überlegen, ob beispielsweise der Austausch einer alten Heizungsanlage, die erst in zwei oder drei Jahren erneuert werden müsste, vorgezogen wird", so Danscheidt.

Im vergangenen Jahr hat die Stadt Hilden insgesamt 3,456 Millionen Euro für Maßnahmen zur Einsparung von Kohlendioxid in öffentlichen Gebäuden ausgegeben. Damit wurden 15Maßnahmen in zehn Gebäuden finanziert.

Im laufenden Jahr sind Ausgaben in Höhe von 3,483 Millionen Euro für die energetische Verbesserung von zehn Gebäuden geplant. Hinzu kommen fünf Maßnahmen für 1,723 Millionen Euro aus Mitteln des Konjunkturpakets II.

Ein genauer Blick wird bei den Untersuchungen auf den Bereich Holterhöfchen mit den drei Schulen, Hildorado, Feuerwehr und Stadtwerke geworfen. Von Interesse ist dabei die Frage, ob sich dort zur gemeinsamen Wärmeversorgung ein Anschluss an das Blockheizkraftwerk des Sport- und Freizeitbades lohnt.

Eine derartige Untersuchung gab es bereits Ende der 1980er-Jahre beim Bau des Hildorados. "Beim damaligen Stand der Technik brachte das aber keine Vorteile", so Danscheidt. Mittlerweile ist nicht nur die Technik besser geworden, mit dem geplanten Bau einer weiteren Sporthalle am Schulzentrum käme auch noch ein weiterer Abnehmer hinzu.

Dritter Punkt des Untersuchungsauftrags ist die Ausstattung von städtischen Gebäuden mit Solaranlagen. Dazu wurde im Dezember mit einem Pilotprojekt begonnen: auf dem Dach der Grundschule im Kalstert. Betreiber der dortigen Anlage sind die Stadtwerke.

Die haben bereits ihr Interesse bekundet, weitere Anlagen in Hilden zu betreiben. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass beim Pilotprojekt ein wirtschaftliches Arbeiten möglich ist.

Da sich die Stadtwerke Düsseldorf bei der Teilübernahme der Stadtwerke Hilden dazu verpflichtet haben, derartige Projekte zu unterstützen, werden dabei allerdings nicht die Maßstäbe der freien Wirtschaft angelegt.

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