Das 68 Jahre alte Unfallopfer musste ins künstliche Koma gelegt werden. Der 68-Jährige habe gesagt, dass er versucht habe, auf dem Gehweg an der Grube vorbeizufahren. Dabei sei er abgestürzt.

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Die Unfallstelle an der Straße Zur Verlach. In diese mittlerweile wieder aufgefüllte Baugrube stürzte am Sonntagmittag ein 68-jähriger Rollstuhlfahrer und verletzte sich dabei schwer.

Die Unfallstelle an der Straße Zur Verlach. In diese mittlerweile wieder aufgefüllte Baugrube stürzte am Sonntagmittag ein 68-jähriger Rollstuhlfahrer und verletzte sich dabei schwer.

Dirk Thomé

Die Unfallstelle an der Straße Zur Verlach. In diese mittlerweile wieder aufgefüllte Baugrube stürzte am Sonntagmittag ein 68-jähriger Rollstuhlfahrer und verletzte sich dabei schwer.

Hilden. Unfall oder Schlamperei? Die Polizei rätselt noch, wie es zu dem Unfall kommen konnte, bei dem bereits am Sonntag ein Rollstuhlfahrer auf der Straße Zur Verlach in eine Baugrube stürzen konnte. Erst am Dienstabend meldete die Ehefrau des 68-jährigen Hildeners den Unfall bei der Polizei.

Der Mann selbst konnte noch nicht zum Hergang befragt werden, da er sich so schwer verletzte, dass er ins künstliche Koma gelegt werden musste. Lebensgefahr konnte nicht ausgeschlossen werden.

Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte haben erste Ermittlungen ergeben, dass ein Anwohner (44) gegen 11.30 Uhr die Hilferufe einer Frau hörte und deshalb aus dem Fenster schaute. Dort habe ihm eine unbekannte Frau zugerufen, dass in der Baugrube gegenüber der Hausnummer 19 ein verletzter Rollstuhlfahrer läge. Er habe daraufhin sofort einen Krankenwagen gerufen und sei nach draußen gelaufen.

Neben dem Opfer lag eine Absperrbake aus der Absperrung

In der etwa zwei Meter tiefen Baugrube habe tatsächlich ein verletzter Mann gelegen, der in seinem Rollstuhl festgeklemmt war. Neben ihm habe eine Absperrbake aus der Baustellenabsperrung gelegen. Das Unfallopfer sei zu diesem Zeitpunkt noch ansprechbar gewesen.

Der 68-Jährige habe gesagt, dass er versucht habe, auf dem Gehweg an der Grube vorbeizufahren. Dabei sei er abgestürzt. Der Abstand zwischen der Baustellenabsperrung und einer Grünfläche habe zu diesem Zeitpunkt etwa 50 bis 60 Zentimeter betragen.

Die Absicherung von Baustellen ist durch die Straßenverkehrsordnung geregelt. Demnach ist die Absicherung die Angelegenheit dessen, der die Baustelle einrichtet, also der ausführenden Firma.

Da es keine Zeugen für den Hergang des Unfalls gibt, sucht die Polizei insbesondere die Frau, durch deren Hilferufe der Anwohner auf das in der Baugrube liegende Opfer aufmerksam wurde. Sie - und weitere Zeugen - können sich bei der Polizei unter Telefon 8 98 64 10 melden.

Die Baugrube war am Donnerstag wegen eines Wasserrohrbruchs ausgehoben worden. Der wurde den Stadtwerken am Mittwoch gemeldet. Wie immer in derartigen Fällen wurde ein Erkrather Bauunternehmen mit der Aushebung der Baugrube beauftragt.

"Mit dieser Firma haben wir bisher nur sehr gute Erfahrungen gemacht", sagt Martin Sasonow, stellvertretender Abteilungsleiter bei den Stadtwerken und für deren Netze (Wasser, Gas und Strom) zuständig. Dies gelte auch für die bei jedem Auftrag zu erstellende Baustellendokumentation. Die entsprechende Dokumentation für die Baustelle an der Verlach habe er aber noch nicht nachgeprüft.

Für die Sicherheit ist die ausführende Firma zuständig

Diese Dokumentation muss erstellt werden, weil nicht der Bauherr für die korrekte Absicherung einer Baustelle zuständig ist. "Das ist die Angelegenheit dessen, der die Baustelle einrichtet", sagt dazu der Leiter des städtischen Tiefbauamtes, Harald Mittmann. Für die Sicherheit muss also die ausführende Firma sorgen. Die entsprechenden Richtlinien dazu sind in der Straßenverkehrsordnung geregelt.

Die Baugrube ist inzwischen wieder aufgefüllt

Zur Aufklärung des Falles sucht die Polizei nun nach Zeugen, die den Unfall beobachtet haben. Die Spurensuche an der Baustelle selbst ist stark eingeschränkt, da die Baugrube bereits am Montag wieder aufgefüllt wurde.

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