Die WZ begleitet vier Sternsinger von St. Marien auf ihrem Weg von Haustür zu Haustür.

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Von St. Marien aus zogen die Sternsinger (von links) Katharina, Dalene, Marina und Jenny durch den Hildener Norden, um Spenden für notleidende Kinder in Kolumbien zu sammeln.

Von St. Marien aus zogen die Sternsinger (von links) Katharina, Dalene, Marina und Jenny durch den Hildener Norden, um Spenden für notleidende Kinder in Kolumbien zu sammeln.

Dirk Thomé

Von St. Marien aus zogen die Sternsinger (von links) Katharina, Dalene, Marina und Jenny durch den Hildener Norden, um Spenden für notleidende Kinder in Kolumbien zu sammeln.

Hilden. Sie klingeln einmal, sie klingeln zweimal. "Hier ist das SEK, das Sternsinger-Einsatz-Kommando", rufen sie übermütig, als klar ist, dass niemand zu Hause ist. Die vier Mädchen, die als Sternsinger verkleidet im Auftrag der katholischen Kirche durch die Straßen ziehen, lassen sich von verschlossenen Türen nicht abhalten. Dann geht es eben einfach weiter zur nächsten Haustür.

Auch mitten auf der Straße haben sie schon Halt gemacht und gesungen. "Manche Leuten wollen wissen, ob wir schon bei ihnen zu Hause waren und haben gefragt, ob wir nicht einfach hier für sie singen können", erzählt Marina (11). Sie gehört zu den 52 Kindern im Alter von acht bis 13 Jahren, die in den vergangenen Tagen in kleinen Gruppen durch Hilden zogen. Fast jedes Haus im Stadtgebiet wurde von den Sternsingern besucht und auf Wunsch mit einem Segen versehen.

Die Kostüme kommen aus einem mit den Jahren angesammelten Fundus

"Man muss sich nicht anmelden, um Besuch von den Sternsingern zu bekommen, wir besuchen jedes Haus", sagt Manuela Senge, die in diesem Jahr die Sternsingeraktion mitorganisiert hat. Neben dem Basteln der Pappkronen, der Verteilung der Gruppen und der Verpflegung gehören auch die Kostüme der Sternsinger zu den Aufgaben der Organisatoren. "Die Kostüme stammen aus einem Fundus, den wir im Laufe der Jahre angesammelt haben, und bei der Verpflegung haben ganz viele Mütter mitgeholfen", erzählt Senge und deutet auf eine Gruppe von Müttern, die sich bemüht, die hungrigen Sternsinger zu versorgen.

Schon vormittags waren die Kinder unterwegs gewesen, eine zweite Runde ist für den Nachmittag geplant. "Wir müssen noch in die Beethovenstraße, da sind wir vorhin nicht fertig geworden", sagt Dalene, die mit Jenny, Katharina und Marina in diesem Jahr eine Gruppe bildet. Vier, statt drei heilige Könige, dazu ein goldener Stern, Aufkleber, Kreide, Flyer und natürlich die Sammelbüchse.

Mit energischem Knopfdruck klingeln sie an der Haustür eines Mietshauses. "Wir sind die Sternsinger", sagen sie synchron und mit einem Summen geht die Tür auf. Stockwerk für Stockwerk arbeiten sich die Sternsinger nach oben. Wird eine Tür geöffnet, sprechen sie ihren Segensspruch, singen ein Lied und schreiben "20*C+M+B+09" mit Kreide an den Türrahmen.

Christus Mansionem Benedicat - Christus segne diese Wohnung

Der Endbetrag steht noch nicht fest, aber Manuela Senge schätzt, dass die Sternsinger in Hilden in diesem Jahr etwa 10350 Euro gesammelt haben.

Mit den Spendengeldern wird die Aktion "Kinder suchen Frieden" und dabei das Schutz- und Therapieprogramm "Dialog statt Gewalt" für Kinder in Kolumbien unterstützt.

Nach einem Gottesdienst aller Sternsinger wurde zuerst dem Bürgermeister und Pfarrer Ulrich Hennes ein Besuch abgestattet, anschließend besuchten die Sternsinger in kleinen Gruppen die Hildener Haushalte. Später wird es als Dankeschön noch eine Abschlussfahrt für alle Sternsinger geben.

"Wissen Sie, was das heißt?", fragt die elfjährige Jenny die Familie, an deren Tür sie gerade gesungen haben. "Die Buchstaben C, M und B stehen nämlich nicht für Caspar, Melchior und Balthasar, sondern für Christus Mansionem Benedicat", erklärt Jenny, "das heißt Christus segne diese Wohnung". Die Familie freut sich und steckt einen kleinen Schein in die Sammelbüchse.

Und für die vier Könige gibt es auch noch ein wenig Wegzehrung. Nicht immer haben sie soviel Glück, "manchmal sieht man genau, dass jemand durch den Türspion guckt und uns dann nicht aufmacht", sagt Katharina. Andere Sternsinger wurden sogar weggeschickt und beschimpft. Die Mütter, die die Sternsingeraktion organisieren, können über so ein Verhalten nur den Kopf schütteln, "Gott sei Dank ist das aber eher die Ausnahme", sagt Diemut Heuing.

Kalt wird den Mädchen auf ihrer Sternsinger-Tour nicht. "Wir sind ja dick angezogen", sagen sie und deuten auf die Umhänge, die sich über ihrer normalen Kleidung tragen. "Außerdem macht es ja Spaß. Und wir helfen dadurch den Kindern in Kolumbien", sagt Marina und holt aufs Stichwort einen der Flyer hervor, die über das Spendenprojekt der Sternsinger informieren. "Davon müssen wir noch ganz viele verteilen."

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