Beim Tag des offenen Denkmals konnte am Sonntag auch das 350 Jahre alte Haus auf der Bech besichtigt werden.

Ein ganz legaler Steuertrick: Da in alten Zeiten die Abgaben nach der Grundfläche eines Hauses berechnet wurden, haben die Bauherren des Hauses auf der Bech im Erdgeschoss etwas kleiner gebaut.
Ein ganz legaler Steuertrick: Da in alten Zeiten die Abgaben nach der Grundfläche eines Hauses berechnet wurden, haben die Bauherren des Hauses auf der Bech im Erdgeschoss etwas kleiner gebaut.

Ein ganz legaler Steuertrick: Da in alten Zeiten die Abgaben nach der Grundfläche eines Hauses berechnet wurden, haben die Bauherren des Hauses auf der Bech im Erdgeschoss etwas kleiner gebaut.

Dirk Thomé

Ein ganz legaler Steuertrick: Da in alten Zeiten die Abgaben nach der Grundfläche eines Hauses berechnet wurden, haben die Bauherren des Hauses auf der Bech im Erdgeschoss etwas kleiner gebaut.

Hilden. Im Schatten von Hildens ältestem Gebäude, der Reformationskirche, steht das zweitälteste Haus der Stadt: das Haus auf der Bech.

Am Tag des offenen Denkmals gewährten Birgit Kommessien und Christof Fries am Sonntag Einlass in ihr 350 Jahre altes Haus an der Schwanenstraße.

"Wir haben das um 1670 erbaute Gebäude vor sechs Jahren von der Stadt angemietet und aufwändig renoviert", sagt Kommessien, die heute ihre Steuerberatung in dem historischen Bau an der Schwanenstraße führt. Wegen der besonderen Bedeutung des Gebäudes musste es mit besonderer Sorgfalt restauriert werden.

Der Name des Hauses mit Satteldach und beidseitigem Krüppelwalm geht auf die ehemaligen Besitzer zurück: Das Fachwerkhaus gehörte einst der Familie Frauenhoff; eine Dame des Hauses war eine geborene Bech. Anfang der 1970er-Jahre übernahm die Volkshochschule den denkmalgeschützen Bau mit der bewegten Geschichte - vor Jahrhunderten wurde er als Gaststätte genutzt, aber auch als Predigerhaus für damals verbotene protestantische Gottesdienste nach dem 30-jährigen Krieg.

Um Steuern zu sparen, ragt das Ober- über das Untergeschoss hinaus

Das 260 Quadratmeter große Haus hat drei Stockwerke, wobei das Obergeschoss über das Untergeschoss hinausragt. Das hervorragende Obergeschoss geht auf die Tatsache zurück, dass in früheren Zeiten die Menschen umso mehr Steuern zahlen mussten, je größer die Grundfläche ihres Hauses war.

Neben dem Haus auf der Bech waren am Sonntag weitere Denkmäler beim "Tag des offenen Denkmals" mit von der Partie:
Historische Kornbrennerei (kostenlose Führungen bei laufender Dampfmaschine) und Wilhelm-Fabry-Museum (Ausstellung "Wilhelm Fabry: Persönlichkeit, Wirken, Weltbild, Netzwerk, Patienten"), Benrather Straße 32a
Gottschalksmühle (erste urkundliche Erwähnung 1380, bis 1993 betrieben), Mühle 64
Altes Rathaus (heute Bürgerhaus, unter anderem gab es Sonderstempel der Briefmarkenfreunde, Führung durch den Bürgersaal), Mittelstraße 40
Reformationskirche (erbaut um 1210, Führung mit Pfarrer Ole Hergarten samt Orgelführung), Mittelstraße66
Haus Hildener Künstler, H6 (ehemals Kutscherhaus, erbaut um 1900), Ausstellung der Künstler Henriette Astor und Friedel Warhus, Hofstraße 6

Krankheitsbedingt musste die Ausstellung zur Geschichte des Kückeshauses, Eisengasse 2/Schwanenstraße 12, abgesagt werden.

Oliver Rennert, Künstler aus Köln, nutzte den Tag des offenen Denkmals, um seine Kunst im Haus auf der Bech auszustellen. "Es gefällt mir sehr, meine Bilder mit traditionellen Motiven wie Stillleben und Landschaften in diesem historischen Ambiente zeigen zu können", ist Rennert begeistert.

Mit dem gleichen Enthusiasmus wirbt Birgit Kommessiens Tochter Lina Happertz im historischen Haus für den von ihr mit gegründeten Verein ‚Somero’, der Bildungspatenschaften an Mädchen in Uganda vermittelt - und damit für ein aktuelles Problem.

Um sich das geschichtsträchtige Haus in Hilden aus der Nähe anzusehen, sind Petra und Kalle Broich aus Odenthal gekommen. "Wir sind beeindruckt, wie der Umbau zum Beispiel des Daches hier gelungen ist", sagt Petra Broich. Sie sind große Fachwerkhaus-Fans, nicht zuletzt, weil sie selbst in einem wohnen - das ist allerdings nicht ganz so alt wie das Haus auf der Bech.

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