Bis 2014 sollen alle Erst- und Zweitklässler die Chance erhalten, ein Instrument zu lernen.

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Luca, Carina, Nick, Moritz und Philipp (von links) von der Astrid-Lindgren-Schule sind im zweiten Jahr beim Bildungsprojekt „Jedem Kind ein Instrument“ dabei. Wie es geht, zeigt ihnen Musikschullehrer Andreas Limperg.

Luca, Carina, Nick, Moritz und Philipp (von links) von der Astrid-Lindgren-Schule sind im zweiten Jahr beim Bildungsprojekt „Jedem Kind ein Instrument“ dabei. Wie es geht, zeigt ihnen Musikschullehrer Andreas Limperg.

Dirk Thomé

Luca, Carina, Nick, Moritz und Philipp (von links) von der Astrid-Lindgren-Schule sind im zweiten Jahr beim Bildungsprojekt „Jedem Kind ein Instrument“ dabei. Wie es geht, zeigt ihnen Musikschullehrer Andreas Limperg.

Hilden. Es ist "das größte Bildungsprojekt der Stadt Hilden", so Schuldezernent Reinhard Gatzke, und es nimmt langsam Fahrt auf: Jeki. Die Abkürzung steht für "Jedem Kind ein Instrument" und soll eben jenes ermöglichen. Ziel ist es, bis zum Jahr 2014 allen Hildenern Erst- und Zweitklässlern die Chance zu eröffnen, ein Musikinstrument zu lernen.

Das Programm zur breiten Musikalisierung läuft in Hilden seit August 2008. Zunächst waren mit der Elbsee- und der Astrid-Lindgren-Schule zwei Schulen dabei. Von den seinerzeit 74 Erstklässlern sind mittlerweile noch 69 Schüler dabei. Sie erhalten nun im zweiten Schuljahr Instrumentalunterricht auf einem selbst gewählten Instrument.

Inzwischen sind 290 Grundschüler dabei

In diesem Sommer sind die Wilhelm-Busch-Schule und die Adolf-Kolping-Schule hinzugekommen. Damit nehmen nun insgesamt 290 Kinder an dem Projekt teil. Dank einer Landesförderung können alle in diesem Jahr gestarteten ersten Schuljahre das Angebot kostenlos wahrnehmen. Insgesamt 34.000 Euro hat das Land über zwei Jahre für das Projekt zur Verfügung gestellt. Dadurch ist es der Musikschule als Jeki-Partner außerdem möglich, den Beitrag für den Instrumentalunterricht im zweiten Schuljahr von 25auf 20 Euro zu senken.

Um allen Erst- und Zweitklässlern an den Hildener Grundschulen die Welt der Musik zu eröffnen, plant die Stadt mit Gesamtkosten von 798.500 Euro. Der Großteil entfällt mit 583.300 Euro auf die Unterrichtskosten sowie 166.500 Euro auf die Anschaffung der Instrumente.

Durch die Teilnehmergebühren werden 588.500 Euro eingenommen, so dass eine Deckungslücke von 210.000 Euro bleibt. Davon übernimmt die Stadt 57.000 Euro, und die städtische Sport- und Kulturstiftung steuert insgesamt 66.500 Euro bei. Durch den Landeszuschuss bleiben noch 50.000 Euro übrig, die über Sponsoren finanziert werden müssen.

Die Finanzierungslücke ist nahezu geschlossen

Das Bildungsprojekt Jeki ("Jedem Kind ein Instrument") wurde vor zwei Jahren in 34 Städten des Ruhrgebiets gestartet und ist ein Beitrag zum Programm der Kulturhauptstadt Europas. Es wurde von der Kulturstiftung des Bundes, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Zukunftsstiftung Bildung entwickelt. Schirmherr ist Bundespräsident Horst Köhler.

Die Stadt Hilden hat die Idee übernommen und im August 2008 mit zwei Schulen begonnen. Ziel ist es, bis 2014 allen rund 1000 Erst- und Zweitklässlern der zehn Hildener Grundschulen die Chance zu bieten, ein Musikinstrument zu lernen.

Für das Projekt sind Gesamtkosten von 798.500 Euro vorgesehen. Der Großteil (588.500 Euro) wird durch die Teilnehmergebühren abgedeckt. Den fehlenden Betrag übernehmen die Stadt, die städtische Stiftung für Kultur und Sport, das Land Nordrhein-Westfalen durch einen Zuschuss sowie verschiedene Sponsoren.

Aber auch diese Lücke ist nahezu geschlossen, denn allein in diesem Jahr stellten Sponsoren insgesamt 19.500 Euro zur Verfügung. 10.000 Euro kamen von der Sparkasse, 5000 Euro vom Lions Hilfswerk und 4500 Euro vom Rotary Club Hilden-Haan. "Wenn wir das Thema Bildung ernst nehmen wollen, ist die musikalische Erziehung dabei ein wichtiger Bestandteil", begründet Lions-Präsident Fritz Ressle stellvertretend das Engagement der Hauptsponsoren.

Zu denen wird sich in Kürze ein weiterer Unterstützer gesellen: Das Polizeimusikkorps NRW wird den Reinerlös seines Neujahrskonzertes am 9. Januar 2010 in der Stadthalle für Jeki spenden.

Und warum dieser Aufwand? "Jeki fördert die Chancengleichheit und -gerechtigkeit der Schüler", sagt Gatzke. "Die Kinder lernen Rhythmus und Sozialverhalten", sagt Ivola Heinz, Leiterin der Wilhelm-Busch-Schule. Und generell werde der Lernwille und die Leistungsbereitschaft gefördert, ergänzt Musikschulleiter Karl Hentschel.

Kurz gesagt: "Es ist enorm wichtig für die Kinder", sagt Karin vom Steg, Leiterin der Astrid-Lindgren-Schule. Und dafür nehmen sie und ihre Kollegen auch einen hohen organisatorischen Aufwand in Kauf. Der muss schon deswegen betrieben werden, um die jeweiligen Stundenpläne an die Zeiten der Musikschullehrer anzupassen.

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