Altweiber: Zum Auftakt des Straßenkarnevals übernehmen die Möhnen nicht nur die Innenstadt.

Hilden. Und da war es wieder soweit: Die närrischen Weiber haben Hilden am Donnerstag unter ihr Regiment gestellt. Als pünktlich um 11.11Uhr das Rathaus gestürmt wurde, war die Party im Festzelt am alten Markt bereits seit etwa einer halben Stunde im Gange. Bis 13 Uhr wurde es immer voller, die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt.

Echte Narren ließen sich auch nicht von nasskaltem Wetter abschrecken

Die Jecken ließen sich auch vom nasskalten Wetter nicht aus der Feierlaune bringen. "Echte Narren schreckt das nicht ab. Im Gegenteil, ein Grund mehr zu trinken", frohlockt Svenja, gebürtige Düsseldorferin und begeistert von der Karnevalsatmosphäre in ihrer Hildener Wahlheimat. Auch Hilde, 66 Jahre jung, konnte nur schwärmen: "Die Stimmung ist fantastisch, absolut toll. Die Leute sind alle super drauf und verbreiten gute Laune, das macht richtig Spaß." Um 14 Uhr wurde die Party dann für eine Stunde unterbrochen. Die meisten der schunkelnden Gäste nutzten die Zeit, um im nahe gelegenen Brauhaus in Form zu bleiben oder aber, um sich an den zahlreichen Buden etwas Essbares zu besorgen.

Zur Stürmung der Waldkaserne überraschte das Prinzenpaar

Ein Großteil der Jecken machte sich mit Bus oder Taxi allerdings direkt auf zum nächsten Höhepunkt des Tages: Die Stürmung der Waldkaserne stand traditionell auf dem Plan, zum insgesamt 55. Mal. Bereits um 15 Uhr warteten die Jecken ungeduldig und frierend am Eingangstor. Das konnte sich Oberstleutnant Harald Wegener nicht gefallen lassen: Er ließ die Feldjäger mit Blaulicht vorfahren und postierte eine Truppe vor dem Eingangsbereich, um sich gegen die Eindringlinge zu wehren.

"Wir waren eigentlich top vorbereitet, doch das Prinzenpaar hat uns mit einem alten militärischen Trick überwunden - dem Angriff von hinten", erklärt der Oberstleutnant. Tatsächlich gelangten Prinz Markus I. und Prinzessin Susanne I. durch einen Hintereingang auf das Kasernengelände und entrissen Wegener den symbolischen Schlüssel.

Bis einschließlich Dienstag herrscht in der Kaserne Ausnahmezustand

Um 15.11 Uhr konnte der Einmarsch beginnen. Die Soldaten standen Spalier für Bienchen, Hexen, Häftlinge, Teufelinnen und Cowboys und hatten selbst sichtlich Spaß. Personalfeldwebel Sebastian Mense: "Unsere Soldaten freuen sich immer wieder auf dieses Ereignis und nutzen die Zeit voll aus. Bis einschließlich Dienstag ist hier in der Kaserne Ausnahmezustand, das haben sich die Jungs und Mädels auch verdient." Mense selbst ist seit 15 Jahren dabei und kann dem Karneval auch als gebürtiger Ostwestfale mittlerweile etwas abgewinnen.

Nach knapp drei Stunden neigte sich die Feier dann ihrem Ende zu. Markus, selbst zum vierten Mal dabei: "Das Gemeinschaftsgefühl ist toll, außerdem ist es wegen der Umgebung eine ganz besondere Atmosphäre. Ich bin nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei." Zunächst einmal ging es aber in die Innenstadt, wo die feucht-fröhlichen Partys noch lange andauerten.

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