Trotz Abfalleimern sind die Straßen rund um die Schulen verschmutzt. Die Stadt kann nur noch hinterher räumen.

An der Bushaltestelle „Evangelisches Schulzentrum“ liegen Getränkepackungen einfach auf der Straße.
An der Bushaltestelle „Evangelisches Schulzentrum“ liegen Getränkepackungen einfach auf der Straße.

An der Bushaltestelle „Evangelisches Schulzentrum“ liegen Getränkepackungen einfach auf der Straße.

Dirk Thomé

An der Bushaltestelle „Evangelisches Schulzentrum“ liegen Getränkepackungen einfach auf der Straße.

Hilden. "Dreckig sieht es aus", klagte eine WZ-Leserin am Lesertelefon. An der Beethovenstraße liegt ständig Müll auf der Grünfläche und am Ufer des Hoxbaches. Vor allem der Bereich zwischen den beiden Grundschulen und der Zufahrt zum Nordmarkt ist ihr unangenehm aufgefallen. Vorwiegend Verpackungen von Süßigkeiten und Getränken würden dort weggeworfen, was ein deutlicher Hinweis auf die Übeltäter sei: Kinder.

Dieser Verdacht liegt nahe, räumt Frank Berndt (49) ein, der bei der Stadt für die Abfallberatung und Stadtreinigung zuständig ist. Deshalb hängen dort auch bereits Mülleimer. Deshalb sind aber auch Mitarbeiter des Zentralen Bauhofs dort einmal in der Woche unterwegs, um den Müll aufzusammeln. Gleichwohl werde er die Anregung der WZ-Leserin aufnehmen und schauen, ob sich möglicherweise noch weitere "strategisch sinnvolle Plätze" finden, um Mülleimer zu platzieren.

Grundschüler sind nicht die einzigen Müll-Sünder

Allerdings sagt Berndt auch, dass die Grundschulen in Hilden für die Stadtreinigung nicht das größte Problem seien. Die würden eher einen "sehr positiven Eindruck" hinterlassen. Denn dort würden Umweltfragen immer wieder im Unterricht thematisiert. Viel gravierender sei die Müllproblematik an den beiden großen Schulzentren in Hilden: Je mehr Schüler, desto mehr Müll. Dort würde zwar auch nur ein kleiner Teil der Schüler ihren Unrat auf der Straße entsorgen, "aber je größer die Schule, desto zahlreicher wird der kleine Teil".

An den Schultagen rückt der Bauhof täglich aus, um im Umfeld des Evangelischen Schulzentrums an der Gerresheimer Straße und im Holterhöfchen die Hinterlassenschaften zu beseitigen. "Da würde ich mir mehr Eigeninitiative der Schulen wünschen", sagt Berndt. Denn es könne nicht angehen, dass die Haltestelle vor dem Evangelischen Schulzentrum jeden Tag einem Schlachtfeld gleiche, "und dort hängen zwei Mülleimer".

Dort sind die Straßenreiniger außerhalb der Ferien täglich im Einsatz. Der Aufwand sei damit ähnlich groß wie beispielsweise am Busbahnhof an der Gabelung. Dieser Vergleich ist nicht zufällig gewählt, denn Bushaltestellen allgemein sind für Berndt "ein Phänomen". Überall hängen Mülleimer, doch für manche sind selbst die fünf Meter bis dahin zu viel. "Und wir können nur hinterherräumen", so Berndt: "Und Aufklärungsarbeit leisten." Es gäbe allerdings auch das Instrument der "Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung der Stadt Hilden".

Die korrekte Müllentsorgung klappt nur unter Beobachtung

Das so genannte Litterung, das achtlose Wegwerfen von Verpackungen, Essensresten und Zigarettenkippen, hinterlässt nicht nur sichtbare Spuren, es verursacht auch hohe Kosten, die die Allgemeinheit zu tragen hat.

Mit Aufklärungsarbeit versucht die Stadt des Litterings Herr zu werden. So gibt es beispielsweise eine Plakatserie, mit der an das Gewissen der Bürger appelliert wird.

Wenn die Appelle nicht helfen, kann auch ein Verwarngeld verhängt werden. Nach dem vom Stadtrat beschlossenen Katalog kann derjenige, der Zigarettenkippen oder Verpackungen fallen oder liegen lässt mit 15 Euro zur Kasse gebeten werden.

Die hieß früher einmal Straßensatzung und beinhaltet einen Bußgeldkatalog, mit dem das Ordnungsamt für fallen oder liegen gelassene Verpackungen und Zigarettenkippen eine Geldbuße von 15 Euro verhängen kann. Wirkungsvoll wäre das aber nur bei regelmäßigen Kontrollen. Das aber sei "ein personelles Problem". Dazu gesellt sich dann noch ein weiteres Phänomen: "Wenn Mitarbeiter mit städtischen Uniformen gesehen werden, dann klappt die korrekte Müllentsorgung in der Regel." Deshalb appelliert Berndt lieber an das Gewissen aller Hildener: "Der Aufwand ist hoch und geht zu Lasten der Allgemeinheit." Denn die Kosten für die Reinigung zahlen alle Bürger über die Steuern.

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