Ein „Hüter der Landschaft“ soll Streit schlichten und das Bewusstsein für die Umwelt schärfen.

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Ein Ranger wie Carsten Richter im Nationalpark Eifel soll auch bald in Hilden eingesetzt werden – es fehlt nur noch der geeignete Kandidat.

Ein Ranger wie Carsten Richter im Nationalpark Eifel soll auch bald in Hilden eingesetzt werden – es fehlt nur noch der geeignete Kandidat.

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Ein Ranger wie Carsten Richter im Nationalpark Eifel soll auch bald in Hilden eingesetzt werden – es fehlt nur noch der geeignete Kandidat.

Hilden. Spaziergänger schlendern durch den Stadtwald. Plötzlich kommt ein Radfahrer aus einem Nebenweg geschossen und kann nicht mehr rechtzeitig bremsen. Die frei laufenden Hunde der Spaziergänger durchstreifen derweil das Unterholz, reagieren nicht auf die Rufe ihrer Herrchen. Solche Szenen kennt Revierförster Friedhelm Schüller zur Genüge. Häufig wenden sich Stadtwald-Besucher an ihn oder das Forstamt, um sich über andere Nutzer des Stadtwaldes zu beschweren. Jogger, Radfahrer, Reiter, Spaziergänger (mit und ohne Hund) und Sportler - vor allem bei schönem Wetter strömen sie ins Naherholungsgebiet und geraten immer wieder aneinander.

Immer häufiger wird der Wald als Müllabladeplatz missbraucht

"Das Problem ist, dass vielen oft das Verständnis fehlt. Jeder fühlt sich benachteiligt und sieht sich nicht als Teil des Ganzen", sagt Schüller. Noch mehr Sorge bereitet ihm allerdings die Tatsache, dass sich immer mehr Menschen abseits der Wege in Naturschutzgebieten aufhalten, und dass empfindliche Waldgebiete als Müllabladeplatz genutzt werden.

"Mittlerweile können wir uns im laufenden Dienst gar nicht mehr um alles kümmern", sagt Schüller und verweist darauf, dass die Zahl der Menschen, die die Hildener Heide oder den Stadtwald als Erholungsgebiet nutzen, stark zugenommen hat. "Es sind längst nicht mehr nur Haaner oder Hildener unterwegs, auch viele Besucher aus dem Bergischen laufen lieber auf den ebenen Wegen."

Die Lösung des Problems könnte ein Ranger sein, der im Hildener Wald- und Heidegebiet das Bewusstsein der Waldbesucher für die Umgebung und andere Waldbesucher schärft. Ähnlich wie in Nationalparks soll dieser Ranger tagtäglich zu Fuß im Wald unterwegs sein und als Ansprechpartner dienen. "Es geht nicht darum, einen Sheriff loszuschicken, der mit erhobenem Zeigefinger für Recht und Ordnung sorgt", beeilt sich Schüller zu erläutern. Vielmehr solle der Landschaftshüter mit den Waldbesuchern ins Gespräch kommen, sie auf Fehlverhalten hinweisen und vor allem das Bewusstsein dafür schärfen, wie empfindlich die Natur in Schutzgebieten ist.

Die Entscheidung, dass ein Ranger nach Hilden kommt, ist zwar noch nicht endgültig, "aber der Bedarf ist da", sagt Klaus Adolphy von der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Mettmann: "Im Prinzip muss nur noch eine geeignete Person gefunden werden." Auch die Finanzierung der Stelle sei geklärt, Stadt und Kreis würden sich die Kosten teilen. Adolphy: "Es gibt im Kreis Mettmann noch andere Städte, in denen der Einsatz eines Rangers sinnvoll sein könnte, aber Hilden bietet sich an, weil es dort die besten Strukturen gibt, schließlich steht dort auch ein Forstamt." Ist ein passender Kandidat gefunden, könnte schon im Frühjahr ein Ranger im Hildener Waldgebiet unterwegs sein.

Ein Ranger ("Hüter eines Landschaftsraumes" - abgeleitet vom englischen range für "Gebiet" oder "Bereich") bezeichnet einen hauptamtlichen Schutzgebietsbetreuer, insbesondere in Nationalparks, Naturparks und Biosphärenreservaten.

Ein Ranger versteht sich als Mittler zwischen Mensch und Natur. Seine Aufgabenfelder sind vielfältig und können folgendes umfassen: Besucherbetreuung, Führung von Exkursionen, Öffentlichkeitsarbeit sowie Pflege und Schutz der Natur.

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