In den vergangenen zehn Jahren ist rund die Hälfte der öffentlich geförderten Wohnungen aus der Preisbindung gefallen.

Hilden. Preiswerter Wohnraum ist knapp in Hilden. In keiner anderen Stadt im Kreis Mettmann werden im Durchschnitt höhere Mieten verlangt - und bezahlt. Laut Mietspiegel (Stand 2005) muss in Hilden monatlich pro Quadratmeter eine Kaltmiete zwischen 5,90 Euro (Altbau) und 7,60 Euro (Neubau) für eine Drei-Zimmer-Wohnung mit 70 Quadratmetern in mittlerer Lage bezahlt werden. Für Geringverdiener ist das kaum zu bezahlen. Sie sind auf eine öffentlich geförderte Wohnung angewiesen, für die ein so genannter Wohnberechtigungsschein erforderlich ist. Damit fällt bei der Wohnungsbaugesellschaft Hilden eine Kaltmiete bei 4,53 Euro pro Quadratmeter an.

Doch auch diese Wohnungen sind rar in Hilden - und sie werden immer seltener. Allein in den vergangenen zehn Jahren sind 1680 Wohnungen aus der Mietpreisbindung gefallen. Von einst 3423 öffentlich geförderten Wohnungen im Jahr 1998 waren Ende 2008 nur noch 1743 übrig. Und neue Sozialwohnungen sind deutlich weniger hinzu gekommen. So stehen beispielsweise den 159 Abgängen im vergangenen Jahr nur vier Zugänge gegenüber.

Nur 54 Wohnungssuchenden konnte im Jahr 2008 geholfen werden

Entsprechend gering ist auch die Erfolgsquote bei den Wohnungsvermittlungen. Nur 54 Wohnungssuchenden konnte die Stadt im vergangenen Jahren helfen. Das ist der seit Jahren niedrigste Wert. Im Jahr zuvor waren es noch 98 Vermittlungen und vor zehn Jahren sogar 314. Allerdings ist im gleichen Zeitraum auch die Zahl der Anträge auf einen Wohnberechtigungsschein gesunken. 440 Anträge gab es im vergangenen Jahr, 908 im Jahr1998. Den Spitzenwert gab es im Jahr 1995 mit 936 Anträgen.

Beim Amt für Wirtschaftsförderung, das sich auch um die Vermittlung von Sozialwohnungen kümmert, ist angesichts der gesunkenen Anträge von einer Entspannung am Wohnungsmarkt die Rede. Ein Beleg dafür seien auch die von 519 im Jahr 2007 auf 478 im Jahr 2008 gesunkenen Anträgen von Wohnungssuchenden. Möglicherweise schrecken auch die teilweise sehr langen Wartezeiten neue Antragsteller ab. Die gibt es vor allem bei Wohnungen für Alleinstehende sowie bei Wohnungen mit drei oder mehr Zimmern.

Allein 236 Anträge auf Vermittlung einer Wohnung für Alleinstehende erreichten die Stadt im vergangenen Jahr. Deren Wünsche können aber nur erfüllt werden, wenn eine entsprechende Wohnung frei wird. Denn Platz für neue Wohnungen gibt es im dicht besiedelten Hilden kaum noch. Im Gespräch sind dafür lediglich drei Projekte: das Gelände des Josef-Kremer-Hauses an der Heiligenstraße, die Freifläche an der Hofstraße (entlang der S-Bahn) und das Gelände der Albert-Schweitzer-Schule.

Zum Jahreswechsel gab es in Hilden insgesamt 1743 öffentlich geförderte Wohnungen. Das ist nur noch knapp die Hälfte wie noch vor zehn Jahren. Ende 1998 gab es noch 3423 Wohnungen, für die ein Wohnberechtigungsschein erforderlich ist. Seither ist der Bestand kontinuierlich gesunken.

159 Wohnungen sind im vergangenen Jahr aus der Mietbindung gefallen. Das sind dreimal so viel wie im Jahr zuvor, aber nur knapp ein Viertel des Rekordjahres 2006, als 585 Sozialwohnungen vom Markt verschwanden.

Vier Wohnungen sind im vergangenen Jahr mit öffentlicher Förderung neu entstanden. In den vergangenen zehn Jahren waren es zusammen gerade einmal 244 Wohnungen.

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