Ausstellung: Das Fabry-Museum zeigt den berühmten Hildener Wundarzt in vielen Facetten.

„Persönlichkeit, Wirken, Weltbild, Netzwerk, Patienten“ – unter diesem Ausstellungsitel trifft die Pest im Museum an der Benrather Straße auf Wilhelm Fabry.
„Persönlichkeit, Wirken, Weltbild, Netzwerk, Patienten“ – unter diesem Ausstellungsitel trifft die Pest im Museum an der Benrather Straße auf Wilhelm Fabry.

„Persönlichkeit, Wirken, Weltbild, Netzwerk, Patienten“ – unter diesem Ausstellungsitel trifft die Pest im Museum an der Benrather Straße auf Wilhelm Fabry.

Dirk Thomé

„Persönlichkeit, Wirken, Weltbild, Netzwerk, Patienten“ – unter diesem Ausstellungsitel trifft die Pest im Museum an der Benrather Straße auf Wilhelm Fabry.

Hilden. Eine Steinoperation lässt sich nicht allein bildnerisch darstellen. Dieser Eingriff lässt sich auch besingen. Zur Vernissage der Ausstellung "Persönlichkeit, Wirken, Weltbild, Netzwerk, Patienten" im Fabry-Musum erklang dazu eine Komposition Marin Marais.

"Eigentlich keine schöne Musik", sagt Wolfgang Antweiler bei der Vernissage im Fassraum. Aber eben eine, die perfekt zu der Ausstellung mit medizinischem Grundtenor passt. Anlässlich des Fabry-Jahres widmet sich das gleichnamige Museum einer weiteren Schau über Dasein und Tun des berühmten Arztes.

Die Ausstellung soll Fabry noch bekannter machen

"Ziel ist es, Fabry noch bekannter zu machen", so der Leiter und Konzeptentwickler Antweiler. In drei Räumen verteilt sind die Exponate ausgestellt. "So kann sich der Besucher in Fabrys Bann ziehen lassen." Es gibt viel über den Medikus zu erfahren, sein Geburtshaus ist zu sehen, ebenso wie Abbildungen von Denkmälern.

Interessant ist auch seine Korrespondenz: In über 500 Briefen tauschte er sich über Jahrzehnte lang mit Persönlichkeiten in Leiden, Jena, Lyon, London und Venedig aus. "Er war also extrem gut vernetzt", kommentiert Antweiler. Fabry stand nicht nur mit Kollegen in regem wissenschaftlichen Kontakt, sondern auch mit Theologen und Botanikern.

Die Instrumente zur Öffnung der Schädeldecke wirken martialisch

Der zweite Raum widmet sich ausschließlich dem Thema Anatomie. Allerlei Werkzeug ist zu sehen: Amputationssäge, Brenneisen und diverse Instrumente zur Öffnung der Schädeldecke wirken martialisch. Auch das "anatomische Laientheater" ist hier abgebildet. Dort wurden Brustkörbe geöffnet und Innereien gezeigt - nachweislich war Fabry dort mehrfach zu Gast. Eine solche Einrichtung ist vergleichbar mit heutigen naturkundlichen Museen.

Bis zum 10. Oktober ist die Schau an der Benrather Straße 32a zu sehen. Die Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch und Freitag von 15 bis 17 Uhr, Donnerstag von 15 bis 20 Uhr, Samstag von 14 bis 17 Uhr ebenso wie Sonntag von 11 bis 13 und von 14 bis 18 Uhr. Anlässlich des Fabry-Jahres werden zahlreiche Sonderveranstaltungen angeboten. Eine Übersicht dazu kann im Internet eingesehen werden.

Ebenfalls ein Besuchermagnet: Der "Tanz der Gerippe" von 1493. "Wir haben bewusst auf vieles verzichtet", erläutert Wolfgang Antweiler die puristisch wirkende Ausstellung. Das Ergebnis lässt sich im letzten Raum klar strukturiert genießen: In zehn Vitrinen wird jeweils ein Grundthema präsentieren. Die Persönlichkeit Wilhelm Fabrys, sein Wirken und Weltbild werden beleuchtet, das überaus dynamische Netzwerk und so mancher Schwank über Patienten.

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